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Perspektiven einer kulturwissenschaftlichen Theorie der Unternehmung - Zur Heranführung
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Perspektiven einer kulturwissenschaftlichen Theorie der Unternehmung - Zur Heranführung

56 Seiten · 6,61 EUR
(15. August 2006)

 
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Aus der Einleitung:

Wie die Beiträge in diesem Band verdeutlichen, lässt sich für die betriebswirtschaftliche Praxis eine zunehmende Relevanz von Kultur feststellen.

Dies betrifft in besonderem Maße vier wichtige Themenfelder innerhalb unserer Disziplin:

1. die kulturelle Aufladung der betrieblichen Organisation, die sich durch alle relevanten Funktionsbereiche eines Unternehmens zieht,

2. die kulturelle Einbettung von Unternehmen in ihre gesellschaftlichen Umwelten, dabei insbesondere

3. die kulturelle Aufladung der Beziehung zwischen Unternehmen und Konsumenten, die sich wiederum

4. in den, den Produkten anhaftenden Bedeutungen widerspiegelt.

Obwohl wir diese Praxisfragen als wichtigen Bezugspunkt für die weitere Forschung ansehen und mit Max Weber festhalten wollen, dass „Wissenschaft (...) geschichtlich zuerst von praktischen Problemen ausging“, kommen wir nicht um eine intensive Theoriearbeit herum. Zum einen kann so die Relevanz von Kultur in einem betriebswirtschaftlichen Kontext plausibilisiert werden. Zum anderen wird es damit möglich, kritische Anfragen an die etablierten Ansätze der Betriebswirtschaftslehre zu richten – verbunden mit dem Ziel, diese konstruktiv zu wenden und damit zu einem besseren Verständnis sozialer Prozesse und Strukturen beizutragen. Dazu ist allerdings eine genauere Bestimmung des Kulturbegriffs notwendig. In Anlehnung an Clifford Geertz begreifen wir Kultur vorläufig als fluides, von konfligierenden Werten und Normen durchzogenes System sinnhafter Symbole, als „selbstgesponnenes Bedeutungsgewebe“, in das der Mensch verstrickt ist. Damit wird deutlich, dass „Kultur (…) kein Bereich [ist], sondern eine Dimension des menschlichen Lebens“, die auch die wirtschaftliche Sphäre und die in ihr stattfindenden Interaktionen einschließt oder zumindest tangiert. Ökonomisches Handeln kann, gleichgültig welche Gesellschafts- und Organisationsformen diesem Handeln zugrunde liegen, weder ausschließlich durch interdependente Nutzenkalküle noch unter Verwendung eines normengeleiteten Handlungsmodells hinreichend verstanden und erklärt werden. Um die Notwendigkeit eines „cultural turn“ in der Betriebswirtschaftslehre zu verdeutlichen, werden wir in Kap. 2 zunächst nach den wissenschaftstheoretischen Grundlagen des betriebswirtschaftlichen Mainstreams fragen und uns Klarheit über die Bedeutung wissenschaftlicher Theorien verschaffen. Im Anschluss daran arbeiten wir das funktionalistische Paradigma der „klassischen“ Betriebswirtschaftslehre heraus (Kapitel 3) und greifen einige neuere Entwicklungen auf, die unseres Erachtens interessante Bezüge zu einer kulturwissenschaftlich orientierten Betriebswirtschaftslehre aufweisen (Kapitel 4). In dem sich anschließenden Kapitel 5 diskutieren wir den so genannten „cultural turn“ in den Sozialwissenschaften und wollen uns auf diese Weise einer kulturwissenschaftlichen Methode nähern, wie sie unseres Erachtens auch im Rahmen der Betriebswirtschaftslehre zu erarbeiten Perspektiven einer kulturwissenschaftlichen Theorie der Unternehmung wäre. In Kapitel 6 richten wir unser Augenmerk auf einige der in wachsender Zahl gerade als Sammelbände vorliegenden kulturwissenschaftlichen Arbeiten. Spiegelbildlich zur bisher kaum existierenden wirtschaftswissenschaftlichen Beschäftigung mit den kulturellen Aufladungen der Ökonomie und der ökonomischen Interaktionen finden wir dort kaum Ansätze, das System Wirtschaft bzw. auch die ökonomische Organisation Unternehmung in seiner bzw. ihrer kulturellen Dimension zu reflektieren. Das reizt umso mehr dazu, gerade von unserer Seite aus in der Zukunft ausdrückliche Bögen zu schlagen. Mit dem abschließenden Kapitel 7 werfen wir einen kurzen Blick auf die Struktur des vorliegenden Buches. Angesichts dessen Umfangs haben wir darauf verzichtet, die Beiträge noch mal im Einzelnen vorzustellen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Perspektiven einer kulturwissenschaftlichen Theorie der Unternehmung
Forschungsgruppe Unternehmen und gesellschaftliche Organisation (FUGO):
Perspektiven einer kulturwissenschaftlichen Theorie der Unternehmung
the authors
Prof. (i. R.) Dr.  Reinhard Pfriem
Reinhard Pfriem

war bis 2017 Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Unternehmensführung und Betriebliche Unternehmenspolitik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

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Prof. Dr. Thomas Beschorner
Thomas Beschorner

Prof. Dr. Thomas Beschorner ist Professor für Wirtschaftsethik und Direktor des Instituts für Wirtschaftsethik (HSG-IWE) an der Universität St. Gallen.

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Prof. Dr. Dirk Fischer
Dirk Fischer

Professor für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Führung & Organisation am Fachbereich Management, Information, Technologie der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

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Dr. Günter Ulrich

1949), Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Sozialwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Forschungsschwerpunkte: Soziologische Theorie, Organisationstheorie, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.

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