sprache deutsch
sprache english
» Zum Merkzettel
0 Artikel
» Zum Warenkorb
0 Artikel - 0,00 EUR


Sunday, September 22, 2019
 Startseite
Ökonomie anders denken
Downloadgröße:
ca. 471 kb

Ökonomie anders denken

12 Seiten · 2,62 EUR
(September 2007)

 
Ich bin mit den AGB, insbesondere Punkt 10 (ausschließlich private Nutzung, keine Weitergabe an Dritte), einverstanden und erkenne an, dass meine Bestellung nicht widerrufen werden kann.
 
 

Aus der Einleitung:

Die Forderung nach einer postautistischen Ökonomie ist primär eine Forderung nach Pluralität im wissenschaftlichen Betrieb, also in Forschung und Lehre. Sie richtet sich gegen eine Ökonomiewissenschaft, die zu einem System der Glaubenssätze verkommt, weil sie nicht in der Lage oder Willens ist, ihre eigenen Grundlagen zu hinterfragen. Unterstützung erfährt dieses Ansinnen dabei von den unterschiedlichsten Seiten, die mehr oder weniger weit vom Mainstream „wegdenken“ wollen. Als „Mainstream“ gilt in diesem Zusammenhang eine (neo-) klassische Ökonomietheorie, die auf der Annahme beruht, dass im freien Wechselspiel der Eigeninteressen perfekte Märkte die gesellschaftliche Wohlfahrt maximieren Die Basis einer solchen Ökonomietheorie ist ein Menschenbild, welches davon ausgeht, dass Individuen dadurch „handeln [ ], dass sie aus den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten eine rationale Auswahl treffen.“ (Kirchgässner 1991). Das Ziel dieses Handelns ist die individuelle Bedürfnisbefriedigung. In der Marktökonomie wird der „Wert der Ware“ durch den Betrag des Geldes bestimmt, der dafür gezahlt wird. Dies dient zugleich als Maß für die Befriedigung der subjektiven Bedürfnisse (subjektive Wertlehre), was logisch bedeutet, dass jeder Befriedigung ein Preis gegeben wird und der Markt sicherstellt, dass jeder soviel davon bekommt, wie er oder sie sich finanziell leisten kann. Moralisches Handeln ist in der Marktökonomie von finanziellen Mitteln abhängig. Dies gilt sowohl für den sozial engagierten und/oder umweltbewussten Unternehmer (z.B. einen Biolandwirt), der mit seiner Produktion den Marktmechanismen unterliegt, als auch für die alleinerziehende Harz IV Empfängerin, deren Budget nicht ausreicht, nach sozialen und ökologischen Kriterien einzukaufen. Moralische Appelle können sich deshalb erstens nur an Menschen richten, die sich das moralische Handeln auch leisten können, und zweitens kann solches Handeln Einzelner nichts Grundsätzliches an den gesellschaftlichen Bedingungen ändern. Es hat nur singuläre Wirkungen hinsichtlich der Marktchancen einzelner Produkte (z.B. durch Verbraucherboykott). Die Frage nach Gerechtigkeit stellt sich neoklassischen Ökonomen nur insofern, als sie staatliche Alimentierung als sowohl ungerecht gegenüber „Leistungsträgern“ als auch als marktverzerrend betrachten (Kreisky 2001).


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Ökolandbau – mehr als eine Verfahrenslehre ?
Katrin Hirte, Katharina David, Julia Carolin Hesshaus, Charlotte Hohls, Janina Schütte (Hg.):
Ökolandbau – mehr als eine Verfahrenslehre ?
the author
Dagmar Babel

MSc Ökologische Agrarwissenschaft und Tierärztin.