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Friday, April 19, 2019
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Kommunikation des Nachhaltigen Konsums für die Massen? - Ergebnisse der Konsumforschung im Projekt balance[f]
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Kommunikation des Nachhaltigen Konsums für die Massen? - Ergebnisse der Konsumforschung im Projekt balance[f]

21 Seiten · 3,29 EUR
(Oktober 2008)

 
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Aus der Einleitung:

Seit Mitte der 1990er Jahre wird in Deutschland die Relevanz des privaten Konsums für ein ?Nachhaltiges Deutschland? auch jenseits von Fachkreisen in der Öffentlichkeit thematisiert. Die Verbraucher- und Umweltorganisationen waren die ersten, die versuchten das Konzept durch Tagungen und Aktionen zu verbreiten. Die häufig zitierte Aussage des Umweltbundesamts (UBA), mindestens ein Drittel aller Umweltprobleme seien direkt oder indirekt konsumbedingt, ist zwar eher eine ?wohlinformierte Einschätzung? als präzise Empirie, hatte jedoch eine Signalwirkung, die bis heute nachwirkt.

Konsum war lange weder in der Politik noch in der wirtschaftstheoretischen Forschung ein relevantes Thema. Traditionell standen die Produktionsprozesse und die Unternehmen im Fokus wirtschafts-, umwelt- und sogar entwicklungspolitischer Aufmerksamkeit. Die Ausweitung der Perspektive auf die Nachfrageseite des Marktes durch die Diskussion um ?Nachhaltige Produktions- und Konsummuster? leitete insofern eine überfällige Refokussierung ein. Konsum ? als komplexer mehrstufiger Prozess des Beschaffens, Nutzens und Entsorgens, des Ko-Produzierens und Eigenproduzierens in Haushalten und sozialen Netzen verstanden ? wurde damit zur nachhaltigkeitsrelevanten Dimension, die der Beeinflussung durch Markt und Politik grundsätzlich zugänglich ist. Heute hat sich die Förderung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster sowohl als Forschungsgebiet als auch als Politikfeld auf nationaler und internationaler Ebene etabliert, wie auch auf der UN-Weltkonferenz zur nachhaltigen Entwicklung in Johannesburg 2002 deutlich wurde.

In Deutschland erhielt die Debatte um nachhaltige Konsummuster durch das zur Jahreswende 2001 gegründete Bundesministerium für Verbraucherschutz einen deutlichen politischen Impuls. Das ?alte? Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) hatte sich in seinem ?Aktionsplan Verbraucherschutz? bei Anerkennung der Pluralität der Lebensstile explizit für die Förderung nachhaltiger Konsummuster und -stile eingesetzt. Und auch im neuen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) wurde das Thema ? wenn auch weniger intensiv ? weiter betrieben, etwa mit der bundesweiten Kampagne ?echt gerecht?. Auf Länderebene gab es ebenfalls zahlreiche Initiativen und strategische Allianzen, etwa das gepa-TV in Baden-Württemberg als Teil der Kampagne der Verbraucherinitiative ?fair feels good? in Zusammenarbeit mit dem neuen baden-württembergischen Sender ?bw family.tv?.

Solche Kommunikationsanstrengungen sind mehr denn je vonnöten. Denn während die recht erfolgreiche Umweltpolitik der letzten zwei Jahrzehnte viele Produkte und Produktionsprozesse umweltfreundlicher und teilweise sozial verträglicher gemacht hat, wurden und werden gleichzeitig in vielen Konsumbereichen Effizienzfortschritte durch Wachstumseffekte des Konsums ? so genannte ?Rebound?-Effekte ? überkompensiert.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Medialisierung der Nachhaltigkeit
Clemens Schwender, Werner F. Schulz, Martin Kreeb (Hg.):
Medialisierung der Nachhaltigkeit