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Samstag, 17. November 2018
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Marktwirtschaft und Gerechtigkeit – Zu F.A. Hayeks Kritik am Konzept der „sozialen Gerechtigkeit“
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Marktwirtschaft und Gerechtigkeit – Zu F.A. Hayeks Kritik am Konzept der „sozialen Gerechtigkeit“

31 Seiten · 4,68 EUR
(März 2006)

 
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Aus der Einleitung des Beitrags:

„Mehr als zehn Jahre lang habe ich mich intensiv damit befasst, den Sinn des Begriffes ‚soziale Gerechtigkeit‘ herauszufinden. Der Versuch ist gescheitert; oder besser gesagt, ich bin zu dem Schluss gelangt, dass für eine Gesellschaft freier Menschen dieses Wort überhaupt keinen Sinn hat“ (Hayek 1977). Mit diesen Worten kommentiert Hayek seine Kritik am – wie er es nennt – „Trugbild der sozialen Gerechtigkeit“, die er im 2. Teil seiner Trilogie „Recht, Gesetz und Freiheit“ vorgetragen hat.

In seiner Kritik am gängigen Gebrauch der Formel von der „sozialen Gerechtigkeit“ weist Hayek vor allem darauf hin, dass die Vorstellung von „sozialer Gerechtigkeit“ als Verteilungsgerechtigkeit mit einer Marktwirtschaft grundsätzlich unvereinbar ist (Hayek 2004a, S. 191; 2004b, S. 198; 2003a, S. 214). Die „Forderung nach ‚sozialer Gerechtigkeit‘ in einer Marktwirtschaft“, so stellt er fest, werfe zwei Fragen auf, die beide mit einem klaren nein zu beantworten seien, nämlich, erstens, „ob in einer Marktwirtschaft der Begriff ‚soziale Gerechtigkeit‘ irgendeinen Sinn oder Inhalt hat“, und, zweitens, „ob sich eine marktliche Ordnung aufrechterhalten lässt, wenn ihr (im Namen der ‚sozialen Gerech¬tigkeit‘ […]) ein Entlohnungsschema vorgeschrieben wird, das auf der Beurteilung der Leistung oder der Bedürfnisse verschiedener Personen oder Gruppen durch eine Instanz beruht, die die Macht hat, diese auch durchzusetzen“ (Hayek 2003a, S. 218 f.; vgl. Hayek 2002d, S. 183).

Die beachtliche Aufmerksamkeit, die Hayeks Kritik am Konzept der sozialen Gerechtigkeit in der sozialwissenschaftlichen Literatur gefunden hat, konzentriert sich zumeist auf die in den oben zitierten Formulierungen zum Ausdruck kommende Ablehnung der Vorstellung von sozialer Gerechtigkeit im Sinne von Verteilungsgerechtigkeit. Der „positiven“ Kehrseite seiner Analyse, nämlich seinen Argumenten zu einer der Marktwirtschaft angemessenen Gerechtigkeitsvorstellung, wurde dagegen deutlich weniger Beachtung geschenkt. Anliegen des vorliegenden Beitrages ist es, eben diese Argumente Hayeks etwas näher in Augenschein zu nehmen und sie mit Argumenten zu verknüpfen, die die – mit dem Ansatz Hayeks kompatible und sie ergänzende – konstitutionelle Ökonomik von James M. Buchanan nahe legt.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Soziale Sicherung in Marktgesellschaften
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Soziale Sicherung in Marktgesellschaften
Der Autor
Prof. Dr. Viktor J. Vanberg
Viktor J. Vanberg

Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg und Direktor des Walter Eucken Instituts, Freiburg i.Br.. Arbeitsschwerpunkte: Ordnungsökonomik und Ordnungspolitik.

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