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Ohne Moral keine Institutionen ökologischer Nachhaltigkeit
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Ohne Moral keine Institutionen ökologischer Nachhaltigkeit

Eine empirische Untersuchung anhand eines Marktes, der sich auf Moral verlässt: Blumen zum Selbstschneiden

26 Seiten · 5,36 EUR
(Juni 2011)

 
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Aus der Einleitung:

Der Crowding Out Effekt zeigt, dass Institutionen ökologischer Nachhaltigkeit nicht ohne Moral auskommen und dass institutionelle Systeme, die einseitig versuchen, durch pekuniäre Anreize in Märkten den homo oeconomicus im Menschen anzusprechen, zwar manche Umweltprobleme lösen können, andere aber eher verschlimmern. Viele (Umwelt-)Ressourcen können nur nachhaltig gesteuert werden, wenn die sie regulierenden Institutionen auf Werten und Moral einer Gesellschaft beruhen. Die Transaktionskosten einer Kontrolle vieler Umweltschäden wären in vielen Bereichen prohibitiv hoch, und es erscheint unausweichlich oder aber effizienter zu sein zu versuchen, sich auf die Moral der Menschen zu verlassen, anstatt das eigennutzorientierte Individuum überwachen zu wollen. Denken wir z.B. an das Ablassen von Altöl in die Kanalisation, das Pflücken einer vom Aussterben bedrohten Pflanze oder die weggeworfene Plastikflasche auf dem Spaziergang durch den Schwarzwald. Kontrolle und Durchsetzung haben ohne Zweifel ihre Funktion bei solchen Institutionen der Nachhaltigkeit. Eine Umweltökonomik, die in ihrem angebotenen Instrumentenkoffer jedoch einzig davon ausgeht, dass wir beschränkt rationale und opportunistische Individuen durch monetäre positive oder negative Anreize "im Zaum halten müssen", wird einiges Potenzial der Regulierung nicht ausnutzen. Diese Erkenntnis wird um so wichtiger, je mehr Ökonomen anerkennen müssen, dass viele Entscheidungen nicht anhand eines Kosten-Nutzen-Kalküls getroffen werden, sondern regelbasiertes Verhalten), mentale Modelle oder Emotionen bzw. ein Mix aller dieser Elemente unsere bewussten täglichen Entscheidungen sowie unbewussten Handlungen prägen.

Letztere Erkenntnis führt dazu, dass auch in Märkten Werte und Normen einen wichtigen Einfluss auf das Verhalten der Wirtschaftssubjekte ausüben. Welche Bedeutung Werte und Normen in einer bestimmten Situation spielen, hängt stark davon ab, mit welchem institutionellen Gefüge wir versuchen, den Ge- oder Verbrauch der Ressourcen zu regulieren. Setzen wir z.B. die Spielregeln eines stark wettbewerblichen Marktes, so werden wir Verhalten evozieren, welches dem Verhalten eines beschränkt rationalen und opportunistischen Individuums sehr nahe kommt. Wählen wir jedoch andere institutionelle Gefüge, so werden Moral und Werte (ggf.) einen größeren Stellenwert einnehmen.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem Markt, der sich nahezu ausschließlich auf die Werte und Moral seiner Kunden verlässt: Blumen zum Selbstschneiden, deren Bezahlung nicht kontrolliert wird.

Folgende Thesen (deren genaue Bedeutung weiter unten erläutert wird) werden dabei untersucht:

These 1: Moralisches Verhalten unterliegt einem Kosten-Nutzen Kalkül.

These 2: Sozialisation beeinflusst moralisches Handeln.

These 3: Je höher der Preis ist, umso weniger wird moralisch gehandelt.

These 4: Die Anwesenheit weiterer Personen führt zu mehr moralischem Handeln.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Institutionen ökologischer Nachhaltigkeit
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Institutionen ökologischer Nachhaltigkeit
the authors
Prof. Dr. Achim Schlüter
Achim Schlüter

geb. 1969, Dr. rer. agr., Professor für Soziale Systeme und Ökologische Ökonomik am Leibniz Zentrum für Marine Tropenökologie und an der Jacobs-Universität Bremen. Arbeitsschwerpunkte: Institutionenökonomie, Ökologische Ökonomie, Verhaltensökonomie.

Dr. Björn Vollan
Björn Vollan

geb. 1976, Dr. oec., Leibniz Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) und Universität Mannheim. Arbeitsschwerpunkte: Verhaltensökonomie, Wirkungsevaluation und Ökologische Ökonomie.