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Sonntag, 19. August 2018
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Ökologie: eine Wissenschaft unbequemer Wahrheiten – auch für die Ethik
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Ökologie: eine Wissenschaft unbequemer Wahrheiten – auch für die Ethik

19 Seiten · 3,31 EUR
(August 2013)

 
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Aus der Einleitung:

Die in den 1960er Jahren aufkommende Umweltschutzbewegung der Industrieländer hat die Ökologie zu ihrer Leitwissenschaft erkoren und griff dabei die damals in der jungen Disziplin verbreiteten Hypothesen über natürliche Gleichgewichte, ökologische Stabilität, Sukzessionen zum Klimaxzustand und über ökologische Systeme als "Superorganismen" auf. Diese passten vorzüglich in die Wunschbilder jener Bewegung, die ein möglichst harmonisches Mensch-Natur-Gleichgewicht anstrebte. Für sie wurde die Ökologie zu einer Art Heils- oder Glaubenslehre erhoben. Aus ihr erwuchs die Vorstellung, dass sich die menschliche Gesellschaft nach jenen ökologischen Prinzipien umorganisieren müsse, um in besserem, auch ethisch begründetem Einklang mit "der Natur" zu leben. Im Fortschritt der ökologischen Forschung und Erkenntnis mussten jedoch all jene Hypothesen verworfen oder grundsätzlich angezweifelt werden. Als Wissenschaft erkennt die Ökologie immer mehr Tatsachen, die nicht in die populären Ökologisierungs-Vorstellungen und -Erwartungen passen und von mir als "unbequeme Wahrheiten" bezeichnet wurden. Ich hätte sie auch als "Tragik der Ökologie" darstellen können – denn ich empfinde es als tragisch, dass dieser Spätankömmling unter den Wissenschaften oft nur noch alte Fehlentwicklungen der menschlichen Evolution ermitteln kann, die nicht mehr korrigierbar sind. Ebenso tragisch, aber eher unbequem wirkt es, dass die Ökologie alte menschliche Wertvorstellungen und -lehren, die in Jahrtausenden ohne sie entstanden sind, grundsätzlich in Frage stellt, ja für unbrauchbar oder irreführend erklären muss. Wir müssen uns diesen unbequemen Wahrheiten jedoch stellen, da ihre Verdrängung oder Verharmlosung sie nur verschlimmern würden. Dazu bedarf es einer kurzen Darstellung heutiger grundlegender ökologischer Erkenntnisse.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Wo steht die Umweltethik?
Markus Vogt, Jochen Ostheimer, Frank Uekötter (Hg.):
Wo steht die Umweltethik?
Der Autor
Prof. em. Dr. Wolfgang Haber
Wolfgang Haber

geb. 1925, Studium der Biologie, Chemie und Geographie mit ökologischer Ausrichtung, 1966-1993 Professor für Landschaftsökologie der TU München in Freising-Weihenstephan, Mitgründer und Präsident der Gesellschaft für Ökologie, Leiter der Internationalen Assoziation für Ökologie, Umweltpolitik-Berater im Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) und im Deutschen Rat für Landespflege, Forschungs- und Studienreisen sowie Gastprofessuren mit Schwerpunkt in Ostasien, 1993 Träger des Deutschen Umweltpreises.