sprache deutsch
sprache english
» Zum Merkzettel
0 Artikel
» Zum Warenkorb
0 Artikel - 0,00 EUR


 Startseite » Ökonomie  » Arbeit, Geld, Kapital, Produktion & Preise  » Einkommensverteilung & Gerechtigkeit 

Managerentlohnung und die Reformbereitschaft der Bevölkerung

Ein Beitrag zur politischen Ökonomie sozialer Präferenzen

"Hochschulschriften"  · Band 126

290 Seiten ·  38,00 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-708-7 (September 2008 )

 
lieferbar sofort lieferbar

 
 

Die Höhe der Managergehälter widerspricht dem Gerechtigkeitsempfinden großer Teile der Bevölkerung. Zur gleichen Zeit hängt die Reformfähigkeit auf nationaler und betrieblicher Ebene von der Bereitschaft zu eigenen Zugeständnissen gerade dieser Teile der Bevölkerung ab.

Nils Hesse untersucht, inwiefern Wechselwirkungen zwischen den beiden Beobachtungen bestehen. Zentrale Frage ist, ob gewinnmaximierende Unternehmenseigner den Einfluss der wahrgenommenen Managerlöhne auf die öffentliche Reformbereitschaft bei der Entlohnung ihrer Spitzenmanager berücksichtigen sollten. Der Autor nutzt zur Beantwortung dieser Frage unter anderem das Instrumentarium der Politischen Ökonomie, der Verhaltensökonomik, der Prinzipal-Agenten Theorie und der Experimentellen Wirtschaftsforschung und greift auf Umfrageergebnisse des SOEP zurück.

Wie sich zeigt, hat die Wahrnehmung der Managerlöhne Einfluss auf die politische Reformbereitschaft bzw. das Wahlverhalten, auf die Streikbereitschaft von Gewerkschaftsmitgliedern und nicht zuletzt potentiellen Einfluss auf die Einsatzbereitschaft am Arbeitsplatz. Für eine anreizoptimale und angemessene Managerentlohnung sind daher bei deren Bestimmung auch die verhaltensrelevanten Auswirkungen der sozialen Präferenzen der Bevölkerung zu berücksichtigen.

ZPol HR 2.331; NR 2.35

"Zeitungskommentare und Sonntagsredner weisen seit Jahren auf einen negativen Zusammenhang zwischen der Gehaltshöhe von Topmanagern und der Unterstützung schmerzhafter Reformen in der Bevölkerung hin. Wissenschaftlich erwiesen ist dies bisher nicht. In der betriebswirtschaftlichen Literatur spielt die Außenwirkung von Gehaltsabschlüssen kaum eine Rolle. Der Autor erweitert die Theorien der politischen Ökonomie deshalb um soziale Präferenzen und weist auf der Basis einer gesellschaftlichen Momentaufnahme in Form von Umfragedaten des Sozio-ökonomischen Panels sowie eines Experiments ("Geschenk-Austausch-Spiel") negative Korrelationen zwischen Managerentlohnung und Reformbereitschaft auf betrieblicher und gesamtgesellschaftlicher Ebene nach. Hesse zeigt, dass die für ein Unternehmen optimale Managerentlohnung aufgrund der Sanktionsmöglichkeiten der Arbeitnehmer (Konsumentscheidungen, Wahlen, Lohnverhandlungen, Arbeitseinsatz) auch von deren Gerechtigkeitsempfinden abhängt. Er folgt dabei aber keinen normativen Argumentationen, sondern weist auf Defizite der klassischen Wirtschaftstheorien hin.

So hat nicht jede Reform zwangsläufig eine ungerechte Umverteilung zur Folge. "Genau so wenig wie Verfechter einer hohen und anreizorientierten Entlohnung beweisen können, dass hohe Managerlöhne wirksam den Shareholder Value erhöhen, kann die verhaltensrelevante Auswirkung von Managerlöhnen exakt bestimmt werden" (253). Hesse beschließt seine Arbeit mit konkreten Handlungsempfehlungen. Der Staat könne mittels Gehälterdeckelungen nur wenig ausrichten. Als Beleg führt er Bill Clintons "1 Mio. $ Cap" an. Ob Kodizes und Selbstverpflichtungen der Wirtschaft ausreichen werden, um empörte Bürger zu beruhigen, wie der Autor vorschlägt, darf freilich bezweifelt werden. Insgesamt liefert Hesse einen angenehm unaufgeregten Beitrag zu einer hitzig geführten Debatte.




the author
Dr. Nils Hesse
Nils Hesse geboren 1978, studierte Betriebswirtschaft in Frankfurt und Volkswirtschaftslehre und Politik in Freiburg. In seinen Abschlussarbeiteten beschäftigte er sich mit der öffentlichen Reformbereitschaft Deutschlands. Nach einer Tätigkeit im Deutschen Bundestag arbeitet er heute als Referent für Verbraucherpolitik beim Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI). [weitere Titel]
dem Verlag bekannte Rezensionen
  • "Insgesamt liefert Hesse einen angenehm unaufgeregten Beitrag zu einer hitzig geführten Debatte." ...
    ZPol HR 2.331; NR 2.35 mehr...
das könnte Sie auch interessieren