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Monday, April 22, 2019
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Postsäkulare Zeiten?
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Postsäkulare Zeiten?

Religiöse Weltbilder in Deutschland 1982-2007 und im Vergleich von 22 Ländern 2007

37 Seiten · 6,24 EUR
(Februar 2010)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Der Band beginnt mit einem Beitrag von Heiner Meulemann, der die vielvertretene These, dass wir heute angeblich in postsäkularen Zeiten leben, empirisch mit Daten des Bertelsmann Religionsmonitors doppelt überprüft. Und zwar einmal für Deutschland und dann noch für eine große Ländergruppe mit ganz unterschiedlichen kulturellen und religiösen Traditionen. Zugrunde gelegt ist das Konzept der religiösen Weltbilder. Drei Großkategorien werden dabei mit einer entsprechenden Fragebatterie analysiert: das christliche, das immanente (also nicht-transzendente, gleichwohl sinngebende) und schließlich das agnostische, das Sinnfragen für prinzipiell unbeantwortbar hält. Für Deutschland ist das Ergebnis eindeutig: in den alten Bundesländern, für die eine lange Zeitreihe von 1982-2007 vorliegt, gibt es eine ganz stabile Dominanz nichttranszendenter Auffassungen ohne relevante Veränderung im Zeitverlauf. Das Christentum ist selbst im Westen schon länger nicht mehr die vorherrschende Weltdeutung, eine Änderung davon nicht in Sicht. Und in den neuen Bundesländern, für die Daten erst nach der Vereinigung vorliegen, sieht es im Trend nicht anders aus. Der große innerdeutsche Unterschied besteht darin, dass im Osten die Niveaus der Weltbilder zu Lasten des Christentums noch einmal verschoben sind. Bei internationalen Erhebungen muss die Interpretation dieser Weltbilder zwar dann etwas modifiziert werden, wenn Länder mit großen Anteilen nicht-monotheistischer Religionen eingeschlossen sind. Aber trotzdem sind auch hier Säkularisierungstendenzen untersuchbar. Allerdings wurde die Erhebung nur zu einem einzigen Zeitpunkt unternommen, was wirkliche Trendaussagen nicht möglich macht. Christlich-jüdische (und da gibt es zahlreiche weitere mögliche Unterscheidungen wie: katholisch, protestantisch, orthodox, frühere europäische Kolonien, missioniert halb-christlich etc.), muslimische oder nicht-monotheistische Gesellschaften zeigen jeweils zahlreiche Besonderheiten in Bezug auf die Kombinationen und relativen Bedeutungen der Weltdeutungen. Generell sind die meisten Länder mit christlicher Tradition heute aber als säkular einzuschätzen, nicht jedoch die muslimischen und hinduistisch/buddhistischen Gesellschaften.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Religion@Gesellschaft
Gerd Grözinger, Wenzel Matiaske (Hg.):
Religion@Gesellschaft
the author
Prof. Dr. Heiner Meulemann
Heiner Meulemann

Universität zu Köln, Forschungsinstitut für Soziologie (FIS), Greinstrasse 2, 50939 Köln, meulemann@wiso.uni-koeln.de