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Tuesday, July 23, 2019
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Nach der New Economy
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Nach der New Economy

Auf der Suche nach einem neuen Wachstumsregime

20 Seiten · 3,09 EUR
(Februar 2010)

 
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Aus der Einleitung:

Was noch bis vor kurzem als letzter Schrei durch die Medien ging und schnell Eingang in die Sozialwissenschaften fand, gilt heute als luftige Phantasie, die kein ernsthafter Akademiker zugibt, je geteilt zu haben. Der Gegenstand New Economy der 1990er Jahre gehört jetzt den Wirtschaftshistorikern oder auch Wissenssoziologen, jedenfalls all denen, die daran interessiert sind, mehr über den Zyklus von Aufstieg und Niedergang ganzer Branchen, Beschäftigungsfelder sowie sozialer und politischer Leitbilder zu erfahren. In vielerlei Hinsicht ist das gut so. Die lawinenhaft daherkommende Literatur über die New Economy, die Informationsgesellschaft, die Knowledge Economy oder wie die einschlägigen buzzwords auch lauteten, hat zwar eindrucksvoll die thematische Reaktionsbereitschaft der Sozialwissenschaften demonstriert, aber zur gleichen Zeit auch Zeugnis über deren analytische Unreife abgelegt. Dem Geruch des schnellen Geldes und nur Moden folgend waren sicherlich all die Beiträge im Umfeld der Business School-Literatur, die von Management-und Consultingpäpsten ausgespeit wurden und wenig bis nichts zur Aufhellung der sozialen, politischen und ökonomischen Implikationen der technologischen Umwälzungen beitrugen. Während diese Beiträge vor lautem Jubel über die segensreichen Wirkungen der Einzug haltenden Informations- und Kommunikationstechnologien vergaßen, die einfachsten Nachfragen zu stellen oder gar etwas tiefer zu schürfen, so zeichnete sich ein anderer Typus von New Economy-Literatur durch eine derart kritische Haltung aus, dass über alle berechtigte Abneigung gegenüber einer vorbehaltlosen Technikbegeisterung vergessen wurde, die Unterströmungen der Umstrukturierungsprozesse ernsthaft in Augenschein zu nehmen.

Ich werde in diesem Beitrag zu zeigen versuchen, dass die seit geraumer Zeit vorhandenen und in den Akkumulationsprozess der entwickelten kapitalistischen Marktwirtschaften eingespeisten Informations- und Kommunikationstechnologien (IuKT) seit Anfang der 1990er Jahre nachweisbare ökonomische Wirkungen zeitigten und tiefgreifende ökonomische, soziale, politische und kulturelle Umstrukturierungsprozesse in Gang setzten. Diese Prozesse führten in keinem Falle zu einem neuen oder gar zu einem stabilen Wachstumsregime, das einen langen Aufschwung tragen hätte können. Sie lösten freilich gesellschaftliche Suchprozesse nach institutionellen und sozio-ökonomischen Konstellationen aus, die in einigen Fällen erfolgreicher waren als in anderen. Aufbauend auf der analytischen Beschreibung dieser Suchprozesse werde ich versuchen, eine vergleichende Zustandsbeschreibung der IuKT-Impulse auszubreiten, die die nach wie vor bestehende Divergenz nationaler Wachstumsregime unterstreicht.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Wissensökonomie und Innovation
Manfred Moldaschl, Nico Stehr (Hg.):
Wissensökonomie und Innovation
the author
Prof. Dr. Kurt Hübner
Kurt Hübner

Chair for German and European Studies an der University of British Columbia in Vancouver, Kanada. Direktor des Institute for European Studies. Arbeitsschwerpunkte: Prozesse europäischer Integration, die Rolle des Euro im globalen Währungsgeschehen sowie Innovationspolitiken im Rahmen globaler Nachhaltigkeitsanstrengungen. Gegenwärtiger Forschungsschwerpunkt: globaler Währungsbeziehungen sowie die komparative Analyse ‚grüner‘ Akkumulationsregime.