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Nachhaltige Infrastrukturen: Dezentralität als Ziel, Sektorabkommen als Strategie
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Nachhaltige Infrastrukturen: Dezentralität als Ziel, Sektorabkommen als Strategie

23 Seiten · 3,47 EUR
(Juli 2010)

 
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Aus der Einleitung:

Das Paradigma einer nachhaltigen Entwicklung stellt neue Ansprüche an Infrastrukturen, die als Grundvoraussetzung für jede wirtschaftliche Tätigkeit einen beträchtlichen Teil des sozio-industriellen Metabolismus prästrukturieren und somit ihre ökologische, aber auch soziale und ökonomische Nachhaltigkeit entscheidend determinieren. Als Nutzungs- Infrastrukturen prägen sie nicht nur Konsummuster, auf die das Individuum zumindest noch partiell Einfluss nehmen kann. Als Bereitstellungsinfrastruktur für unterschiedliche Ressourcen bilden sie die externen Rahmenbedingungen, innerhalb derer sich Kundenwünsche überhaupt erst bilden. Im Folgenden sollen diese Ansprüche an nachhaltige Infrastrukturen aus der Perspektive einer Ressourcenpolitik analysiert und am Beispiel der Recycling-Infrastrukturen für Elektronikschrotte näher untersucht werden (Kap. 2). Aus einer institutionenökonomischen Perspektive wird dabei die Dezentralität von Infrastrukturen zu einem entscheidenden Kriterium der Nachhaltigkeit. Es lässt sich zeigen, dass mögliche Economies of Scale überkompensiert werden, wenn aus einer integrierten Perspektive der Nachhaltigkeit weitere Kosten- und Nutzendimensionen berücksichtigt werden. Zu diesem Zweck soll der Begriff der Dezentralität im Hinblick auf Infrastrukturen präzisiert werden (Kap. 3).

Der hier gewählte Ansatz der Neuen Institutionenökonomie, Infrastrukturen im weiteren Sinne als Materialisierung gesellschaftlicher Institutionen zu verstehen, die das Regelwerk für die Erbringung elementarer Leistungen der Daseinsvorsorge vorgeben und damit auch Charaktereigenschaften eines öffentlichen Gutes (oder zumindest eines Clubgutes) aufweisen, ermöglicht innovative Ansätze zu ihrer Umgestaltung in Richtung Nachhaltigkeit: Infrastrukturen bieten erhebliche Potentiale zur Realisierung von Win-Win-Situationen durch Strategien zur Steigerung der Ressourcen- oder Energieeffizienz. Bedingt durch den hohen Kapitalaufwand für Infrastrukturen in Verbindung mit sehr langen Kapitalbindungszeiten und irreversiblen Kosten besteht aber die Gefahr von Lock-ins durch Pfadabhängigkeiten. Diese werden durch die Öffentliches Gut-Eigenschaften noch verstärkt, die einen Ausgleich im Sinne des Coase-Theorem von Verlierern und Profiteuren systemischer Innovationen verhindern. Um in diesem institutionellen Zusammenhang nachhaltige Systeminnovationen zu fördern, bedarf es sektoraler Abkommen, die Transaktionskosten senken und Bindungswirkung entfalten, gleichzeitig aber unter Einbeziehung verschiedener Akteure eine innovative Eigendynamik entwickeln (Kap. 4). Am Schluss skizziert Kap. 5 weiteren Forschungsbedarf.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Nachhaltige Entwicklung – das neue Paradigma in der Ökonomie
Harald Hagemann, Michael von Hauff (Hg.):
Nachhaltige Entwicklung – das neue Paradigma in der Ökonomie
the author
Henning Wilts
Henning Wilts

Dipl.-Vw., ist Wissenschaftler für Stoffströme und Ressourcenmanagement am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.

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