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Freitag, 16. November 2018
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Informationstechnologien und Umweltschutz: Chancen und Risiken
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Informationstechnologien und Umweltschutz: Chancen und Risiken

18 Seiten · 3,23 EUR
(Oktober 2003)

 
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Aus der Einleitung:

Das Verhältnis zwischen der Entwicklung, Verbreitung und Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) und ökologischer Nachhaltigkeit ist vielschichtig und noch unzureichend verstanden. Bis vor kurzem hat sich die Erforschung der Wirkungen von IuK-Technologien auf ökonomische und soziale Prozesse konzentriert, z.B. auf Arbeitsorganisation und -produktivität, Strukturwandel, wirtschaftliche und kulturelle Globalisierung, soziale Chancenverteilung usw. (z.B. Castells). Die Analyse der ökologischen Folgen der Informationsrevolution steht dagegen noch am Anfang. Dies kann zum Teil dadurch erklärt werden, dass IuK-Technologie im Vergleich zu anderen Techniken als relativ risikoarm gelten kann. Ein weiterer, ebenso wichtiger Grund ist aber, dass dieser Forschungsbereich mit einer Reihe methodischer Schwierigkeiten konfrontiert ist. Zunächst ist die Informationsrevolution keineswegs abgeschlossen. In die Zukunft gerichtete Technologiebewertung beruht immer auf potentiell kontroversen Annahmen, zum Beispiel über Verbreitungsgeschwindigkeit und zukünftige Märkte. In einem technologisch unausgereiften Feld wie dem der digitalen Kommunikation werden solche Prognosen unter Umständen äußerst spekulativ. Ein Beleg dafür sind die mittel- und langfristigen Vorhersagen von Marktanalysten – zum Beispiel für den Umsatz durch E-Commerce oder Internetnutzung – die sich in der Vergangenheit oft als extrem unzuverlässig erwiesen haben. Zahlreiche Untersuchungen und Life-Cycle-Assessments haben gezeigt, dass die ökologische Bilanz von elektronischen Videokonferenzen, Online Einzelhandel, Internet-Nachschlagewerken usw. sehr stark von den spezifischen Umständen der Nutzung abhängt (vgl. Kuhndt et al.). Ob zum Beispiel Amazon umweltfreundlicher ist als ein traditioneller Buchladen, hängt davon ab, welche Verkehrsmittel ein Kunde benutzen würde. Ob ein Online Katalog ökologischer ist als das Telefonbuch hängt davon ab, wie häufig er benutzt wird.

Obwohl es zahlreiche Einzelstudien zu verschiedenen Fragestellun¬gen gibt, lassen sich die Ergebnisse nur schwer zu einem kohärenten Gesamtbild zusammensetzen. Angesichts dieser Schwierigkeiten sind wir von einer abschließenden Bewertung der Umweltfolgen von IuK-Technologien noch weit entfernt. Der vorliegende Beitrag hat das Ziel, die wichtigsten Berührungspunkte zwischen IuK-Technologien und Umweltschutz aufzuzeigen und anhand der wichtigsten aktuellen Forschungsbeiträge die ökologischen Chancen und Risiken der Informationsrevolution qualitativ zu bewerten.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Die Autoren
Dr. Frans Berkhout
Frans Berkhout

Direktor des vom britischen Economic and Social Research Council finanzierten Sustainable Technologies Programme und Leiter der Umwelt- und Energieforschungsgruppe in SPRU-Science and Technology Policy Research an der University of Sussex, Großbritannien.

Julia Hertin
Julia Hertin

Seit 1999 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Umwelt- und Energieforschungsgruppe in SPRU-Science and Technology Policy Research an der University of Sussex, Großbritannien.