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Friday, April 19, 2019
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Liquiditätspräferenz, endogenes Geld und Finanzmärkte
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Liquiditätspräferenz, endogenes Geld und Finanzmärkte

Keynes’ Zinstheorie in theoriegeschichtlicher und aktueller Perspektive

28 Seiten · 5,64 EUR
(März 2013)

 
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Aus der Einleitung:

Die am wenigsten überraschende Konsequenz der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrisen war die Wiederentdeckung der Wohltaten "keynesianischer" Budgetdefizite. Bereits seit den 1930er Jahren wurde von Wissenschaftlern oder Politikern zuweilen ein Deficit Spending gegen Krisentendenzen gefordert bzw. praktiziert, ohne dass daraus freilich stets eine Anerkennung von Keynes’ Theorie gefolgert werden durfte. Interessanter wäre vielmehr eine Rückbesinnung auf seine Zinstheorie gewesen: Die Sichtweise auf den Zins als "price which brings the demand for liquidity into equilibrium with the amount of liquidity available" hätte sich angeboten in einer Phase, in der Finanzintermediäre massiv von Illiquidität bedroht waren und eskalierende Zinssteigerungen nur durch eine nahezu grenzenlose Ausweitung des Zentralbankgeldangebots verhindert werden konnten. Es ist jedoch kein Zufall, dass die monetäre Seite der Keynesschen Lehre selbst in einer weltumspannenden Finanzkrise nicht erneute Aufmerksamkeit erregt (und statt dessen eher die Weitsicht eines Minsky gelobt wird). Die Liquiditätspräferenztheorie des Zinses wurde schon früh - gemessen an ihrem Anspruch, eine allgemeine Zinserklärung zu liefern - als "zu leicht" empfunden. Zudem untergrub die sich durchsetzende Erkenntnis, dass die Geldmenge wohl doch keine exogene geldpolitische Steuerungsvariable darstellt, das preistheoretische Fundament dieser Zinstheorie. Kaldor bezeichnete Keynes’ Geldmarktgleichung als "muddle", der den Weg zu Friedmans monetaristischer Irrlehre bereitet habe. Mit einer endogenen Geldmenge werde die Liquiditätspräferenztheorie unwichtig und uninteressant. Die wiederholten Krisen mangelnder Zahlungsfähigkeit von Banken geben Anlass, das Thema neu aufzugreifen. Abschnitt 2 schildert den theoriegeschichtlichen Hintergrund der Keynesschen Zinstheorie und geht kurz auf die Auseinandersetzung mit der Loanable-Funds-Theorie ein. Abschnitt 3 analysiert die Argumente zur Liquiditätsprämie des Geldes, die den fundamentalen Kern einer monetären, von den neoklassischen Argumenten Produktivität und Sparsamkeit abweichenden Zinserklärung bestimmen. Abschnitt 4 geht der Frage nach, wie die für die Liquiditätspräferenztheorie als entscheidend angesehene Annahme einer „gegebenen“ Geldmenge bei Keynes zu verstehen ist. Abschnitt 5 verfolgt diese Fragestellung weiter mit Blick auf die veränderte Praxis der Geldpolitik nach 1950. Abschnitt 6 skizziert die stabilitätsgefährdenden Entwicklungstendenzen des Bank- und Finanzsystems bei grundsätzlich elastischer Geldversorgung. Darauf folgt abschließend in Abschnitt 7 ein Plädoyer für eine Rückkehr zu quantitativen Beschränkungen des Bankgeschäfts, die damit auch zu einer Renaissance der Liquiditätspräferenztheorie des Zinses führen könnten.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Keynes General Theory nach 75 Jahren
Jürgen Kromphardt (Hg.):
Keynes General Theory nach 75 Jahren
the author
Prof. Dr. Peter Spahn
Peter Spahn

Institut für Volkswirtschaftslehre, Universität Hohenheim (Stuttgart).

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