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Kollektive Dynamik bei verteilter Information
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Kollektive Dynamik bei verteilter Information

15 Seiten · 3,08 EUR
(03. November 2008)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Im zweiten Themenblock „Zugänge zur Ökonomik der Macht“ untersucht Ulrich Krause (Universität Bremen) in seinem Beitrag die „Kollektive Dynamik bei verteilter Information“. Sein Ausgangspunkt ist die Ohnmacht der vielen isolierten Agenten, die nur eine geringe Kenntnis des Gesamtzusammenhangs besitzen, und „die Weisheit der Vielen“, die zusammengenommen über eine annähernd vollständige Kenntnis der gesamten Situation verfügen. Damit stellt sich die interessante Frage, ob und auf welche Weise ein einzelner Agent neben seinem Wissen auch das bei den anderen verteilte Wissen, die „Weisheit der Vielen“, nutzen kann. Kraus argumentiert überzeugend, dass ohne sinnvolle Kriterien für die – sehr schwierig zu analysierende – Stabilität eines Gleichgewichts die vorrangig behandelten Fragen der Existenz und Eindeutigkeit eines solchen Zustandes nur wenig hilfreich sind. Er untersucht sodann ein Modell interdependenter Aktionen und zeigt, dass unter plausiblen Bedingungen die Schätzungen verschiedener Agenten sich im Laufe der Zeit immer mehr einander annähern, d.h. einem Konsens zustreben.

Zur Erläuterung dieses Grundgedankens erörtert er zwei einfache Beispiele für die Preissetzung und die Kompromissfindung von jeweils zwei Akteuren. Dies führt ihn zu einigen interessanten Resultaten über die Konvergenz eines dynamischen Preissystems hin zu einem Gleichgewicht, das als eindeutig normierte Lösung eines Eigenwertproblems bestimmt werden kann. Schließlich zeigt Ulrich Krause, dass unter relativ allgemeinen Bedingungen die Interaktion zwischen verschiedenen Agenten zu einer als Konsens interpretierten Situation hin konvergiert. Macht wird also hier nicht in Bezug zu den Fähigkeiten eines oder weniger Akteure verstanden gesetzt, im Zentrum dieses Beitrags stehen vielmehr die formal-mathematischen Bedingungen für das Entstehen, die Veränderung und mitunter auch das Vergehen von Macht. Der hier gewählte Ansatz erlaubt einen Zugang zu systemischen Machtaspekten, wie sie sich etwa bei der Diffusion von Innovationen oder bei der Ausbreitung von Zahlungsausfällen zu globalen Kreditmarktkrisen („Insolvenz-Kaskaden“) beobachten lassen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Macht oder ökonomisches Gesetz?
Johannes Berger, Hans G. Nutzinger (Hg.):
Macht oder ökonomisches Gesetz?