sprache deutsch
sprache english
» Zum Warenkorb
0 Artikel - 0,00 EUR


Sonntag, 18. November 2018
 Startseite » Politik  » Bildungspolitik 
Internationaler Hochschulmarkt
Downloadgröße:
ca. 116 kb

Internationaler Hochschulmarkt

Anmerkungen zur Entwicklung des europäischen Hochschulraums

9 Seiten · 2,47 EUR
(Oktober 2005)

 
Ich bin mit den AGB, insbesondere Punkt 10 (ausschließlich private Nutzung, keine Weitergabe an Dritte), einverstanden und erkenne an, dass meine Bestellung nicht widerrufen werden kann.
 
 

Aus der Einleitung des Beitrags:

Das Bildungssystem entwickelter Gesellschaften wird häufig als Beispiel für ein „gekorenes“, „unreines“ öffentliches Gut gewählt. Auch wenn die Begründungen für entsprechende staatliche Eingriffe recht unterschiedlich sind – die Spannweite reicht von ökonomischen Hinweisen auf externe Effekte von Bildungserfolgen bis hin zu politisch-normativen Rechtfertigungen einer egalitären Verteilung von Bildungschancen –, so besteht anscheinend ein breiter gesellschaftlicher Konsens darüber, dass der Konsum von Bildung nicht oder nicht hauptsächlich durch die marktgemäße Nachfrage gesteuert werden soll. Stattdessen wird die Nachfrage meritorisch ausgeweitet – die Schulpflicht lässt sich hier als zielgerichtetes Instrument zuordnen. Privat erzeugte und marktlich vertriebene Bildungsgüter werden durch das staatliche Engagement aber nicht ausgeschlossen. Der Umfang, in welchem solche Angebote neben den öffentlich finanzierten und mehr oder weniger unentgeltlich zur Verfügung gestellten Bildungsangeboten zur Verfügung stehen, variiert allgemein in Abhängigkeit von den verschiedenen Bildungssektoren. Während im primären (Kindergarten und Grundschule) ebenso wie im sekundären Sektor (Schulbildung) der öffentliche Gut-Charakter vorherrscht, gibt es im tertiären Sektor (Berufs- und Universitätsbildung) ein deutliches Nebeneinander, im quartiären Sektor (Erwachsenenbildung) eine Dominanz der Marktgestaltung.

Besonders der tertiäre Sektor – und hier wiederum die Universitätsbildung – ist gegenwärtig Schauplatz zunehmender Internationalisierung. Dabei stellt sich die Frage, ob und in welchem Umfang das Nebeneinander von öffentlichem und privatem Gut verändert werden wird. Ist ein Freihandelsszenarium denkbar, in dem alle Handelshemmnisse dadurch beseitigt sind, dass Hochschulbildung ausschließlich zu Marktpreisen angeboten wird und in Abhängigkeit von der kaufkräftigen Nachfrage konsumiert wird?

Ein solches Szenarium erzeugt Ängste. Allerdings ist die Befürchtung, dass die marktkonforme Erstellung der Hochschulbildung generell zu einer Verteuerung des Gutes Bildung führen und sozial Schwache vom Konsum ausgrenzen würde, konzeptionell nicht haltbar. Höhere Preise wären allenfalls bei einer Monopolisierung des Marktes zu erwarten, und Zugangsprobleme für Einkommensschwache können durch direkte personenbezogene Subventionen (Stipendien) durch den Staat gelöst werden. In der Finanzwissenschaft wird eine solche Subjektförderung sogar allgemein als das zielgenauere Instrument gegenüber der öffentlichen Finanzierung der Hochschulen (Objektförderung) eingeschätzt, da letztere ein Trittbrettfahrerverhalten fördert.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Wirtschaftspolitik in offenen Demokratien
Lothar F. Neumann, Hajo Romahn (Hg.):
Wirtschaftspolitik in offenen Demokratien
Der Autor
Achim Henkel

Lehrstuhl für Sozialpolitik und Sozialökonomik, Fakultät für Sozialwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum.

[weitere Titel]