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 Startseite » Politik  » Staatsausgaben, Steuerpolitik & Staatsverschuldung 

Quantifizierung von Souveränrisiken

"Hochschulschriften"  · Band 102

529 Seiten ·  59,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-558-8 (November 2006 )

 
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Fortschreitende Globalisierung und internationale Verflechtung schaffen oder erweitern Möglichkeiten zur Kapitalanlage in Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern. Großen Einfluss auf die Entscheidung über Investitionen in solchen Ländern haben verschiedene Arten von Länderrisiken. Eine wichtige Rolle spielt hierbei das Souveränrisiko, worunter man das Kreditausfallrisiko bei der Verleihung von Kapital an den Staat oder staatliche Institutionen eines Landes versteht. Insbesondere beeinflusst das Souveränrisiko auch andere Arten von Länderrisiken, wie beispielsweise Transferrisiken, die bei Kapitalausleihungen an private Kapitalnehmer, Direktinvestitionen oder Portfoliokapitalflüssen auftreten. Die vorliegende Arbeit gibt einen umfassenden Überblick über die Literatur zur Thematik der Länder- und Souveränrisiken. Einerseits werden die besonderen Probleme beschrieben, die bei der Kreditvergabe an souveräne Staaten im Unterschied zur Kreditvergabe an private inländische Kapitalnehmer auftreten, und andererseits werden die gebräuchlichen Methoden zur Erfassung von Souveränrisiken dargestellt. Dabei werden zunächst Ansätze betrachtet, die in diesem Kontext eine längere Tradition haben, so zum Beispiel Souverän-Ratings und die diesen zugrunde liegenden qualitativ basierten Verfahren oder empirisch-quantitative Ansätze, wie Logit-Modelle oder die Diskriminanzanalyse. Der Fokus liegt jedoch auf einer umfassenden Darstellung von neueren Kreditrisikomodellen der modernen Finance-Theorie, insbesondere strukturellen Modellen und Reduced-Form-Modellen, und deren Anwendung im Kontext von Souverän- und Länderrisiken.

Ausgehend von der Darstellung der bisher verwendeten Verfahren zur Quantifizierung von Souverän- und Länderrisiken leistet die vorliegende Arbeit verschiedene eigenständige Beiträge zur Literatur, mit denen Probleme der bisher existierenden Ansätze gelöst bzw. vermieden werden können. Dabei wird ein strukturelles Kreditrisikomodell vorgestellt und angewendet, das auf der Compound-Option-Theorie aufbaut. Dieses Modell ermöglicht - im Gegensatz zu bisher verwendeten strukturellen Modellen - eine explizite Modellierung der zeitlichen Struktur der Verbindlichkeiten des Kreditnehmers. Damit kann insbesondere der empirisch nachgewiesene Einfluss kurzfristiger Verbindlichkeiten auf die Ausfallwahrscheinlichkeit erfasst werden. Die Modellparameter werden (erstmals für ein umfangreiches Ländersample) auf Basis der Preis-Spreads von Staatsanleihen der untersuchten Länder geschätzt, die auf Sekundärmärkten zu beobachten sind, wobei die Laufzeitabhängigkeit der Spreads und deren Einfluss auf das Ausfallrisiko berücksichtigt wird. Zur Schätzung wird ein neuer Schätzansatz verwendet, der auf der Maximierung einer Likelihood-Funktion basiert und Probleme alternativer Schätzansätze vermeidet. Somit liefert die vorliegende Arbeit brauchbare Lösungsansätze für das praktische Vorgehen und interessante Beiträge zur wissenschaftlichen Debatte hinsichtlich der Quantifizierung von Souverän- und Länderrisiken.


the author
Dr. Dominik Maltritz
Dominik Maltritz arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geld, Kredit und Währung der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der Technischen Universität Dresden. Dort erfolgte auch seine Promotion zum Thema "Quantifizierung von Souveränrisiken".
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