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Sunday, September 22, 2019
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Nachhaltigkeit von Flachs-/Hanf-Wertschöpfungsketten
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Nachhaltigkeit von Flachs-/Hanf-Wertschöpfungsketten

82 Seiten · 10,26 EUR
(Januar 2008)

 
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Aus der Einleitung:

Als Denkmethode benutzen wir ein erweitertes Marktmodell. Im einfachen Marktmodell gibt es ein Produkt, das von einem Anbieter angeboten und von einem Nachfrager nachgefragt wird. Als Koordinationsmechanismus wird der Markt unterstellt. Wir erweitern dieses Modell dadurch, dass der Markt ersetzt wird durch allgemeinere Koordinationsformen und Institutionen und dass der Wettbewerb zwischen Produkten, Anbietern und Nachfragern thematisiert wird. Wir haben also ein Produkt (P), einen oder mehrere Anbieter (A), einen oder mehrere Nachfrager (N) und Koordinationsmechanismen (Ko), die die Anbieter und Nachfrager miteinander verknüpfen, sowie Substitutionsmöglichkeiten und Wettbewerb (W) zwischen Produkten, Anbietern und Nachfragern (Marktmodell PANKoW).

Diese Denkmethode wird auf die Analyse von Wertschöpfungsketten, die Substitutionsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Produkten, die regionalen und internationalen Wettbewerbsverhältnisse zwischen Anbietern und zwischen Nachfragern sowie die alternativen Koordinationsformen von Angebot und Nachfrage angewendet. Ergänzt wird diese Denkmethode durch technische, ökologische und gesellschaftliche Aspekte. Dadurch kann man die Funktionsfähigkeit des ökonomischen Systems unter Effizienz- und Nachhaltigkeitsgesichtspunkten analysieren, die Wechselwirkungen mit anderen gesellschaftlichen Subsystemen beachten, die ökologische Tragfähigkeit abschätzen und die gesellschaftliche Brauchbarkeit ermitteln.

Indem man entlang der Wertschöpfungskette die technologischen Produktionsverfahren exakt beschreibt und an den Schnittstellen von Angebot und Nachfrage die vorgefundenen Koordinationsformen theoretisch durchleuchtet, kann man auch die Änderungen der technologischen Produktionsverfahren durch Innovationen einerseits und durch Markteintritte von neuen Anbietern und Nachfragern andererseits und die Änderungen in den Koordinationsformen durch institutionelle Neuerungen betrachten. Durch die explizite Betrachtung von Markteintritten und die explizite Analyse von Koordinationsformen und deren institutionelle Änderungen gewinnt man einen Zugang für die Untersuchung von Auswirkungen der Globalisierung auf die Region und die Entwicklung von regionalen Strategien zur Beförderung von Nachhaltigkeit.

Dadurch gelingt auch eine Monetarisierung und Bewertung der Wertschöpfungskette unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten. Denn sowohl die technologischen und ökologischen Aspekte als auch die ökonomischen und gesellschaftlichen Aspekte können auf diese Art detailliert analysiert werden und zum einen unter den gegebenen preislichen und institutionellen Bedingungen und zum anderen unter an Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ausgerichteten Preisen und Institutionen bewertet werden. Dabei erkennt man die Defizite der aktuellen Produktion und Koordination bezogen auf eine nachhaltige Entwicklung und kann die notwendigen Veränderungen und dabei anfallenden Kosten einer nachhaltigen Entwicklung ermitteln. Zu berücksichtigen dabei sind vor allem externe Effekte, öffentliche Güter, Skalenerträge, Wissen und Neuerungen sowie Irreversibilitäten.

Mit dieser Denkmethode erfasst man die (routinemäßigen und innovativen) Handlungsweisen und Strategien aller relevanten Akteure sowie deren sub- und totalsystemische Auswirkungen auf Natur, Ökonomie und Gesellschaft. Insofern kann man akteursbezogen vorgehen, ohne die Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu vernachlässigen. Da auch die institutionellen Beziehungen zwischen den Akteuren analysiert werden, können Folgerungen für die Funktionsweise von Koordinationsformen und Konsequenzen von institutionellen Innovationen gezogen werden. Vergleicht man aktuelle Handlungsweisen und Strategien sowie Koordinationsformen mit den unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten gebotenen Handlungsweisen und Strategien sowie Koordinationsformen, kann man Lösungsvorschläge für ökonomisches und gesellschaftliches Handeln zur Beschreitung eines nachhaltigeren Entwicklungspfades entwickeln.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Regionale Wertschöpfungssysteme von Flachs und Hanf
Hermann Biehler, Ulrich Hampicke, Ursula Richter und Peter Weise (Hg.):
Regionale Wertschöpfungssysteme von Flachs und Hanf
the authors
Prof. Dr. Peter Weise
Peter Weise

1941, 1976-1982 Professor für Wirtschaftstheorie an der Universität Paderborn, seit 1982 Professor für Wirtschaftswissenschaftem mit sozialwissenschaftlicher Ausrichtung an der Universität Kassel.

[weitere Titel]
Karolin Billing

Zur Atzelwiese 37, 34128 Kassel, karolin.billing@ web.de