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Politische Ökonomie und Gesellschaft
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Politische Ökonomie und Gesellschaft

21 Seiten · 4,26 EUR
(März 2013)

 
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Aus der Einleitung:

In welcher Beziehung sich Wirtschaft, Politik und Gesellschaft befinden ist für die ökonomische Theorie von zentraler Bedeutung. In der Antike und im Mittelalter waren Wirtschaft und Politik/Gesellschaft im theoretischen Denken immer getrennt. Im Europa des 16. Jahrhundert änderte sich diese Konstellation, der Hintergrund war die Entstehung des neuzeitlichen Territorialstaates. Der neue Begriff lautet "Politische Ökonomie", zuerst bei Mayerne-Turque 1611, dann bei Montchrétien 1615 in Traicté de l’oeconomie politique. Die neue Politische Ökonomie vereinigt den Bereich des Politischen bzw. des Staates (die Polis) mit dem des Hauses (des Oikos). Diese bildeten in der Antike (z.B. bei Xenophon oder Aristoteles) und im ganzen Mittelalter eigenständige Bereiche, die nicht zusammengedacht wurden. Oikos meint das Haus, Ökonomie ist Oikos plus Nomos (das Gesetz): die Lehre von der Hauswirtschaft. Das "Haus" ist die Lebensgemeinschaft vieler Menschen. Ökonomie beschäftigt sich mit der Führung des Hauses, z.B. in der reichhaltigen "Hausväterliteratur", adressiert an den "Hausvater". Das Haus wird – jedenfalls im Prinzip – als autark gesehen. "Politik" ist ein davon getrennter Aufgabenkreis, in der antiken Demokratie war dies beispielsweise die Sphäre der freien Bürger, in der hochmittelalterlichen Gesellschaft die der Hausväter (in germanischen Ländern ihre Selbstverwaltung im Dorf). Politikfähig sind dabei immer nur ausgewählte Gruppen, die große Mehrheit der Bevölkerung (Frauen, Sklaven, Leibeigene) bleibt von Politik ausgeschlossen. Wirtschaften im "Raum" einer Polis bildet gedanklich keine Einheit, die Einheit dafür ist nur das Haus. Ökonomie beschränkt sich gleichsam auf ihre Mikro-Aspekte. Ein größeres Gebilde wird nicht mitgedacht (wohl aber einzelne Komponenten, von dem, was heute als ‚Wirtschaft‘ gilt, wie z.B. das Geld.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Entfremdung – Ausbeutung – Revolte
Gerd Grözinger, Utz-Peter Reich (Hg.):
Entfremdung – Ausbeutung – Revolte
the author
Prof. Dr. Walter Otto Ötsch
Walter Otto Ötsch

Cusanus-Hochschule Bernkastel-Kues, zuvor Johannes Kepler Universität Linz, Institut für Volkswirtschaftslehre und ICAE - Institut for Comprehensive Analysis of the Economy, Universität Linz.

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