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Dienstag, 23. Oktober 2018
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Jenseits von Diskriminierung

Zu den institutionellen Bedingungen weiblicher Arbeit in Beruf und Familie

Publikation des Arbeitskreises Politische Ökonomie

330 Seiten ·  14,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 3-926570-90-3 (Juli 1993 )

 
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Eigentlich sollte Diskriminierung aufgrund einer nicht leistungsbezogenen Eigenschaft wie dem Geschlecht auf funktionierenden Märkten keine Dauer beschieden sein. Wie dennoch davon begründet die Rede sein kann und welche politischen Gegenstrategien daraus folgen, zeigen die hier versammelten Beiträge. Es wird u.a. aus haushaltsökonomischer, finanzpolitischer, vertragstheoretischer und evolutionsbiologischer Perspektive analysiert, wie die Ökonomie und angrenzende Disziplinen Verwerfungen am Arbeitsmarkt und in der Familie bewerten, die sich trotz formaler Gleichstellung beharrlich zu behaupten scheinen.

Gerd Grözinger: Einleitung - Renate Schubert: Zur ökonomischen Diskriminierung von Frauen: Bedeutung, Ausmaß, Konsequenzen - Hannelore Weck-Hannemann: Krankenpfleger und Ingenieurin. Die Berufswahl von Frauen und Männern aus ökonomischer Sicht - Barbara Krug: Diskriminierung von Frauen und öffentliches Handeln - Notburga Ott: Die Rationalität innerfamilialer Entscheidungen als Beitrag zur Diskriminierung weiblicher Arbeit - Walburga von Zameck: Gesellschaftliche Rahmenbedingungen weiblicher Arbeit - Doris Bischof-Köhler: Geschlechtstypische Besonderheiten im Konkurrenzverhalten: Evolutionäre Grundlagen und entwicklungspsychologische Fakten - Uwe Becker: Frauenerwerbstätigkeit im internationalen Vergleich - Siv Gustafsson: Getrennte Besteuerung und subventionierte Kinderbetreuung. Warum schwedische Frauen häufiger erwerbstätig sind als Frauen in Deutschland, den Niederlanden und den USA - Wiebke Buchholz-Will: Macht und Ohnmacht der europäischen Frauenpolitik oder: Die Feminisierung des Homo Oeconomicus - Ursula und Jürgen Backhaus: Die beruflichen Ausfallzeiten der Frau aus volkswirtschaftlicher Sicht.

Soziologische Revue, 1994, S. 265-267 ()

"Warum in die Ferne schweifen, wenn auch auf dem deutschen Buchmarkt ein Werk vorliegt, in dem soviel grundlegendes Material über die lang anhaltende Frage nach den Gründen der Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt enthalten ist. ...

Nachdem von R. Schubert eine lesenswerte Einführung vorgelegt wurde, ist vor allem bei den theoretischen Ausführungen - die die politisch institutionellen Rahmenbedingungen näher beleuchten - von B. Krug zu bemerken, daß sie zu dem Schluß kommt, daß Diskriminierung auf ein Institutionsversagen (106) zurückzuführen ist. Es ist gerade die Rationalität der Akteure innerhalb der Institutionen, die einen institutionellen Wandel, damit eine Erhöhung der weiblichen 'Ressourcenkontrolle' und eine Verbesserung der weiblichen 'terms of trade' nicht erlauben. Zur internen Diskriminierungsdynamik von Institutionen wird von W. Buchholz-Will in einem beschreibend formalistischen Beitrag die negative Bilanz hinzugefügt, daß auf supranationaler Ebene keine Regelungen veranlaßt und rechtliche Verfahren institutionalisiert wurden, die die national institutionell verankerten Benachteiligungen aufzuheben versuchen (282). Die wenigen, allein über den Arbeitsmarkt vermittelten (269) Richtlinien und Förderprogramme reichen ihres Erachtens nicht aus - sie sind vielmehr zu defensiv (288) um eine aktive Gleichstellung auf nationaler Ebene vorantreiben zu können. ... Was nun unterschiedliche nationale Arbeitsmarktbeteiligungen betrifft, so gibt U. Becker einen kurzen informativen Überblick über die Erwerbssituation von Frauen. Diese Zusammenstellung dient ihm zur Diskussion der beiden theoretischen Ansätze 'Kulturismus versus Soziologie' (227) zur Erklärung weiblicher Diskriminierung. Im Zusammenhang mit dem Beitrag von D. Bischof Köhler entsteht für den Leser ein interessanter und anregender theoretischer Hintergrund, vor dem die Stellung der Frauen hauptsächlich auf dem Arbeitsmarkt diskutiert werden kann. Was D. Bischof Köhler in ihrem Artikel vorschlägt, daß beide theoretischen Ansätze nicht alternativ, sondern additiv betrachtet werden sollten, ist ein guter Hinweis für viele SoziologInnen, die alle Diskriminierungen allein kulturell determiniert verstehen. Ob dies allerdings zu einem 'Mehr' an Erklärung beiträgt, muß die Zukunft erst zeigen. ..."




Die Autoren
Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Backhaus Lic. jur.
Jürgen Backhaus Lic. jur.

Krupp-Stiftungsprofessur für Finanzwissenschaft und Finanzsoziologie an der Universität Erfurt.

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Prof. Dr. Gerd Grözinger
Gerd Grözinger

Professor für Sozial- und Bildungsökonomie an der Universität Flensburg.

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Prof. Dr. Renate Schubert
Renate Schubert

Renate Schubert ist Professorin für Nationalökonomie an der ETH Zürich.

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dem Verlag bekannte Rezensionen
  • "Warum in die Ferne schweifen, wenn auch auf dem deutschen Buchmarkt ein Werk vorliegt" ...
    Soziologische Revue, 1994, S. 265-267 mehr...
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