sprache deutsch
sprache english
» Zum Merkzettel
0 Artikel
» Zum Warenkorb
0 Artikel - 0,00 EUR


 Startseite » Ökonomie  » Märkte, Institutionen & Konsum  » Institutionen, Normen & Recht 
Kollaborative Vertragsprozesse und Netzwerke
Downloadgröße:
ca. 167 kb

Kollaborative Vertragsprozesse und Netzwerke

Williamson and beyond

36 Seiten · 8,91 EUR
(20. März 2013)

 
Ich bin mit den AGB, insbesondere Punkt 10 (ausschließlich private Nutzung, keine Weitergabe an Dritte), einverstanden und erkenne an, dass meine Bestellung nicht widerrufen werden kann.
 
 

Aus der Einleitung:

Verträge, als komplexe Form der Transaktion, sind die Basisoperationen einer Marktökonomie. Verträge haben – Coase hatte das 1937 bereits herausgestellt – erstens eine individuelle Suchphase (Suche potentieller Vertragspartner) und zweitens eine kollaborative Vertragseinigungsphase. Final, in ihrem letzten Moment, sind Transaktionen – wenn auch bloß temporär – Kooperationen. Der Vertrag ist die spezifische Form einer Transaktion, die eine juridische Hülle hat, aber einen ökonomischen Kontent. Coase und Williamson haben das für relationale Verträge definiert; letztlich aber sind alle Transaktionen relational, d.h. in ihren Bindungen offen (das zeigt sich, wenn ex post rechtlich geklagt wird, weil die Bindungen offen waren und man keinen Konsensus hat). Die Schließung der Verträge geschieht durch das bargaining ihrer Vertraglichkeit: was aber in das bargaining hineingenommen wird, bleibt potentiell offen.

Das entspricht weder dem Bild, dass die Ökonomie sich neoklassisch noch institutionenökonomisch macht, denn Verträge sind in ihrem Kern Kooperationen: zwei Partner, die final übereinstimmen, realisieren nicht nur ihre jeweiligen Nutzen, sondern auch eine spezifische Übereinkunft bzw. eine Kooperationsrente (mutual advantage).

Der ökonomische Basisoperator ist eine bilaterale Transaktion in der Form eines Vertrages: nur im vertraglichen Konsensus wird die Transaktion ökonomisch konfirmiert. Weder Tausch noch Transaktion bilden die Basiseinheit der Ökonomie, sondern der Vertrag – als institutionell konfundierte Transaktion. Indem zwei Vertragsbildende nicht nur ihre jeweiligen Nutzen, sondern auch eine Übereinkunft suchen, haben sie, wenn wir diese Funktion betrachten, ein joint product zu bilden, das entweder einen gemeinsamen Nutzen generiert, der über die jeweils zu erreichenden individuellen hinausgeht, oder eine Handlungsdisposition erreicht, die ihnen Vertrauen gibt, noch andere Dinge mitverhandeln zu können (Kooperationsrenten), als wenn sie sich in taktischer Misstrauensvermutung gegenüber aufstellen. Langlois und Everett sprechen von einer Dynamisierung der Transaktionskosten, was Kosten für "Überredung, Verhandlung, Koordination und Unterrichtung" umfasst. Diese Kosten entspringen der Einführung neuen Wissens. In den Verhandlungskommunikationen werden Wissen und Fähigkeiten generiert, auf die in den gewöhnlichen Transaktions-Verträgen gar nicht rekurriert werden kann. .


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Akteure, Verträge, Netzwerke
Birger P. Priddat (Hg.):
Akteure, Verträge, Netzwerke
the author
Prof. Dr. Birger P. Priddat
Birger P. Priddat

geb. 1950, Seniorprofessur für Wirtschaft und Philosophie, Wirtschaftsfakultät, Universität Witten/Herdecke; arbeitet an Themen zwischen Philosophie und Wirtschaft, vor allem auch an der Theoriegeschichte der Ökonomie.

[weitere Titel]