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Samstag, 22. September 2018
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Individuum und gesellschaftliches Handeln
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Individuum und gesellschaftliches Handeln

Eine Grundfrage (nicht nur) der heterodoxen Ökonomik – neu betrachtet

29 Seiten · 3,84 EUR
(Februar 2001)

 
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Aus der Einleitung:

Es dürfte in der Ökonomik aller Schulen auf weitgehenden Konsens stoßen, wenn man Ökonomik als eine Wissenschaft beschreibt, die sich mit der Koordination des Handelns individueller Akteure in ihrem Umgang mit Ressourcen befaßt. Wie aber diese Koordination stattfindet − ob, ausgehend von der einzigen ontologischen Entität Individuum, nur indirekt, d.h. preisvermittelt, durch einen (vollkommenen, polypolistischen) „Markt“ hin zu gesellschaftlich verbundenem Handeln oder ob, jenseits des methodologischen Individualismus, die Koordination auch unmittelbar durch (die dann ebenfalls als primäre ontologische Entität anzunehmende) Gesellschaft, d.h. durch ihre institutionelle Konstitution, ihre Arrangements von Regeln, Normen, Werten, Glaubenssätzen, Erwartungen und Aspirationen, geschieht –, diese Frage scheidet die Ökonomik in den methodologisch-individualistischen neoklassischen „Mainstream“ und die sozio-ökonomische „Heterodoxie“.

Die Sozio-Ökonomik umfaßt die deutschen Historischen und sozial-ökonomischen Traditionen ebenso wie die amerikanisch-institutionalistische und evolutionäre Ökonomik und die Traditionen der klassischen Politischen Ökonomie. Sie hat die institutionentheoretische Frage der Koordination individuellen Handelns hin zu, aber eben auch durch Gesellschaft zum fruchtbaren Forschungsprogramm entwickelt. Während sie, v.a. in den letzten zwei Jahrzehnten, auch wieder einer großen Pluralität von Fragestellungen und Ansätzen und der Neubelebung eines evolutionären, prozeß− und entwicklungsorientierten Forschungsprogramms Raum geschaffen hat, scheinen einige ihrer überkommenen methodologischen Positionen in mancher Hinsicht obsolet geworden zu sein – mit dem Ergebnis, daß modelltheoretische Forschung oft in unangemessener Weise ungenutzt bleibt und die Grenzen gegenüber dem, was als neoklassische Modelltheorie auszuschließen ist, zu eng gezogen werden.

Die Koordinationsproblematik läßt sich abbilden als die Problematik gesellschaftlicher, also inter– und überindividuell gültiger Institutionen, die das Handeln der Individuen auf vielfältige Weise koordinieren. Und auch der „Markt“ – selbst in der abstraktesten Modellierung – erweist sich als ein (wenn auch spezielles) institutionelles Arrangement. Am Beispiel der institutionentheoretischen Fragestellung der institutionellen Emergenz, also des Warum und Wie der Herausbildung von Verhaltensregeln, wird im weiteren gezeigt, daß, v.a. aus methodologischen Gründen, in der Sozio-Ökonomik bestimmte modelltheoretische Ansätze – im Kontext institutioneller Emergenz wird die sog. evolutionäre spieltheoretische Argumentation herangezogen – nicht hinreichend integriert wurden. Die evolutionäre Entstehung von Institutionen durch regelhafte Kooperation in typischen gesellschaftlichen Problemsituationen (mit permanenten Anreizen zur Non-Kooperation) aus direkt interaktivem individuellem Handeln heraus blieb in der Sozio-Ökonomik daher eine unterentwickelte Fragestellung.

Exemplarisch wird in diesem Beitrag untersucht, ob und inwieweit diese Fragestellung unter Verwendung evolutionär-spieltheoretischer Konzeptionierung eine fruchtbare, per saldo erkenntnisgenerierende Fragestellung im Rahmen eines sozio-ökonomischen Paradigmas ist, obwohl sie z.T. (scheinbar) neoklassische Annahmen verwendet. Wir werden also den Erkenntnisgewinn dieser modelltheoretischen Problemdefinition eines zentralen institutionentheoretischen Bereichs erörtern. Voraussetzungen, Weiterentwicklungen sozio-ökonomischer Fragestellungen und (wirtschaftspolitische) Implikationen, die u.E. auf diese Weise erzielt werden, werden diskutiert.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Der Autor
Prof. Dr. Wolfram Elsner
Wolfram Elsner

Institut für Institutionelle und Sozial-Ökonomie (iiso), Universität Bremen

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