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Friday, August 23, 2019
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Nachhaltige Politikberatung
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Nachhaltige Politikberatung

Der Ansatz normativer Institutionenökonomik

23 Seiten · 4,44 EUR
(Oktober 2009)

 
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Aus der Einleitung:

Dieser Aufsatz geht der Frage nach, was die Ökonomik beitragen kann, um den neuartigen Bedarf an gesellschaftlicher Politikberatung zu decken, der aus dem Anliegen der Nachhaltigkeit resultiert. Die Argumentation gliedert sich in fünf Abschnitte, denen jeweils eine These zugrunde liegt. Diese Thesen können vorab wie folgt formuliert werden:

− Der Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ thematisiert eine historisch ganz neue Herausforderung. Er verleiht dem speziellen Anliegen Ausdruck, (welt-)gesellschaftliche Strukturen auf Zukunftsfähigkeit hin zu programmieren. Dieses Anliegen einer auf die Kontinuierung ihrer eigenen Entwicklungsfähigkeit hin bedachten (welt-)gesellschaftlichen Selbstorganisation verlangt nach geeigneten Institutionen und erzeugt so einen spezifischen Bedarf an Politikberatung.

− Nachhaltigkeit erfordert zum einen eine (welt-)gesellschaftliche (Selbst-)Steuerung: Zur Erreichung klar identifizierter Nachhaltigkeitsziele müssen die geeigneten Mittel gefunden werden. Hier kann die Ökonomik helfen, indem sie Informationen generiert und kommuniziert, die es ermöglichen, zwischen alternativen Mitteln, d.h. Anreizarrangements, die am besten geeigneten auszuwählen. Hier kommt es auf Funktionalität an: Es geht um Steuerungsbeiträge für die institutionelle Formierung und Reformierung sozialer Strukturen.

− Nachhaltigkeit erfordert zum anderen auch (welt-)gesellschaftliche (Selbst-)Aufklärung: In vielen Fällen gibt es noch keine klar identifizierten Nachhaltigkeitsziele, so dass eine Verständigung hierüber erst noch herbeigeführt werden muss. Dabei kann die Ökonomik helfen, indem sie Informationen generiert und kommuniziert, die es ermöglichen, sich an gemeinsamen Zielen zu orientieren und so der gesellschaftlichen Evolution eine konsensuale Ausrichtung zu geben. Verständigung gründet auf Verständnis: Es geht um Aufklärungsbeiträge für die institutionelle Formierung und Reformierung sozialer Strukturen.

− Ein solcher Ansatz nachhaltiger Politikberatung wendet sich nicht nur an Politiker, Parteien, Ministerien und Verbände, sondern primär an die Öffentlichkeit sowie insbesondere an zivilgesellschaftliche Organisationen und Unternehmen, denn das Anliegen der Nachhaltigkeit lässt sich weder auf lokaler noch auf globaler Ebene ohne – und schon gar nicht gegen – Unternehmen wirksam verfolgen. Unternehmen sind – erst recht im Weltmaßstab – die eigentlichen Promotoren nachhaltiger Entwicklung.

− Eine Politikberatung zugunsten (welt-)gesellschaftlicher Nachhaltigkeit muss konzeptionell als eine nachhaltige Politikberatung angelegt sein und folglich der veränderten Rolle der Unternehmen Rechnung tragen. Dies hat Konsequenzen für die ökonomische Ausbildung an Universitäten: Sie muss die Führungskräfte von morgen schon heute mit den Kompetenzen ausstatten, die in absehbarer Weise erforderlich sein werden, um die Probleme der Zukunft zu meistern. Tendenziell bedeutet dies: weniger Wissensvermittlung, mehr Kompetenzvermittlung! Steuerungskompetenz und Aufklärungskompetenz sind zentrale Schlüsselqualifikationen für das (welt-)gesellschaftliche Nachhaltigkeitsmanagement auf den verschiedenen Ebenen von global governance.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
the author
Prof. Dr. Ingo Pies

Professor für Wirtschaftsethik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Akademischer Direktor des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik. Arbeitsschwerpunkte: Wirtschafts- und Unternehmensethik, Institutionenökonomik, Ordnungspolitik und Global Governance, Corporate Citizenship.

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