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Friday, September 20, 2019
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Organisationskapital - eine tragfähige Metapher?
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Organisationskapital - eine tragfähige Metapher?

31 Seiten · 5,96 EUR
(Januar 2008)

 
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Aus der Einleitung:

Was will und nutzt ein Begriff von ?Organisationskapital?? Was unterscheidet ihn von den inzwischen wohl etablierten Begriffen Human- und Sozialkapital, und wie bestimmt man, jenseits der theoretischen Idee, empirisch den Einfluss dieser Kapitalart auf die Wertschöpfung in Unternehmen? Das sind die beiden Leitfragen dieses Beitrags. Drei Beispiele mögen unser Verständnis von ?Organisationskapital? paraphrasieren:

- Wenn die gleiche Fußballmannschaft nach einem Trainerwechsel erfolgreich spielt, dann ist dafür vielleicht eine andere Trainingspraxis oder Motivationstechnik verantwortlich, jedenfalls etwas in der Mannschaft, was eher den Umgang mit Ressourcen als die Ressourcenbestände selbst meint, die wir traditionellerweise in Produktionsfunktionen einfangen.

- Wenn ein Verein seine Mannschaft mitsamt Trainer vollständig erneuert, ohne dass sich der Spielerfolg ändert ? z. B. Ajax Amsterdam: einheitliche Spielstrategien über alle Mannschaften des Vereins von den Bambini bis zu den Profis (Cruyff, van Gaal; bestimmend für Spieler- und Trainerselektion bis zum Ende der 90er Jahre) ?, dann dürfte dafür nicht Zufall, sondern eine besondere, nicht an Personen gebundene Organisationspraxis verantwortlich sein, die ihren Wert über die Zeit hinweg entfaltet, ?Organisationskapital? also. Organisieren umfasst hier: bestimmte Arbeitsorganisationspraktiken, Anreizsysteme, vielleicht auch Trainingspraktiken.

- Wenn Wal-Mart in den 90er Jahren als in der Welt erfolgreichster Käufer und Anwender von IT-Technik gegolten hat, dann nicht deswegen, weil Wal-Mart besonders neue, an der Technologiefront befindliche Geräte gekauft hat, sondern weil dieses neue Sachkapital mit Management- und Organisationsinnovationen einherging, die die Wettbewerber nur langsam, wenn überhaupt gelernt haben.

Allen drei Beispielen ist gemeinsam, dass aus gegebenen Faktorbeständen bzw. mit allgemein zugänglichen Produktionsfaktoren durch geschicktes Organisieren, also Koordinieren und Motivieren, ein Mehrwert realisiert werden kann, dass aber solches Organisieren Investitionsaufwand verlangt und im Prinzip auch eine über die Zeit ertragreiche Ressourcenkombinationen schafft. An einzelne Organisationen (Fußballmannschaft, Unternehmen, Betrieb) gebundene Organisationspraktiken können eine dauerhafte, kapitalähnliche Erfolgsquelle sein, sofern sie ein Unternehmen befähigen, aus einer gegebenen Ausstattung mit Sach-, Human- und Sozialkapital einen spezifischen Wettbewerbsvorteil zu ziehen. Der metaphorische Begriff ?Organisationskapital? findet sich sowohl in der deutsch- als auch der englischsprachigen Literatur, allerdings mit vielfältigen Bedeutungen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Sozialkapital: eine (un)bequeme Kategorie
Wenzel Matiaske, Gerd Grözinger (Hg.):
Sozialkapital: eine (un)bequeme Kategorie
the authors
Dr. Oliver Ludewig

ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Regionalen Forschungsnetz des IAB (IAB Rheinland-Pfalz-Saarland, seit 2005). Zuvor war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Gemeinschaft, wo er sich über das Thema „Komplementäre Organisationspraktiken und strategisches Organisationsdesign – Mythen und Fakten“ promovierte. Derzeitige Interessensgebiete sind regionale Arbeitsmärkte insbesondere die regional variierenden Einflussfaktoren auf die Arbeitsnachfrage sowie empirische Organisationsforschung, insbesondere Organisationsdesign.

[weitere Titel]
Prof. Dr. Dieter Sadowski

Seit 1980 ist er Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Trier und seit 1988 Direktor des Instituts für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Gemeinschaft. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Ökonomische Theorie des Arbeitsrechts und die international vergleichende Personalökonomie und Arbeitspolitik.