sprache deutsch
sprache english
» Zum Merkzettel
0 Artikel
» Zum Warenkorb
0 Artikel - 0,00 EUR


Wednesday, September 18, 2019
 Startseite » Ökonomie  » Arbeit, Geld, Kapital, Produktion & Preise  » Einkommensverteilung & Gerechtigkeit 
Lohnspreizung und Effizienz
Downloadgröße:
ca. 381 kb

Lohnspreizung und Effizienz

23 Seiten · 3,92 EUR
(November 2008)

 
Ich bin mit den AGB, insbesondere Punkt 10 (ausschließlich private Nutzung, keine Weitergabe an Dritte), einverstanden und erkenne an, dass meine Bestellung nicht widerrufen werden kann.
 
 

Aus der Einleitung der Herausgeber:

Der Beitrag von Ekkehart Schlicht (München) liefert wesentliche Einsichten in die Funktionsweise des Arbeitsmarktes und damit gerade jener Institution, in der seit jeher Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler der verschiedensten Richtungen wirtschaftliche Macht angesiedelt haben. Schlicht widmet sich zunächst dem in vielen Ländern zu beobachtenden Problem der zunehmenden Überqualifikation von Beschäftigten für ihre jeweilige Tätigkeit. Aus traditioneller ökonomischer Perspektive ist das zeitgleiche Auftreten von Lohnspreizung und Überqualifikation nicht verständlich, denn zunehmende Lohnspreizung wäre ja als Folge zunehmender Verknappung qualifizierter Arbeitnehmer zu erwarten. Um dieses Phänomen theoretisch besser zu verstehen, wechselt Ekkehart Schlicht von der traditionellen Perspektive des Lohnwettbewerbs auf die Sicht des Arbeitsmarkts in der Theorie des Qualifikationswettbewerbs.

Mit Hilfe dieses Ansatzes lässt sich zwar das Phänomen zunehmender Überqualifikation, nicht jedoch die gleichzeitig stattfindende Lohnspreizung erklären. Hierzu bedient sich der Beitrag des Ansatzes von M.W. Reder, der auch als „Reder-Wettbewerb“ bezeichnet wird. Die zunehmende Lohnspreizung wird hier durch die Verschärfung des Selektionsproblems erklärt, und diese verschärfte Selektion macht es für die Arbeiter ihrerseits lohnender als zuvor, bessere Qualifikationen zu erwerben, weil sie damit die Chancen für eine (nicht notwendig qualifikationsadäquate) Beschäftigung erhöhen. Schlicht identifiziert den gleichzeitigen Trend von Lohnspreizung und Überqualifikation nicht nur als Defizit einer reinen knappheitsorientierten Sicht des Arbeitsmarkts als „Lohnwettbewerb“, sondern er betrachtet diese auch als eine gesamtwirtschaftliche Fehlentwicklung, die durch progressive Besteuerung, aber auch durch kollektive Lohnsetzung begrenzt werden kann. Abschließend betont er die Bedeutung von Gerechtigkeitsvorstellungen nicht nur im Bereich der Lohnbildung, sondern in der gesamten Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik. Die in der Realität vorherrschenden Lohnsetzungen werden eben nicht nur als ungerecht empfunden, sie sind vielmehr auch prinzipiell ineffizient. Eine gerechtigkeitsorientierte Behandlung von Entlohnungsfragen könnte daher auch volkswirtschaftlich effizienzfördernd sein. Schlichts Analyse von Lohnspreizung und Überqualifikation thematisiert zum einen den Arbeitsmarkt als Arena der Macht, zum anderen zeigt sie, dass als ungerecht empfundene Macht bei der Setzung von Löhnen effizienzmindernd sein kann.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Macht oder ökonomisches Gesetz?
Johannes Berger, Hans G. Nutzinger (Hg.):
Macht oder ökonomisches Gesetz?
the author
Prof. Dr. Ekkehart Schlicht
Ekkehart Schlicht

Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Arbeitsschwerpunkte: Arbeitsmarkttheorie, Institutionenökonomik.

[weitere Titel]