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Sunday, September 15, 2019
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Macht oder ökonomisches Gesetz: die falsche Alternative
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Macht oder ökonomisches Gesetz: die falsche Alternative

Einige Beispiele zur Verdeutlichung des Zusammenhangs zwischen Marktunvollkommenheiten, Verteilung und Macht

26 Seiten · 4,23 EUR
(November 2008)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Im letzten Beitrag des Bandes präsentiert Thomas Ziesemer (Maastricht) „Einige Beispiele zur Verdeutlichung des Zusammenhangs zwischen Marktunvollkommenheiten, Verteilung und Macht“. Anhand der von ihm untersuchten Fälle zeigt er anschaulich, dass der Markt nicht alle Probleme zu lösen vermag, und fragt daran anschließend, ob der Staat das dann besser kann. Selbst wenn der Staat die richtigen korrektiven Maßnahmen ergriffe, müsste immer noch geprüft werden, ob die Kosten der Korrektur selbst nicht etwa höher sind als der entstehende Nutzen einer verbesserten Allokation der Produktionsfaktoren. Die Bestimmung dieser Kosten und Erträge ist im konkreten Fall recht schwierig; ein möglicher Hinweis darauf sind die Kosten, die für den Lobbyismus aufgewendet werden. Aber selbst wenn beide Bedingungen (Möglichkeit und Vorteilhaftigkeit einer staatlichen Korrektur) gegeben sind, bedarf es immer noch des politischen Willens. Nach Ziesemers Analyse kann der mangelnde politische Wille des Staates oftmals auf Verteilungsprobleme zurückgeführt werden, und die Fragen von Effizienz und Ineffizienz einer Allokation und den Möglichkeiten ihrer Veränderung sind dann eng mit Verteilungskonflikten verknüpft. Entsprechend seinem Untersuchungsziel verwendet der Verfasser „Macht“ in den meisten Fällen als gleichbedeutend mit „Staatsmacht“, aber er beleuchtet in einem Beispiel auch das Problem der „Monopolmacht“. Referenzpunkt ist bei ihm nicht unbedingt die allgemeine Gleichgewichtstheorie, denn er spricht von „freiem Markt“ auch in solchen Fällen, in denen dieser monopolistisch organisiert ist. Die Konstellation „Macht gegen ökonomisches Gesetz“ wird am Beispiel der Vergabe von Eigentumsrechten erörtert, und der Verfasser kommt zu dem wenig überraschenden Ergebnis, dass bei der Verteilung von Eigentumsrechten derjenige gewinnt, dessen Interessen beim Staat besser vertreten sind und der daher in der Wohlfahrtsfunktion des Staates ein höheres Gewicht besitzt, weil ja eben dieser Staat nach Auffassung des Autors die grundlegenden Verteilungskonflikte um Eigentumsrechte entscheidet. Kritisch wendet er sich sodann der oftmals vertretenen Auffassung zu, dass der internationale Handel bestehende Monopole in Frage stellt. Gilt also: „Ökonomisches Gesetz gegen Monopolmacht?“ Zur Beantwortung dieser Frage ist es besonders wichtig, empirisch zu untersuchen, ob nationale Regierungen nach Einführung einer Handelsliberalisierung zu einer mehr oder weniger strengen Wettbewerbspolitik übergehen. Zu Recht wird hier auf den Zusammenhang zwischen der Persistenz von pareto-inferioren Konstellationen und den damit verknüpften Verteilungspositionen hingewiesen, die den politischen Widerstand gegen pareto-verbessernde Änderungen erklären, eben weil davon gut positionierte Verteilungsinteressen berührt sind. Die Beispiele machen deutlich, dass sowohl staatliches Handeln als auch das Geschehen auf Märkten machtdurchsetzt sind. Eine befriedigende Analyse von Macht müsste die Interaktion zwischen Wirtschaft und Politik stärker in den Blick nehmen, als dies gewöhnlich in den Analysen der Standardökonomik geschieht.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Macht oder ökonomisches Gesetz?
Johannes Berger, Hans G. Nutzinger (Hg.):
Macht oder ökonomisches Gesetz?
the author
PD Dr. Thomas Ziesemer
Thomas Ziesemer

Maastricht Economic Research Institute of Innovation and Technology an der Universität Maastricht. Arbeitsgebiete: Internationale, Entwicklungs- und Umweltökonomie

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