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Sunday, August 25, 2019
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Nachhaltige Chemiepolitik am Beispiel des Einsatzes von Organozinnverbindungen in der Schifffahrt
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Nachhaltige Chemiepolitik am Beispiel des Einsatzes von Organozinnverbindungen in der Schifffahrt

12 Seiten · 3,07 EUR
(Januar 2007)

 
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Aus der Einleitung:

Makrobewuchs stellt für zahlreiche technische Anwendungen in Binnengewässern und vor allem im marinen Bereich ein enormes Problem dar. Makrobewuchs auf Schiffsrümpfen kann das Gewicht und den Reibungswiderstand bis zur Manövrierunfähigkeit erhöhen. Bewuchs in industriellen Bereichen wie Einläufen von Kühlkreisläufen kann den Zufluss derartig reduzieren, dass auf Grund von Erhitzungen die Anlagen abgeschaltet werden müssen. Netze von Aquakulturanlagen können zuwachsen und den Wasseraustausch so behindern, dass die Fische, Muscheln Austern etc. ersticken.

Unterwasserbeschichtungen bestehen überwiegend aus einer wasserundurchlässigen Beschichtung (Korrosionsschutz, Osmoseschutz, Schutz vor mechanischen Beschädigungen) und einer bewuchshemmenden Beschichtung als Endanstrich. Insbesondere die bewuchshemmenden Anstriche stehen seit einigen Jahren im Zentrum von Diskussion, gesetzlichen Regulierungen und einer intensiven Abschätzung ihres humantoxischen und ökotoxischen Potenzials. Dieses ist vor allem darin begründet, dass sie ihre bewuchshemmende Wirkung über die permanente Abgabe von Bioziden entfalten, die nicht nur die Organismen treffen, die sich am Schiffsrumpfen ansetzen wollen, sondern auch beträchtliche Fernwirkung und Magnifikation in der aquatischen Biosphäre verursachen können. Bekanntestes Beispiel sind die Organozinnverbindungen wie Tributylzinn- und Triphenylzinnchlorid, auf deren Fernwirkung man zuerst durch massive Einbrüche in der französischen Austernproduktion in den 70er Jahren aufmerksam wurde. Mit einer Verzögerung von ca. 10 Jahren kam es zu einem Verbot dieser Verbindungen als Antifoulingbiozide für Boote unter 25 Metern in Frankreich und kurz danach auch in allen europäischen Ländern.

Inzwischen sind Organozinnverbindungen fast völlig vom Markt verschwunden, da die Internationale Schifffahrtsorganisation (IMO) eine Konvention verabschiedet hat, die faktisch schon in Kraft getreten ist, welche den Einsatz von schädlichen Antifoulingsystemen verbietet. Bisher sind damit explizit Antifoulingsysteme mit Organozinnverbindungen verboten. ...


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Nachhaltige Chemie
Michael Angrick, Klaus Kümmerer, Lothar Meinzer (Hg.):
Nachhaltige Chemie
the authors
Katarina Gnass

Diplomingenieurin (FH) für Umwelttechnik, seit 2004 bei LimnoMar tätig in den Arbeitsabereichen Antifouling-Systeme, Schadstoffeffekte auf aquatische Organismen und Inhaltsstoffe von Beschichtungssystemen.

Dr. Burkard Theodor Watermann

1991 Gründung des Labors für limnische/marine Forschung und vergleichende Pathologie aquatischer Organismen (LimnoMar) in Hamburg, 2002 Eröffnung der marinen Versuchsstation LimnoMar auf Norderney.