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Industrielle Spezialisierung, Entgrenzung und Postwachstumsökonomie
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Industrielle Spezialisierung, Entgrenzung und Postwachstumsökonomie

19 Seiten · 2,52 EUR
(21. März 2013)

 
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Aus der Einleitung:

Der unter dem Label "Energiewende" firmierende Versuch, eine seit mehr als 100 Jahren gewachsene strukturelle Ölabhängigkeit durch erneuerbare Energien zu substituieren, ohne die industrielle Fremdversorgung umfassend zurückzubauen, erinnert an die wundersame Brotvermehrung aus der Bibel. Denn erneuerbar heißt nicht unerschöpflich, zumal neben den nötigen Investitionen und der Anlagenproduktion desaströse Flächenverbräuche zu Buche schlagen. Und überhaupt: Was nützte es, wenn in Deutschland die letzten verfügbaren Landschaften mit Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie vollgestopft würden, um fossile und atomare Anlagen stillzulegen, obwohl doch unbestritten gerade die energieintensiven Bestandteile der benötigten Produktion nach China, Indien oder anderswo verschoben wurden. Obendrein existieren für manche Konsum- und erst recht Mobilitätsformen keine erneuerbaren Energiesubstitute.

Globalisierung in einem geographischen Wortsinne beschränkt sich nicht auf die Import- und Exportverflechtungen der produzierenden Wirtschaft, sondern hat sich längst als Daseinsform etabliert. Nie war der berufliche und private Alltag von derart umfänglicher Raumüberwindung geprägt. Nie war das Bildungssystem dank der durch Bologna mit der Brechstange vorangetriebenen Internationalisierung des Studiums so kerosinträchtig. Was könnte schizophrener sein: Zeitgleich mit der Erkenntnis, dass nichts wichtiger als die Reduktion der Energieverbräuche sowohl um des Klimaschutzes als auch um der ökonomischen Resilienz willen wäre, wird jede Facette des modernen Lebens und Wirtschaftens auf Globalisierung gebürstet. Wann wird es den ersten globalen Kindergarten geben, der jeden Morgen pünktlich von Ryanair angeflogen wird?


zitierfähiger Aufsatz aus ...
the authors
apl. Prof. Dr. Niko Paech
Niko Paech

geb. 1960, seit 2016 Hochschullehrer an der Universität Siegen im Masterstudiengang „Plurale Ökonomik“; seit 2015 Bereichsleiter in den Forschungsprojekten NEDS, VERA und NASCENT; 2013-2016 Leiter des BMBF-Forschungsprojektes EnGeno; seit 2010 Außerplanmäßiger Professor; 2008-2016 Vertreter des Lehrstuhls für Produktion und Umwelt (PUM) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

[weitere Titel]
Björn Paech

geb. 1976, ist Geograph und arbeitet als Mitarbeiter und Berater in Forschungsprojekten zu Fragen des Klimaschutzes, der Nachhaltigkeitskommunikation, Raumentwicklung und Postwachstumsökonomik. Er studierte Geographie, unterstützt und berät NGOs, unter anderem den BUND.