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Marx und Keynes: Ist die Werttheorie notwendig, entbehrlich oder gar schädlich?
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Marx und Keynes: Ist die Werttheorie notwendig, entbehrlich oder gar schädlich?

46 Seiten · 7,04 EUR
(07. Februar 2019)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Bertram Schefold betont, dass trotz der Abneigung von Keynes gegenüber Marx, da dessen revolutionäre Seite den liberalen Ideen von Keynes entgegenstand, gleichwohl einige Gemeinsamkeiten existieren. Diese bestehen in der Kritik an der Auffassung, es bestehe eine Tendenz des kapitalistischen Systems zur Herstellung eines harmonischen Zustands, wobei Marx stärker Verteilungsungerechtigkeiten hervorgehoben habe, während für Keynes die Arbeitslosigkeit das zentrale Problem war. Zudem lassen sich in der Marxschen Theorie eine Reihe von Argumenten finden, die die Bedeutung der effektiven Nachfrage betonen. So stimmten Marx und Keynes in ihrer Kritik des Sayschen Gesetzes in wesentlichen Punkten überein.

Der zentrale Unterschied liegt gemäß Schefold darin, dass für Marx die Werttheorie essentiell ist, während Keynes die für ihn zentrale Theorie der effektiven Nachfrage ohne Rekurs auf eine bestimmte Werttheorie entwickelt habe. Wichtig seien vielmehr die Marktpreise und die Geldtheorie. Die Verteilung, die Bestimmung des Reallohns, hängen dann jedoch theoretisch in der Luft. Da die Werttheorie bei Keynes letztlich nur eine marshallianische sein könne, würde der keynesianische Ansatz derselben kapitaltheoretischen Kritik von Sraffa u.a. anheimfallen wie die neoklassische Grenzproduktivitätstheorie.

Im Jubiläumsjahr des 200. Geburtstages von Karl Marx konzentriert sich Schefold im Kern seines Beitrags auf die Marxsche Werttheorie, insbesondere einen neuen Lösungsversuch zum sogenannten Transformationsproblem der Warenwerte in Produktionspreise. Die Antwort von Schefold, die der Verfasser auch schon an anderen Stellen vorgetragen hat, hier aber um den mathematischen Formelapparat erweitert, ist stark durch den empirischen Rekurs auf Input/Output-Systeme geprägt. Reale Input/Output-Systeme mit vielen Produktionssektoren spiegeln die Eigenschaften großer Zufallssysteme wider. Dies impliziere, dass asymptotisch die Profitsumme gleich der Mehrwertsumme sei. Die "Durchschnittsindustrie", auf die Marx in seiner Behandlung des Transformationsproblems wiederholt zurückgreift, sei ein gewöhnlicher arithmetischer Durchschnitt. Unter der Voraussetzung der kapitalistischen Produktion als eines Zufallssystems lassen sich daher, gemäß Schefold, Kernaussagen, die Marx im Kapital treffe, nachvollziehen. Man könne daher Ausbeutung und die Marxsche Arbeitswertlehre als eine Interpretationsmöglichkeit gelten lassen.

Im Gegensatz zu vielen (Post-) Keynesianern, die Unsicherheit (über-)betonen, mit der Konsequenz der Unvereinbarkeit der keynesianischen Theorie der effektiven Nachfrage mit der klassischen Produktionstheorie, möchte Schefold den Versuch einer Synthese und damit die Lösung des "Triestproblems" nicht aufgeben.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Arbeit und Beschäftigung – Keynes und Marx
Harald Hagemann, Jürgen Kromphardt, Bedia Sahin (Hg.):
Arbeit und Beschäftigung – Keynes und Marx
the author
Prof. Dr. Dres. h.c. Bertram Schefold
Bertram Schefold

Wirtschaftswissenschaftlicher Fachbereich der Universität Frankfurt am Main. Ehrenpräsident der European Society for the History of Econmic Thought. Mitherausgeber mehrere Fachzeitschriften und geschäftsführender Herausgeber der "Klassiker der Nationalökonomie".

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