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Donnerstag, 20. September 2018
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Politikberatung als wissenschaftlich begründete Verbindung von Ethik und Sozialwissenschaft
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Politikberatung als wissenschaftlich begründete Verbindung von Ethik und Sozialwissenschaft

12 Seiten · 2,75 EUR
(Oktober 2005)

 
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Aus der Einleitung:

Politik und Wissenschaft als Beruf unterliegen nach Max Weber unterschiedlichen Normen und Werthaltungen, die den Handlungsrahmen der Akteure definieren. Der Politiker nutzt Wissenschaft als Dienstleistung zur Begründung politischer Entscheidungen. Der idealisierte Wissenschaftler schafft Wissen. Er trifft nicht politische Entscheidungen. Der Wissenschaftler beruft sich mit Blick auf den Werturteilsstreit auf das normative Postulat der Werturteilsfreiheit. In der praktischen Zusammenarbeit lassen sich die widersprüchlichen Ausgangspositionen jedoch nicht so eindeutig voneinander trennen. Entsprechend entdecken Politiker in wissenschaftlichen Aussagen implizite Werturteile, die gewünschte politische Entscheidungen stützen und häufig als wissenschaftlich begründete Sachzwänge erkannt werden. Die Verantwortung des Politikers für die vertretene Entscheidung entfällt. Die Wissenschaftler hingegen treffen bereits mit der Auswahl von zugrundegelegten Werten für entsprechende Studien, wie z.B. Studien zum Lohndumping oder zu Managergehältern, zur Schattenwirtschaft oder zu den vermeintlichen Grundwerten einzelner Parteien implizit wertende und normative Aussagen ohne dem idealisierten Anspruch der wissenschaftlichen Begründbarkeit ihrer selektiven Wertentscheidungen zu genügen.

Sozialwissenschaftliche Aussagen bewegen sich in einem normativen Spannungsfeld unterschiedlichsten Abstraktionsgrades, das eine hinreichende intersubjektiv überprüfbare Aufklärung über den komplexen kausalen Kontext der Bewertungen nicht immer zulässt. Der Gebrauch von Modebegriffen erlaubt den Zugang zu Diskursen ohne sich an erarbeiteten normativen Standards orientieren zu müssen. Hingegen ist eine differenzierte Beschreibung des normativen Gehaltes solcher Werthaltungen aufwendig und birgt Risiken. Der zeitliche Vorsprung im Wettbewerb der Ideen wird mit normativer Oberflächlichkeit und leerformelhaftem Gebrauch ethischer Aussagen erkauft. Ein normsetzender Erkenntnisgewinn bleibt zufällig.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Glanz und Elend der Politikberatung
Uwe Jens, Hajo Romahn (Hg.):
Glanz und Elend der Politikberatung
Der Autor
Dr. Peter Petrak

Lehrer, Mitglied des Vorstandes des Instituts für beratende Sozial- und Wirtschaftswissenschaften – Gerhard Weisser-Institut.

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