sprache deutsch
sprache english
» Zum Merkzettel
0 Artikel
» Zum Warenkorb
0 Artikel - 0,00 EUR


 Startseite » Methodologie 

Ökonomische Erkenntnisprogramme in der Finanzwissenschaft

Eine Analyse unter der methodologischen Konzeption von Imre Lakatos

"Hochschulschriften"  · Band 92

372 Seiten ·  44,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-515-1 (Juli 2005 )

 
lieferbar sofort lieferbar

 
 

In der ökonomischen Theorie lassen sich verschiedene Erkenntnisprogramme identifizieren, die die Richtung der ökonomischen Forschung und damit auch den Erkenntnisfortschritt in gewisser Weise kanalisieren. In der Finanzwissenschaft existiert ein primär theoretisch ausgerichteter Forschungszweig, der seine Wurzeln bei den klassischen Autoren und ersten Marginalisten hat und sich bis zur sog. "Neuen Finanzwissenschaft" erstreckt. Zum anderen findet man eine stärker empirisch-institutionell angelegte Finanzwissenschaft vor, die ihren Ursprung im Kameralismus und der historischen Schule hat und bis zur Neuen Politischen Ökonomie und Konstitutionellen Finanzwissenschaft reicht. Vor diesem Hintergrund systematisiert und analysiert der Autor die finanzwissenschaftlichen Beiträge von vier theoretischen Traditionen in der Ökonomie (Klassik, Neoklassik, Alte und Neue Institutionenökonomie).

Für den an finanzwissenschaftlichen Fragestellungen interessierten Leser soll mit dieser Arbeit der Versuch unternommen werden, eine vergleichende Darstellung unterschiedlicher Zugangs- und Lösungsmethoden für typische Problemstellungen der Finanzwissenschaft zu liefern, wobei die Geschichte des Fachgebietes und ihrer Entwicklungslinien in groben Zügen nachgezeichnet wird. Darüber hinaus bietet die Finanzwissenschaft aber auch ein interessantes Bild für den wissenschaftstheoretisch interessierten Leser, und zwar sowohl in Hinblick auf die vertretenen erkenntnistheoretischen Positionen als auch in Hinblick auf den Fortschritt dieser Wissenschaft. Zur Lösung dieser Fragestellungen wird die von Imre Lakatos entwickelte Methodologie der wissenschaftlichen Forschungsprogramme als Grundgerüst verwendet, um sowohl die jeweils grundlegenden Erklärungsprinzipien als auch entsprechende Modifikationen pointiert darstellen zu können. Hierbei zeigt sich, dass sich die vier Forschungsprogramme - trotz zahlreicher dogmengeschichtlicher Gemeinsamkeiten - in Hinblick auf ihre "harten Kerne" signifikant voneinander unterscheiden, was zu alternativen theoretischen Erklärungen finanzwirtschaftlicher Phänomene (z.B. dauerhafter Anstieg der öffentlichen Schuld) und teilweise völlig konträren finanzpolitischen Vorschlägen (z.B. enge oder breite Steuerbemessungsgrundlagen) führt.

Ordo. Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft, Band 58 (2007), S. 229-235 ()

"Man muß nicht in jedem Detail mit Otters Analyse und nicht einmal mit der von ihm verwendeten lakatosianischen Wissenschaftstheorie einverstanden sein, um diesen Streifzug durch die methodologischen (Un-)Tiefen der alten und neuen Finanzwissenschaft für eine überaus lohnende Lektüre zu halten. Otter argumentiert anschaulich, schält die jeweiligen Kernaussagen der betrachteten Forschungsproramme in einer Klarheit, die wenig zu wünschen übrig läßt, heraus und bringt die von ihm herausgearbeiteten methodologischen Schwachstellen in zumeist nachvollziehbarer Weise auf den Punkt. Mag Otter in methodologischer Hinsicht auch über den Popperschen Falsifikationismus hinausgehen; in seiner zupackenden Sprache und seinem ausgezeichnet lesbaren, zum Teil sogar unterhaltsamen Stil ist er jedoch ganz "Popperianer" geblieben, spielt er doch gerade nicht das besonders in der Wissenschaftslehre so beliebte "grausame Spiel, Einfaches kompliziert und Triviales schwierig auszudrücken" (Popper 1995). Es ist bedauerlich, daß methodologische Analysen dieser Art, die ein wichtiges Korrektiv für eine Wirtschaftswissenschaft sein könnten, welche die formale Eleganz ihrer modelltheorietisch erzielten Aussagen allzu gern über ihre empirische Relevanz stellt, immer rarer zu werden drohen."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.5.2006 ()

"Otte([r] zeigt, daß sich die vier Forschungsprogramme [Kameralismus, Klassik, Neoklassik, Institutionenökonomik] trotz vieler dogmengeschichtlicher Gemeinsamkeiten in ihren harten Kernen deutlich voneinander unterscheiden. Dies führt wiederum zu unterschiedlichen theoretischen Erklärungen finanzwirtschaftlicher Phänomone wie dem dauerhaften Anstieg der öffentlichen Schuld und auch zu teilweise völlig gegensätzlichen finanzpolitischen Vorschlägen, beispielsweise enge oder breite Steuerbemessungsgrundlagen. Otte[r]s Buch ist dicht gepackt mit Schlußfolgerungen und nützlichen Literaturverweisen. Seiner zweifachen und damit recht ungewöhnlichen Aufgabenstellung folgend, richtet es sich sowohl an den finanzwissenschaftlich als auch an den wissenschaftstheoretisch interessierten Leser."


the author
Dr. Nils Otter
Nils Otter Seit 2002 Sektionsreferent am Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung bei der deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer.
dem Verlag bekannte Rezensionen
  • "in seiner zupackenden Sprache und seinem ausgezeichnet lesbaren, zum Teil sogar unterhaltsamen Stil ist er jedoch ganz "Popperianer" geblieben" ...
    Ordo. Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft, Band 58 (2007), S. 229-235 mehr...
  • "Otte[r]s Buch ist dicht gepackt mit Schlußfolgerungen und nützlichen Literaturverweisen." ...
    Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.5.2006 mehr...
das könnte Sie auch interessieren