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Individualismus und Ökonomik

Modelle, Grenzen, ideengeschichtliche Rückblenden

Habilitationsschrift

398 Seiten ·  36,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-093-4 (September 1997 )

 
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Die Theorien der großen britischen Denker Hobbes, Locke, Hume und Smith haben einen kaum zu überschätzenden Einfluss auf unser Denken über die Funktionsweise moderner Gesellschaften. Vergleichbaren Einfluss entfalteten, wenn auch mit anderen Akzenten, die Arbeiten von Karl Marx. In diesem Buch wird der Versuch unternommen, die Ideen der Genannten für eine Einordnung der Leistungen, der Vorzüge und Entwicklungsmöglichkeiten, aber auch der Problematik moderner individualistischer Sozialtheorie zu nutzen. Nicht zuletzt werden dadurch manche Annahmen transparent, die so eng mit dem normativen Selbstverständnis individualistischer Gesellschaften verwoben sind, daß sie gewöhnlich unartikuliert oder unbemerkt bleiben.

Daraus wird eine unkonventionelle Sicht zur Frage der Praxisrelevanz im Spannungsfeld von Abstraktionsniveau und Modellplatonismus-Verdacht entwickelt. Häufig wird Praxisrelevanz auf die Rolle der Ökonomik als technische Wissenschaft reduziert. Eine solche Sicht unterschlägt, dass die spezifische Praxisrelevanz der Ökonomik auf anderen Ebenen entsteht: jener der kommunikativen "Infrastruktur" für den Expertendiskurs und im Einfluss auf ökonomische Weltbilder.

Eine andere Argumentation betrifft die Arbeitsteilung zwischen verschiedenen sozialtheoretischen Ansätzen. Eine Rekonstruktion des Marxschen Historischen Materialismus und die Diskussion um die auswahltheoretischen Grundlagen der Neoklassik dienen der Identifikation von Anknüpfungspunkten für eine solche Arbeitsteilung. Damit wird auf die Bedeutung irreduzibel sozialer Aspekte hingewiesen, in deren Kontext einerseits funktionalistisch-evolutionstheoretische Argumentationen, aber auch die Dimension sprachlicher Verständigung zum Hebel der Erklärung wird. Dies wird teilweise anhand der Interdependenzen zwischen Politik, Produktionssphäre und Familie exemplarisch gezeigt.

Nicht nur im ideengeschichtlichen Teil der Arbeit wird deutlich, wie schillernd und spannungsvoll die Idee des Individualismus in ihren vielen, mitunter konfligierenden Varianten ist. Der letzte Abschnitt fasst einige dieser Spannungen als "Paradoxa des Individualismus" zusammen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.2.1998 ()

"Der gegenwärtige Zeitgeist ist den Ökonomen nicht wohlgesonnen. Der Verdacht des herzlosen Individualismus scheint allgegenwärtig. Wo solch ein von rationaler Kritik nicht mehr erreichbarer Sentimentalismus zur Mode geworden ist, erfreut es, wenn sich die Diskussion wenigstens ab und zu wieder auf sachlichen Bahnen bewegt. In seinem Buch 'Individualismus und Ökonomikk' bietet Richard Sturn eine solche differenzierte Auseinandersetzung mit dem ökonomischen Individualismus, sowohl in seiner normativen als auch methodologischen Form. .

Wirtschaft und Gesellschaft, 4/2000, S. 590-592 ()

"Das Buch ist kritisch gegenüber der Neoklassik. Es lehnt sie aber nicht ab. Es ist kein Aufruf, endlich die bessere Theorie zu machen, die so weit verbreitet ist in kritischen Darstellungen. Es ist eine kritische Reflexion der Wirtschaftstheorie, in der die Grenzen dessen, was mit Hilfe der Wirtschaftstheorie gesagt werden kann, dargelegt wird. Das Buch wird hoffentlich dazu beitragen, die oft unkundige Kritik von außen an der Wirtschaftstheorie, aber auch deren oft arroganten Anspruch, alles erklären zu können, zu reduzieren."


the author
Prof. Dr. Richard Sturn
Richard Sturn ist Joseph A. Schumpeter Professor an der Karl-Franzens-Universität Graz sowie Leiter des Graz Schumpeter Centres und des Instituts für Finanzwissenschaft und öffentliche Wirtschaft. [weitere Titel]
dem Verlag bekannte Rezensionen
  • "Richard Sturn bietet eine solche differenzierte Auseinandersetzung mit dem ökonomischen Individualismus" ...
    Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.2.1998 mehr...
  • Das Historisch-Politische Buch, 47. Jh., Heft 1, S. 97-98
  • Zeitschrift für Politikwissenschaft-Bibliographie 1/1998, S. 472-473
  • "Das Buch wird hoffentlich dazu beitragen, die oft unkundige Kritik von außen an der Wirtschaftstheorie, aber auch deren oft arroganten Anspruch, alles erklären zu können, zu reduzieren." ...
    Wirtschaft und Gesellschaft, 4/2000, S. 590-592 mehr...
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