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Monday, June 17, 2019
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"Nachhaltige Chemie" - ein Blick zurück, ein Blick voraus

8 Seiten · 2,54 EUR
(Januar 2007)

 
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Aus der Einleitung:

Ja, es gab mal eine breite öffentliche Chemie-Diskussion, die auch als solche thematisch identifiziert werden konnte. Den Beginn kann man für Deutschland auf 1978 lokalisieren, als Koch/Vahrenholt den Bestseller ?Serveso ist überall? veröffentlichten. Neben großer, aber folgenloser Empörung von Seiten der Chemie-Industrie hatte das Buch vor allem einen Effekt: die Chemie-Industrie oben auf die Tagesordnung der Umweltpolitik zu setzen. Das Ozon-Loch und die verursachenden FCKWs wurden in den Augen vieler Kommentatoren zum Sinnbild der schleichenden Gefahren einer Industrie: geblendet vom Nutzen des technischen Fortschritt; vergessen wir die negativen Folgewirkungen ? bis es zu spät ist. Dieser ?Ritt auf dem Tiger? erhielt eine neue Dimension als die Entsorgungsprobleme etwa Mitte der achtziger Jahre deutlich wurden. Verursacht oder auch nur beschleunigt durch die Umweltgesetzgebung, die nach den Emissionen nun auch den Abfallbereich regelte, wurde ein drastischer Engpass bei Sonderabfalldeponien und -verbrennungsanlagen deutlich. Je nach Standpunkt der Kombattanten befürchtete oder erhoffte man, die ?gefährlichen Teile? der Chemie würde quasi ?von hinten? stillgelegt. Als sich dieser Bereich der Entsorgung entspannte, begann die ?Schlacht um?s Chlor?. Nachdem die Kernenergie (zivil wie militärisch) offenbar Angst und Zivilisationskritik nicht mehr bündeln konnte, wurde das Chloratom ? insbesondere als chlorierte Kohlenwasserstoffe und auch in PVC ? unter den Generalverdacht gestellt, für das ?Übel dieser Welt? verantwortlich zu sein. Gewiss ist diese Formulierung etwas polemisch, aber die symbolische ? um nicht zu sagen mythologische ? Bedeutung in diesen Kontroversen sollte man nicht unterschätzen. Denn es ging weniger um wissenschaftliche Kosten-Nutzen-Abschätzungen als um politische Wertkonflikte ? die aber in den öffentlichen Auseinandersetzungen oft wenig transparent wurden. Danach, also etwa Mitte der neunziger Jahre wurde es um die Chemie bemerkenswert ruhig. Heute muss Greenpeace schon auf Baby-Beiß-Ringe zurückgreifen, um noch einen Erfolg gegen PVC zu erzielen ?


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Nachhaltige Chemie
Michael Angrick, Klaus Kümmerer, Lothar Meinzer (Hg.):
Nachhaltige Chemie
the author
Prof. Dr. Ulrich Steger

holds the Alcan Chair of Environmental Management at IMD and is Director of IMD's research project on Corporate Sustainability Management, CSM. He is Director of Building High Performance Boards and other major partnership programs. E.g. DaimlerChrysler& Allianz Excellence Program. He is also a member of the supervisory and advisory boards of several major companies and organizations. He was a member of the Managing Board of Volkswagen, in charge of environment and traffic matters and, in particular, the implementation of an environmental strategy within the VW group worldwide. Before becoming involved in management education, he was active in German politics. He was Minister of Economics and Technology in the State of Hesse with particular responsibility for transport, traffic and energy. Before that, he was a member of the German Bundestag, specializing in energy, technology, industry, and foreign trade issues. Previously, Professor Steger was a full professor at the European Business School, a Guest Professor at St. Gallen University and a Fellow at Harvard University.