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Sonntag, 19. August 2018
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Öffentliche Güter und Macht
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Öffentliche Güter und Macht

12 Seiten · 3,56 EUR
(Oktober 2002)

 
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Aus der Einleitung:

In der modernen Finanzwissenschaft besteht ein breiter Konsens über die normative Grundlage staatlicher Tätigkeit. Ausgangspunkt ist die Übertragung des Tauschparadigmas aus dem Bereich der privaten Güter in denjenigen der öffentlichen Güter und die daraus resultierende Feststellung, daß bei öffentlichen Gütern ein Gefangenendilemma entsteht, das bei individuell rationalem Verhalten zum Trittbrettfahren und zur Unterversorgung führt. Aus dem Versagen des Tauschprozesses bei öffentlichen Gütern wird als normative Konsequenz die Notwendigkeit zu kollektiven Entscheidungen mit staatlichen Zwangsabgaben begründet. ...

Wenn der Staat notwendig ist, weil der ökonomische Tausch aufgrund des Gefangenendilemmas ineffizient ist, dann unterliegt auch der so begründete Sozialkontrakt demselben Problem. Neben den Problemen, die sich ausgehend von der umfassenden Berücksichtigung des zugrundegelegten Gefangenendilemmas öffentlicher Güter stellen, entsteht ein noch fundamentaleres Problem, wenn die konstitutiven Phänomene von Raub und Eroberung auf der einen Seite sowie Macht und Zwang auf der anderen aus ihrer im gegebenen Kontext nur rudimentär berücksichtigten Rolle entlassen und von Anfang an in ihrer vollständigen Bedeutung erfaßt werden. In diesem Fall verlieren das Gefangenendilemma und die resultierende private Unterversorgung ihre normative Bedeutung, und mit diesem zentralen Ausgangspunkt wird das gesamte Konzept der Theorie öffentlicher Güter in Frage gestellt, das die zwangsweise Korrektur ineffizienter individueller, d.h. nichtstaatlicher Bereitstellung öffentlicher Güter zum Inhalt hat. Im folgenden soll gezeigt werden, daß das Gefangenendilemma bei konsistenter Einbeziehung von Macht und Zwang nicht als Ausgangsposition für die Begründung öffentlicher Ausgaben in Frage kommt und daß es bei der Bereitstellung öffentlicher Güter um die Lösung eines fundamental anderen Problems als desjenigen der Unterversorgung geht. Die daraus folgenden Konsequenzen für eine konsistente Theorie öffentlicher Güter werden sodann im Vergleich mit dem vorherrschenden Ansatz herausgearbeitet. Einzelheiten des damit grundlegend entwickelten Konzepts können im gegebenen Zusammenhang nur angedeutet werden. Wesentlich ist, daß die normativen Grundlagen staatlicher Haushaltstätigkeit neu überdacht werden müssen und daß die gegenwärtigen Konzepte nicht nur wenig tauglich für eine staatswirtschaftliche Ausgabenlehre sind, sondern vor allem zu politisch und ökonomisch verfehlten Konsequenzen führen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Finanzpolitik in der Informationsgesellschaft
Birger Priddat, Horst Hegmann (Hg.):
Finanzpolitik in der Informationsgesellschaft
Der Autor
Cay Folkers
Cay Folkers

Nach Tätigkeiten als Universitätsprofessor an der Hochschule der Bundeswehr Hamburg und der Universität Hohenheim, Stuttgart ist er seit 1990 Inhaber des Lehrstuhls für Finanzwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum.

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