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Sonntag, 16. Dezember 2018
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Max Weber und Rational Choice

Habilitationsschrift

576 Seiten ·  44,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 3-89518-321-0 (Dezember 2000 )

Fadenheftung, Personen- und Sachregister

 
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Das Buch will die Prolegomena zum »analytischen Weberianismus« bieten - die Interpretation des Werks von Max Weber vom Standpunkt des Rational Choice Ansatzes (RCA), die den »analytischen Marxismus« der achtziger Jahren zum Präzedenzfall und als methodisches Vorbild hat. Der Autor untersucht das Anregungspotenzial von Webers Konzept der Sozialökonomik, der situationslogischen Methode (»verstehenden Soziologie«), seine handlungs- und rationalitätstheoretischen Einsichten für die gegenwärtigen Diskussionen um die Wege der Wiederannäherung der Ökonomie und Soziologie, um die Strategien der Überwindung der »Anomalien« und der »Pathologien« des RCA. Die Analyse von Webers Wissenschaftsprogrammatik führt zur Unterscheidung von zwei Versionen seiner »verstehenden Soziologie«, von welchen die frühere als die Antizipation der situationslogischen Methode von Karl Popper wie auch mancher gegenwärtigen Versionen des RCA betrachtet wird. Das substantielle Werk von Weber wird als dasjenige eines »altinstitutionalistischen« Wirtschaftshistorikers dargestellt, der die Genese der psychologischen, institutionellen und kulturellen Randbedingungen der empirischen Relevanz der neoklassischen »Utopie« des Systems der perfekten Märkte bzw. der Rationalisierung des wirtschaftlichen Handelns untersuchte. Norkus bietet die Rekonstruktion von Webers »zentralen Thema« an, in welcher Webers analytische, historisch-genetisch erklärende und prognostische Fragestellungen wie auch die Antworten systematisch unterschieden und beurteilt werden. Im Anschluss an die neuesten Bemühungen um den »Brückenschlag« zwischen der alten und der neuen Institutionenökonomik bzw. der institutionellen Wirtschaftsgeschichte wird die Frage erörtert, ob und wie diese Fragestellungen im Bezugsrahmen des RCA endogenisiert werden können, indem die Handlungsrationalität nicht nur als die Annahme, sondern auch als die abhängige Variable behandelt wird.

Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 2/2004, S. 359-362 ()

"Max Weber ist ein Klassiker, sein Werk offenbart immer wieder eine beeindruckende Substanz und stellt einen nahezu unerschöpflichen Fundus dar - und er ist ein schwieriger Autor. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass sich mit der Sekundärliteratur zu Weber ganze Bibliotheken füllen lassen. Die Qualität dieser Produkte ist allerdings sehr unterschiedlich. Der Rezensent hat jedenfalls mit wenigen Ausnahmen die Erfahrung gemacht, dass die Zeit, die man benötigt, um ein Buch über Weber zu lesen, besser genutzt wird, wenn man sie für eine weitere Vertiefung in das Werk Webers selber verwendet.

Das gilt jedoch nicht für das Buch des litauischen Sozialwissenschaftlers Zenonas Norkus. Seine Arbeit zu Max Weber vereinigt erstaunliche Qualitäten. Sie orientiert sich trotz ihres Umfangs von fast 600 Seiten konsequent an einer durchgehenden Fragestellung, was ihr Struktur gibt und ein nachvollziehbares Erkenntnisinteresse formuliert: ob und inwieweit Weber als genuiner Vorläufer des Rational Choice Ansatzes betrachtet werden kann. Das Buch verkörpert außerdem ein profundes Wissen über das Werk Webers in allen seinen Verästelungen. Norkus gelingen dabei innovative und weiterführende Interpretationen von Webers Auffassungen, ohne die eigene Sichtweise übermäßig in seinen Gegenstand zu projizieren - ein Kardinalfehler so mancher anderer angesehener 'Weberkenner', mit deren Einschätzungen Norkus teilweise wohltuend aufräumt. Das Buch von Norkus ist also viel mehr als ein ausgezeichnetes Buch über Max Weber, was es zweifellos auch ist. Und es ist trotz seines enormen Umfangs nicht zu lang und nie langweilig sowie in einer klaren und präzisen Sprache geschrieben. Norkus hat sich intensiv mit einem 'Meisterdenker' beschäftigt - es ist ihm dabei selber ein Meisterwerk gelungen!"..

Das Buch ist eine bewundernswerte Leistung. Norkus verbindet seine beeindruckende Kompetenz als Weber Experte mit einer fundierten Kenntnis des gegenwärtigen Forschungsstandes in der Soziologie. Dem Leser werden deshalb nicht nur originelle und weiterführende Perspektiven auf das Werk Webers vermittelt, sondern er wird auch mit einer Fülle von ebenso interessanten Überlegungen zu der aktuellen soziologischen Theoriebildung konfrontiert." ...


dem Verlag bekannte Rezensionen
  • Neue ZürcherZeitung, 2./3. Juni 2001, S. 82
  • Organization, Anfang 2004
  • "Norkus hat sich intensiv mit einem 'Meisterdenker' beschäftigt - es ist ihm dabei selber ein Meisterwerk gelungen!" ...
    Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 2/2004, S. 359-362 mehr...
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