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Marktmacht und Wettbewerb - Zu einer wertschöpfungsbasierten Re-Formulierung beider Konzeptionen
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Marktmacht und Wettbewerb - Zu einer wertschöpfungsbasierten Re-Formulierung beider Konzeptionen

26 Seiten · 4,30 EUR
(März 2008)

 
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Aus der Einleitung:

Wenn sich Ökonomen mit dem Phänomen der Macht beschäftigen, dann begreifen sie es vornehmlich als Marktmacht (manchmal auch Marktbeherrschung genannt). Unter Marktmacht wird dabei die Fähigkeit eines Unternehmens oder einer Unternehmensgruppe verstanden, Preise (nicht nur vorübergehend) gewinnbringend oberhalb des Niveaus zu setzen, das sich bei wirksamem Wettbewerb ergeben würde.

Der Marktmacht- und der Wettbewerbsbegriff sind reziprok aufeinander bezogen: Wettbewerb impliziert die Abwesenheit von Marktmacht und Marktmacht impliziert die Abwesenheit oder zumindest eine Beschränkung des Wettbewerbs. In diesem Beitrag wird der Zusammenhang zwischen Wettbewerb und Marktmacht näher untersucht. Er beschäftigt sich mit den folgenden Fragen:

? Wie sieht das Standardmodell des Wettbewerbs aus? (2. Kapitel)

? Wie kann Marktmacht identifiziert und gemessen werden? (3. Kapitel)

? Welches sind die Quellen von Marktmacht? (4. Kapitel)

? Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Mehrwert (added value, Marginalprodukt), der durch die Beteiligung einer Person oder eines Unternehmens am Marktgeschehen entsteht, und der Macht dieser Person oder dieses Unternehmens? (5. Kapitel)

Während das 4. Kapitel einen kurzen Überblick über ökonomische Faktoren liefert, die traditionell als Quellen von Marktmacht gelten, wird im 5. Kapitel im Anschluss an Makowski/Ostroy (2001) eine neuartige Quelle identifiziert ? der Mehrwert eines wirtschaftlichen Akteurs. Die zentrale These lautet dabei: These: Wer keinen Mehrwert generiert, hat keine Macht. Die Folge davon ist, dass sein Gewinn aus der Beteiligung am Marktgeschehen Null wird. Nur der, der Mehrwert generiert, hat Macht, und sein Gewinn aus der Beteiligung am Marktgeschehen positiv sein kann; aber dieser Gewinn kann niemals seinen Mehrwert übersteigen. Diese Einsicht legt eine Re-Formulierung des Konzepts vollkommenen Wettbewerbs nahe, die zu einer aufregenden Schlussfolgerung führt:

Folgerung: Die machtlose Ökonomie (siehe dazu den Beitrag von Weise) ? eine Ökonomie, in der alle Märkte vollkommen (perfekt) wettbewerblich sind ? ist nicht machtlos. Akteure im vollkommenen oder perfekten Wettbewerb verfügen über Macht in dem Maße, wie ihre Beteiligung am Marktgeschehen das Wohlfahrtsniveau der anderen beeinflusst.

Es wird die Vermutung geäußert, dass sich auf dieses mehrwertfokussierte Machtkonzept alle Machtphänomene einer Gesellschaft, also nicht nur Marktmacht, zurückführen lassen. Auch das, was in der Standardökonomik als Marktmacht bezeichnet wird, beruht auf dem Mehrwert des Mächtigen. Ein mehrwertbasiertes Machtkonzept ist deshalb das allgemeinere Konzept.

Im letzten Kapitel (6. Kapitel) werden einige Konsequenzen aus der neuartigen Konzeptionalisierung des Zusammenhangs von Macht und Wettbewerb dargelegt.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Macht in der Ökonomie
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Macht in der Ökonomie
the author
Prof. Dr. Dieter Schmidtchen
Dieter Schmidtchen

Professor für Nationalökonomie, insbes. Wirtschaftspolitik, Managerial Economics, an der Universität Saarbrücken. Arbeitsschwerpunkte: Neue Politische Ökonomie, Ökonomische Analyse des Rechts, Wettbewerbstheorie und Wettbewerbspolitik.

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