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Friday, September 20, 2019
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Ökonomie als Handlungstheorie

Evolutorische Ökonomik, verstehende Soziologie und Überlegungen zu einer neuen Unternehmensethik

"Theorie der Unternehmung"  · Band 14

250 Seiten ·  34,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-362-1 (Dezember 2001 )

Für diese Arbeit wurde Thomas Beschorner mit dem hochdotierten "Plansecur-Stiftungspreis für Wirtschaftsethik 2002" ausgezeichnet.

 
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Eine theoretisch gehaltvolle und zugleich praktisch relevante Unternehmensethik zu entwickeln, erfordert eine doppelte Balance: Zum einen muss der wirtschaftsethische Entwurf sowohl an die Moralphilosophie anschlussfähig und für die Unternehmenspraxis handlungsrelevant sein, zum anderen darf er das Unternehmen in moralischer Hinsicht weder überfordern, indem er Funktionsnotwendigkeiten der Wirtschaft ignoriert, noch unterfordern, indem er faktisches wirtschaftliches Handeln moralisch überhöht. In der ersten Gefahr stehen diskursethische Ansätze, mit denen sich der Autor ebenso kritisch auseinandersetzt wie mit dem Konzept des homo oeconomicus und den Überlegungen der Neuen Institutionenökonomik, die sich andererseits der zweiten Gefahr vorschneller Akzeptanz des Faktischen ausgesetzt sehen.

Für die Untersuchung werden neue Überlegungen aus der Evolutorischen Ökonomik und der verstehenden Soziologie aufgegriffen, mit deren Hilfe über die Konstruktion von Idealtypen die »realen Handlungen« von Individuen im betrieblichen Kontext in den Blick genommen werden. Dieser handlungstheoretische Zugang bestreitet die Richtigkeit rein verhaltenstheoretischer Konzeptionen und setzt an die Stelle des nur reaktiven Akteurs ein proaktiv und ethisch handelndes Subjekt. Damit kann auch die Rolle von Institutionen und Strukturen thematisiert werden, in denen die betrieblichen Akteure handeln, die sie jedoch zugleich durch ihr Handeln reproduzieren bzw. verändern (können).

Auf dieser methodischen Grundlage können wichtige Fragen im Binnenverhältnis der Unternehmensorganisation wie auch in deren Verhältnis zur wirtschaftlichen und sozialen Umwelt systematisch zusammengeführt werden. Die theoretische Konzeption ermöglicht es, Fragen der Wettbewerbsfähigkeit, der politischen Legitimation wirtschaftlichen Handelns und ethische Anforderungen an Unternehmen offen zu thematisieren und bietet praktische Orientierungen an. Im einzelnen richtet sich das Augenmerk dabei auf Elemente einer sozialökologischen Unternehmenspolitik, auf eine partizipative Unternehmensführung, auf Unternehmensleitbilder sowie auf die Ausgestaltung der innerbetrieblichen Kommunikation und der (dialogischen) Kommunikation mit den externen Anspruchsgruppen des Unternehmens.

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (zfwu) 4/1 (2003), S. 128-132 ()

"Die von Beschorner vorgelegte Arbeit 'Ökonomie als Handlungstheorie' ist jedem Leser unbedingt zu empfehlen, der entweder immer noch der Überzeugung ist, dass die Ökonomik mit dem 'homo oeconomicus' über eine Handlungstheorie verfüge, oder aber demjenigen, dem die handlungstheoretische Lücke in der Ökonomik bewusst ist. Der Eine wird deutlich über den methodischen Status des 'homo oeconomicus' aufgeklärt und dem Anderen werden sehr gute konzeptionelle Überlegungen zu einer (Evolutorischen) Theorie der Unternehmung an die Hand gegeben, die es mit einem Brückenschlag zwischen Ökonomik und Sozialwissenschaft wahrlich ernst meinen."

Ökologisches Wirtschaften 5/2002, S. 33-34 ()

"'Ökonomie als Handlungstheorie - das ist schon ein innovatives Programm auf der grundsätzlichen Ebene . ... Nicht damit genug, hat Thomas Beschorner in seiner Arbeit Evolutorische Ökonomik, verstehende Soziologie und Überlegungen zu einer neuen Unternehmensethik zusammengebracht. Man könnte meinen, damit überhebt sich einer.' Diese Einschätzung, der er anschließend jedoch vehement widerspricht, äußert Reinhard Pfriem im Geleitwort zum vorliegenden Buch. Dabei ist seine Aufzählung noch nicht einmal vollständig. Einmal abgesehen von Niklas Luhmann nimmt die am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt entstandene Dissertation kritisch-konstruktiv Bezug auf fast alle aktuell diskutierten neueren sozialökonomischen Theorieentwürfe, zum Beispiel auch auf die Neue Institutionenökonomik und die Strukturationstheorie sowie auf verschiedene instrumentelle Konzepte des betrieblichen Umweltmanagements. Wahrhaft ein herkulisches Unterfangen, das bescheidenerweise vom Autor selbst als Versuch annonciert wird, einen konzeptionellen Rahmen für eine Theorie der sozial-ökologischen Unternehmenspolitik vorzubereiten (S. 10).

Die Arbeit an dieser Aufgabe ist in der Tat überfällig. Nicht nur das Umweltmanagement, auch viele andere Teilgebiete der Betriebswirtschaftslehre kommen seit längerem vermeintlich ohne ein elaboriertes analytisches Verständnis von dem aus, was sie instrumentieren, dem Handeln von und in Unternehmen. Der Kernkompetenz von Wissenschaft - zu durchschauen - entspricht diese Entwicklung nicht. ...

Insgesamt legt der Autor ein außerordentlich lesenswertes Buch vor, das ihn als ambitionierten Neuerer der Unternehmenstheorie ausweist. Es vermittelt dem theoretisch interessierten Leser einen guten Überblick über die neuesten unternehmenstheoretischen und -ethischen Konzepte und liefert zahlreiche Anregungen zu deren Erfolg versprechender Fortentwicklung.


the author
Prof. Dr. Thomas Beschorner
Thomas Beschorner Prof. Dr. Thomas Beschorner ist Professor für Wirtschaftsethik und Direktor des Instituts für Wirtschaftsethik (HSG-IWE) an der Universität St. Gallen. [weitere Titel]
dem Verlag bekannte Rezensionen
  • "Die von Beschorner vorgelegte Arbeit 'Ökonomie als Handlungstheorie' ist jedem Leser unbedingt zu empfehlen, ..."
    Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (zfwu) 4/1 (2003), S. 128-132 mehr...
  • "Insgesamt legt der Autor ein außerordentlich lesenswertes Buch vor, das ihn als ambitionierten Neuerer der Unternehmenstheorie ausweist." ...
    Ökologisches Wirtschaften 5/2002, S. 33-34 mehr...
  • Zeitschrift für Evangelische Ethik, 2/2005, S. 147-149
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