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Ökonomie und Naturnutzung
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Ökonomie und Naturnutzung

Erneuerbare Energien - Produktivität und Reproduktivität von Natur und Ökonomie

26 Seiten · 5,36 EUR
(Juni 2011)

 
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Aus der Einleitung:

In diesem Buch geht es um Nachhaltigkeit und deren institutionelle Gestaltung. Dabei spielt der Energiebereich eine zentrale Rolle, hängen doch gesellschaftliche Produktion und Konsumtion entscheidend vom Umfang und von der Art der Energieversorgung ab. Wie lässt sich diese nachhaltig gestalten? Durch erneuerbare Energien, lautet häufig die Antwort ? und sie scheint Konsens zu sein. Der folgende Beitrag nimmt sich dieses Themas an und zielt auf die Bestimmung von Handlungsprinzipien für die Ausgestaltung von erneuerbaren Energien. Dazu nutzen wir die Kategorie ?(Re)Produktivität? als wissenschaftliche Leitkategorie und legen den Schwerpunkt auf die Nutzung von Biomasse. Aber ist diese verbreitete Meinung, die Energieversorgung ließe sich durch erneuerbare Energien sicherstellen, gerechtfertigt? Ein kurzer Einblick in neuere Studien dazu vermittelt ein anderes Bild: Das Standardmodell der Internationalen Energieagentur zeigt in einer Prognose für 2050 einen um 85% gestiegenen weltweiten Energieverbrauch an, der lediglich im Ausmaß von 14% durch erneuerbare Energien gedeckt wird (IEA 2008). Zur Lösung des Energieproblems sei daher ab 2013 der jährliche Neubau von je 30 Atomkraftwerken nötig. Außerdem setzt die IEA auf die Technik der Abtrennung und Speicherung des CO2 in den Abgasen von Kohle- und Gaskraftwerken (Carbon Dioxide Capture and Storage ? CCS). Ein Alternativszenario, das die Abteilung Systemanalyse und Technikbewertung des DLR-Instituts in Stuttgart im Auftrag von Greenpeace und EREC (European Renewable Energy Concil) entwickelt hat, zeigt dagegen für 2050 einen um 45% niedrigeren Energiebedarf, der zu mehr als 50% durch erneuerbare Energien gedeckt wird (Greenpeace/EREC 2008). Der Anteil von Biomasse ist am höchsten, gefolgt von Solarkraft, Geothermie, Windkraft, Wasserkraft, Meeresenergie. Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU 2009) unterteilt die Bioenergie in traditionelle Bioenergienutzung, Nutzung biogener Abfall- und Reststoffe sowie den Anbau von Energiepflanzen und bezeichnet letztere nur als Brückentechnologie, v.a. weil die Flächen zukünftig für Nahrungsmittel gebraucht und die nutzbaren Flächen abnehmen werden. Tatsächlich herrscht unter Experten also Meinungsvielfalt ? nicht nur zwischen Befürwortern und Gegnern von Atomkraft, sondern auch zwischen Positionen, die sich ausdrücklich um Konzepte für eine nachhaltige Energieversorgung bemühen, wie Greenpeace und der WBGU. Die Frage nach der Gestaltung einer nachhaltigen Energieversorgung und nach dem Stellenwert der erneuerbaren Energie ist also weiter unbeantwortet. Auf Basis des (re)produktionstheoretischen Ansatzes von Biesecker/ Hofmeister (2006) fragen wir in unserem Beitrag nach den sozialökologischen Bedingungen der Biomassenutzung. Dazu führen wir zunächst (Kap. 2) in den Gegenstandsbereich der erneuerbaren Energien ein, um sodann (Kap. 3) nach Handlungsparadigmen im politischen und ökonomischen Kontext der Biomasseproduktion zu fragen. Hier wird deutlich: Auf Basis dieser Paradigmen kommen wir auch mit erneuerbaren Energien nicht aus der "Naturzerstörungsfalle" heraus. Denn Biomasse ist nur dann ? so das zentrale Argument ? eine erneuerbare Energiequelle, wenn zugleich die reproduktiven Voraussetzungen ihrer Erneuerbarkeit aktiv erhalten und geschaffen werden. Wie aber kann das gehen? Dieser Frage gehen wir im darauf folgenden Teil nach (Kap. 4), indem wir auf der Grundlage des o. g. theoretischen Ansatzes nach den (re)produktiven Voraussetzungen der Biomassenutzung fragen, um schließlich Handlungsprinzipien und Handlungsregeln abzuleiten (Kap. 5).


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Institutionen ökologischer Nachhaltigkeit
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Institutionen ökologischer Nachhaltigkeit
the authors
Prof. Dr. em. Adelheid Biesecker
Adelheid Biesecker

bis 2004 Professorin für Ökonomische Theorie unter besonderer Berücksichtigung ihrer gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen an der Universität Bremen. Seitdem zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen. Arbeitsschwerpunkte: Geschichte ökonomischer Theorie, Mikroökonomik aus sozial-ökologischer Perspektive, Ökologische Ökonomik, Feministische Ökonomik und Zukunft der Arbeit.

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Prof. Dr. Sabine Hofmeister
Sabine Hofmeister

Dr. Ing. Landschaftsplanerin und Leiterin des Fachs Umweltplanung an der Universität Lüneburg

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Prof. Dr. Irmi Seidl
Irmi Seidl

Leiterin der Forschungseinheit Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Eidg. Forschungsanstalt Wald, Schnee und Landschaft, Birmensdorf, Schweiz. Lehre zu Ökologischer Ökonomik an der Universität Zürich und der ETH Zürich. Arbeitsschwerpunkte: Flächen- und Ressourcennutzung, Siedlungsentwicklung, Naturschutz

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