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Montag, 10. Dezember 2018
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Nachhaltige Ernährung
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Nachhaltige Ernährung

32 Seiten · 3,95 EUR
(Dezember 2011)

 
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Aus der Einleitung:

Nachhaltigkeit betrifft zentral die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen. Dennoch ist das Thema 'nachhaltige Lebensstile' innerhalb des Nachhaltigkeitsdiskurses nicht annähernd so prominent vertreten wie etwa die Frage nach grünen Technologien. Die Forderung nach nachhaltigen Lebensstilen wird als Verzichtsforderung verstanden. Eine solche dürfe dem Bürger nicht aufgezwungen werden – wenn überhaupt, so müsse er sich freiwillig selbst dazu entscheiden. Und dass die meisten Menschen eben dies nicht tun – darüber sind sich Medien und Wissenschaft einig.

In diesem Beitrag möchte ich der Frage nachgehen, ob, und wenn ja was die Ethik zum Diskurs um Nachhaltigkeit und speziell zur Frage nachhaltiger Lebensstile beitragen kann. Die Bezeichnung Ethik als die Teildisziplin der Philosophie, die sich wissenschaftlich mit menschlichen Gewohnheiten, Sitten und Gebräuchen befasst, geht auf Aristoteles zurück. Ethik beschäftigt sich mit dem evaluativ guten und moralisch richtigen Handeln. Nachhaltigkeit wiederum ist ein normativer Begriff. Nachhaltigkeit fordert, dass wir unser Handeln an bestimmten Regeln und Leitlinien ausrichten. Aber warum sollten wir das tun? Und was genau sollen wir eigentlich tun? Lässt sich Nachhaltigkeit in Regeln und Leitlinien "übersetzen"? Und wie sehen solche Regeln und Leitlinien aus?

Den Beitrag der Ethik zum Nachhaltigkeitsdiskurs sehe ich zunächst einmal darin, zu begründen, warum Nachhaltigkeit gefordert werden kann und sollte. Weiterhin kann die Ethik dazu beitragen, zu entwickeln, was Forderungen nach Nachhaltigkeit im Konkreten bedeuten. Anschließend an Konrad Ott und Ralf Döring gehe ich davon aus, dass es, um der Normativität des Nachhaltigkeitsbegriffes gerecht zu werden, wichtig ist, Nachhaltigkeit nicht einfach zu definieren, sondern im Rahmen einer Theorie zu entwickeln, d.h. auf verschiedenen Ebenen argumentativ gerechtfertigte inhaltliche Positionen zu entwickeln.

Die Frage nach Zweck und Form nachhaltiger Lebensstile möchte ich hier daher eingebettet in eine normative Theorie von Nachhaltigkeit betrachten. Ich gehe davon aus, dass der Frage nach nachhaltigen Lebensstilen im politischen (aber auch im wissenschaftlichen) Diskurs um nachhaltige Entwicklung immer noch zu wenig Aufmerksamkeit entgegen gebracht wird. Der folgende Beitrag macht es sich daher einerseits zur Aufgabe, diese Lücke ein Stück weit zu füllen. Andererseits zielt der Beitrag aber auch darauf ab, zu demonstrieren, was eine normative Theorie von Nachhaltigkeit gerade zur Bearbeitung so kritischer Fragen wie der nach nachhaltigen Lebensstilen beitragen kann. Schließlich das Beispiel Ernährung: Da auf Nahrung nicht verzichtet werden kann, stellen sich Ernährungsfragen allen Menschen. Nahrungsaufnahme als direkter körperlicher Prozess gilt den meisten Menschen als privater Bereich, als Bereich, in den der Staat nicht hineinregieren soll. Die meisten Menschen möchten selbst entscheiden, was sie wann, mit wem, warum essen. Gleichzeitig hat die Art und Weise, wie Nahrungsmittel produziert und konsumiert werden sehr weitgehende Auswirkungen auf die Umwelt, aber auch auf die sozialen Bedingungen, unter denen Nahrungsmittel hergestellt werden. Ernährungsfragen stellen daher ein geradezu paradigmatisches Beispiel für die Spannung zwischen (gesellschaftspolitischen) Forderungen nach Lebensstiländerungen und als privat empfundenen Vorstellungen guten Lebens dar.

Der folgende Beitrag beginnt mit einer kurzen Skizze einer normativen Theorie von Nachhaltigkeit. Daran schließen sich Überlegungen dazu an, wie im Rahmen einer solchen Theorie die Frage nach nachhaltigen Lebensstilen zu fassen und zu begründen ist. Abschließend werden diese Überlegungen auf das Praxisfeld Ernährung bezogen. Dieser praktische Bezug wird zeigen, inwiefern der Beitrag der Ethik zum Nachhaltigkeitsdiskurs geeignet ist, über theoretische Überlegungen hinaus bis zu konkreten Handlungsvorschlägen zu gelangen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung!
Studierendeninitiative Greening the University e.V., Tübingen (Hg.):
Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung!
Die Autorin
Dr. Lieske Voget-Kleschin
Lieske Voget-Kleschin

ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Philosophie und Ethik der Umwelt an der Christian Albrechts Universität zu Kiel. Sie arbeitet zu normativen Aspekten von Nachhaltigkeit, nachhaltigen Lebensstilen und ethischen Fragen von Landnutzung und Ernährung.

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