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Friday, August 23, 2019
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Makroökonomik mit ungültigen Definitionsgleichungen
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Makroökonomik mit ungültigen Definitionsgleichungen

19 Seiten · 4,61 EUR
(Juni 2011)

 
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Aus der Einleitung:

Woher rührt die Geringschätzung der Makro-Definitionsgleichungen? M. E. hat die verfehlte Geringschätzung zweierlei Wurzeln: 1. Definitionsgleichungen "enthalten keine Störgrößen", und angeblich sind ihre Koeffizienten lt. Ökonometrie-Lehrbuch bekannt.

2. Man unterstellt, daß sie richtig aufgeschrieben und empirisch gültig sind. Beide Thesen bedürfen der Erläuterung. Zu 1.: Ökonometrische Schätz- und Testmethoden setzen bei einer additiven oder multiplikativen Zufallsvariablen (mit bestimmten stochastischen Eigenschaften) an, die Verhaltens-, Technologie- oder Institutionengleichungen eigen sind. Sie folgen aus erkenntnistheoretischem oder auch aus ontologischem Indeterminismus. Ökonometrisch-methodisch, beinahe könnte man »handwerklich« sagen, sind Gleichungen ohne Störgrößen von minderem Rang.

Zu 2.: Arbeitserfahrene Ökonometriker wissen um eine potentielle Adäquationsdistanz zwischen Definitionen der makroökonomischen Wirtschaftstheorie und scheinbar äquivalenten Definitionsgleichungen in makroökonometrischen Modellen. Sie sind sich darüber im Klaren, daß man mit Daten und definitorischen Verknüpfungen, insbesondere der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Fehler der Variablen und der Spezifikation "erbt". Ökonometriker ohne nennenswerte Arbeitserfahrung mit Mehrgleichungsmodellen betrachten Definitionsgleichungen dagegen ? anknüpfend an Denkfiguren der klassischen Philosophie (etwa Wilhelm von Ockham, 1288?1347, oder Rudolf Carnap, 1891?1970) ? per se als wahr und richtig, als formale und konventionelle »Schließmechanismen « zu den wirtschaftstheoretisch konzipierten Makromodellen und als bloße »Identitätsbeziehungen«.

Im Gegensatz dazu müssen auch bei den Definitionen der Makromodelle »Überlegungen zum Adäquations- und Fehlerbegriff« angestellt werden, die später exemplarisch zur Sprache kommen. Wissenschaftslogisch wird die Problematik gelegentlich mit Blick auf Nominal- und Realdefinitionen behandelt. Realdefinitionen ? darum geht es hier ? sind »solche Definitionen, die nicht in das Belieben des Definierenden gestellt sind, da sie eine Aussage über Eigenschaften eines Gegenstandes oder Sachverhaltes machen.« Sie hätten den gleichen Status wie empirische Hypothesen und müßten in wissenschaftlichen Arbeiten mit entwickelt werden. Gegen den Vorwurf des »Wegdefinierens« vor allem hätten sie sich an der Realität des bezeichneten Phänomens zu bewähren.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
the author
Prof. em. Dr. Adolf Wagner
Adolf Wagner

Universitätsprofessor Leipzig u. a. O. (mit Lehraufträgen der TU Chemnitz und der Juristischen Fakultät der Universität Tübingen), Mitarbeit im Ausschuß für "Evolutorische Ökonomik" des Vereins für Socialpolitik (seit Gründung), Mitherausgeber der "Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik" (seit 1983). Zuvor Professor an der Fachhochschule Reutlingen und den Universitäten Marburg, Tübingen und Leipzig.

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