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Wednesday, July 17, 2019
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Kultur als soziale Praxis - Grenzen und Möglichkeiten empirischer Forschung
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Kultur als soziale Praxis - Grenzen und Möglichkeiten empirischer Forschung

19 Seiten · 3,28 EUR
(Januar 2007)

 
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Aus der Einleitung:

Die kulturelle Aufladung von Ernährung ist in der wissenschaftlichen Diskussion eine zunehmend anerkannte Tatsache. Diese cultural embeddedness der Ernährung wird dabei aus unterschiedlichen Perspektiven und mit einer Vielzahl von Methoden der empirischen Sozialforschung untersucht. In Abhängigkeit von der konkreten Fragestellung und dem jeweiligen Kulturverständnis werden unterschiedliche methodische Ansätze zum Einsatz gebracht. Der Frage nach dem Beitrag, den die empirische Forschung zum Verständnis speziell von Ernährungskultur leisten kann bzw. bereits geleistet hat, soll im Folgenden nachgegangen werden, und zwar aus der Perspektive eines Forschungsprojektes, das Ernährung im Sinne von Kultur als Praxis versteht.

Das Verständnis von Kultur als sozialer Praxis stellt empirische Analysen, die in diesem Zusammenhang durchgeführt werden, vor eine zentrale Herausforderung. So besteht einerseits die Anforderung, ??unmittelbar verständliche und vorhersehbare Praktiken gerade nicht als unmittelbar verständlich und vorhersehbar zu begreifen, sondern die dahinterliegenden kulturellen Formen und Sinnbezüge herauszuarbeiten, die bewirken, dass Praktiken als unmittelbar verständlich und vorhersehbar Manier aufzuzeigen, wie kultureller Sinn, wie dieses kulturelle Wissen und Denken im gemeinsamen Handeln täglich praktiziert wird.? Neben der Abbildung kultureller Praktiken auf sichtbarer Handlungsebene stehen vor allem die sinnstiftenden und handlungsrelevanten Bedeutungszusammenhänge dieser Praktiken im Vordergrund. Dabei sind diese Praktiken nicht als einzelne, singuläre Handlungen, sondern vielmehr als zur Gewohnheit gewordene, geteilte Akte zu verstehen, die nicht zwangsläufig ein direktes, aktives Handeln vom Einzelnen voraussetzen. Kulturelle Praxis kann auch aus empirischer Sicht als Verbindungselement zwischen dem Akteur und den kulturellen Strukturen verstanden werden und hebt sich somit sowohl von zweckorientierten als auch normorientierten Handlungstheorien ab.

Übertragen auf den Forschungsgegenstand der Ernährungskultur bedeutet dies, dass Handlungen, die mit der Ernährung in direkter oder indirekter Beziehung stehen, erfasst werden müssen, um tiefer liegende Bedeutungszusammenhänge und Wechselwirkungen sowie ihre Ausprägungen zu verstehen. Am Beispiel der Struktur von Mahlzeiten soll dies nun kurz erläutert werden: Der Rückgang der gemeinsamen Mahlzeiteneinnahme und die allmähliche Auflösung der bisherigen geregelten Mahlzeitenstruktur werden im ernährungswissenschaftlichen Diskurs durchaus kritisch bewertet. Im Sinne einer empirischen Erforschung von Ernährungskultur als Praxis werden, neben dem Erfassen der veränderten Mahlzeitenstruktur, vor allem die Fragen nach den Bedeutungen von Mahlzeitenabläufen, ihren Veränderungen und Wechselwirkungen mit anderen Aspekten des Lebens sowie das Sichtbarwerden dieser Bedeutungen im gemeinsamen Handeln in den Vordergrund gestellt.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Ossena – Das Unternehmen nachhaltige Ernährungskultur
Reinhard Pfriem, Thorsten Raabe, Achim Spiller (Hg.):
Ossena – Das Unternehmen nachhaltige Ernährungskultur
the author
Tanja Hüsken
Tanja Hüsken

(*1971), Dipl. Sozwiss., wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Absatz und Marketing der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Bearbeitung des Moduls Evaluation der Wirkungsprozesse/Haushaltspanel im Forschungsprojekt OSSENA.

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