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Donnerstag, 15. November 2018
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Nominalökonomik
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Nominalökonomik

Entwurf einer Theorie gegenseitiger monetärer Verpflichtungen

24 Seiten · 3,84 EUR
(Juli 2001)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Hans-Joachim Stadermann und Otto Steiger behaupten, Klassik und Neoklassik können die Wirtschaft selbst dann nicht erklären, wenn sich Geld in ihre Werttheorien integrieren ließe. Entgegen ihrem Anspruch erklären beide Schulen nicht die relativen Preise, sondern setzen sie voraus.

Ressourcen, Eigentum und Vermögen bilden die drei Grundpfeiler des Wirtschaftens. Verträge werden zwar über reale Ressourcen und Güter geschlossen, aber dabei handelt es sich immer und ausschließlich um nominale Kontrakte. Die Theorie der Wirtschaft ist daher keineswegs eine Theorie realer Gütertauschverhältnisse, sondern eine Ökonomik nominaler gegenseitiger Verpflichtungen. Der Vertrag freier Wirtschafter fordert aber unbedingt und gegenseitig haftendes Eigentum der vertragschließenden Parteien. Das Ergebnis eines Vertragschlusses ist Erfüllung oder Kündigung und Vollstreckung in das Eigentum des Schuldners, wobei Erfüllung und kompensierende Vollstreckung in einem nicht fehlerhaften Vertrag äquivalent sind. Daraus folgt, dass Eigentum nicht, wie in der Klassik, über Verteilungslösungen bestimmt und, wie in der Neoklassik, einfach als Bestandteil der Erstausstattung unerklärt existiert oder Konsumverzicht in der Vergangenheit einer Realgüter tauschenden Gesellschaft signalisiert, sondern dass es konstitutiv für das Wirtschaften ist.

Stadermann und Steiger brauchen als Konsequenz der Einführung einer Ökonomik gegenseitiger nominaler Verpflichtungen keine Werttheorie, sondern nur eine zur Klassik und Neoklassik alternative Preistheorie. Preise fallen für sie nicht vom Himmel. Sie ergeben sich aus den gegenseitigen Verpflichtungen, die Güter und Leistungen erstellende Produzenten durch Verträge mit Anbietern von Kredit und Ressourcen einerseits und Nachfragern ihrer Produkte andererseits abschließen. Während aber in der Neoklassik sich der gleichgewichtige Preisvektor aus gegebenen Ressourcen, gegebener Technik und gegebenen Bedürfnissen ableitet, ist das Gleichgewicht der Verträge in einer Verpflichtungsökonomie weit weniger an derartige Erfahrungswerte gekettet. Vielmehr bildet es sich auf der Grundlage von Erwartungen über die Veränderung der verfügbaren Ressourcen, der existierenden Technik und der bislang kultivierten Bedürfnisse.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Verpflichtungsökonomik
Hans-Joachim Stadermann, Otto Steiger (Hg.):
Verpflichtungsökonomik
Die Autoren
Prof. Dr. Otto Steiger (†)
Otto Steiger (†)

war Professor für Volkswirtschaftslehre am Institut für Konjunktur- und Strukturforschung der Universität Bremen. 2000: Aufnahme der mit G. Heinsohn entwickelten Eigentumstheorie von Zins und Geld als eine der fünf bedeutendsten Gelderklärungen im Geldmuseum der Bundesbank.

[weitere Titel]
Prof. Dr. Hans-Joachim Stadermann
Hans-Joachim Stadermann

Professor für die Theorie der Wirtschaftspolitik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin.

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