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Tuesday, July 23, 2019
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Innovationsnetzwerke in Transformationsländern
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Innovationsnetzwerke in Transformationsländern

Die Bedeutung von Routinen und Institutionen für das Innovations- und Kooperationsverhalten

33 Seiten · 3,72 EUR
(Februar 2007)

 
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Aus der Einleitung:

Industrielle Innovationsfähigkeit ist eine der wichtigsten Quellen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften. Die Innovationsfähigkeit der Unternehmen hängt dabei sowohl von unternehmensinternen als auch -externen Faktoren ab. Die Theorie des technologischen Wandels sowie verschiedene Beiträge zur modernen Innovations- und Organisationsforschung betonen die unternehmensinternen Suchstrategien und Fähigkeiten zur Lösung gänzlich neuer oder leicht veränderter Problemstellungen. Dagegen stehen die Kooperation mit vielfältigen Partnern – im Idealfall in Innovationsnetzwerken – und die damit verbundenen kollektiven Lernprozesse im Mittelpunkt der Literatur zu Industriedistrikten, Netzwerken und Innovativen Milieus. Insbesondere den Erfolg verschiedener Industriedistrikte und Innovationsnetzwerke – beispielsweise in Nordamerika, England und Italien – untersuchen zahlreiche, vorwiegend empirischdeskriptive Studien.

Da die Netzwerkidee einen „bottom-up“ Ansatz im Sinne der Selbstorganisation von Industrien oder Regionen impliziert, erscheinen Netzwerke als Modell zur Transformation des Unternehmenssektors und Realisierung der technologischen Potenziale in ehemaligen sozialistischen Wirtschaften eine vielversprechende Option. Denn zehn Jahre nach Beginn des Transformationsprozesses haben die mittel- und osteuropäischen Länder weitgehende makroökonomische Stabilität erreicht, jedoch ist die marktwirtschaftliche Restrukturierung der Industrie in den meisten Ländern noch nicht abgeschlossen.

Hierbei ist zu klären, ob die Voraussetzungen für Innovationsnetzwerke in Transformationsländern überhaupt gegeben sind oder das sozialistische Erbe ihr Entstehen verhindert. So herrschte im sozialistischen System ein lineares Innovationsmodell vom Typ des sowjetisch-leninistischen Science-push vor, in dem interaktive Lernprozesse und Rückkoppelung von Anwenderbedürfnissen nicht existent oder unterentwickelt waren. Dies drückte sich auch in der Fragmentierung der Akteure des Innovationssystems aus.

Vor diesem Hintergrund ergeben sich unterschiedliche Fragestellungen: zum einen nach dem Stand der Innovations- und Kooperationsaktivitäten der Industrie in Transformationsländern, zum anderen nach den Ursachen für einen guten oder schlechten Innovationserfolg und schließlich nach der Bedeutung des Transformationsprozesses für die Veränderung des Innovationsverhaltens der Akteure. Für diese Fragestellungen bietet die Evolutorische Ökonomik sowohl zur Untersuchung des Unternehmensverhaltens als auch des gesellschaftlichen Kontextes sowie deren Wechselwirkungen das geeignete Instrumentarium: Mit Hilfe von Routinen als unternehmerische Suchstrategien und Institutionen auf gesellschaftlicher Ebene lassen sich die Pfadabhängigkeit der Entwicklung von Unternehmen, Industrien oder sozialen Gemeinschaften erklären, indem sowohl Chancen als auch Barrieren für Innovations- und Kooperationsverhalten aus historischen Erfahrungen abgeleitet werden können.

Routinen und Institutionen stehen als Mechanismen, die das Verhalten sowie Verhaltensänderungen der Akteure im Transformationskontext bestimmen, im Vordergrund des vorliegenden Beitrages. Im folgenden Abschnitt 2 werden die zu untersuchenden Hypothesen abgeleitet. Abschnitt 3 gibt einen Überblick über die Stichprobe und charakterisiert die Innovations- und Kooperationsaktivitäten. Der Einfluss von Routinen und Institutionen soll anhand einer empririschen Studie der Industrie in Slowenien in Abschnitt 4 untersucht werden, dabei werden bi- und multivariate statistische Methoden verwendet. Der Beitrag endet mit Schlussfolgerungen über die empirische Anwendbarkeit der evolutorischen Konzepte im Rahmen einer Innovationserhebung und versucht eine erste Übertragung der Ergebnisse auf andere Transformationsländer.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Perspektiven des Wandels
Marco Lehmann-Waffenschmidt (Hg.):
Perspektiven des Wandels
the author
Dr. Ulrike Broß

Booz Allen & Hamilton, Königsallee 106, 40215 Düsseldorf