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Ratingagenturen in der Krise

Reformvorschläge für ein stabiles Finanzsystem

"Hochschulschriften"  · Band 139

171 Seiten ·  24,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-921-0 (18. Mai 2012 )

 
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Gerade in Krisen wie der Asienkrise und der jüngsten Finanzkrise offenbarten sich die Schwächen der Ratingindustrie. Sollten Ratingagenturen eigentlich vor Krisen warnen, gerieten sie nun selbst durch falsche Vorhersagen in eine Krise.

Die Ratingindustrie entwickelte sich in ihrer noch recht jungen Geschichte zu einer wichtigen Branche im Finanzsystem. Sie stellt Informationen über das Ausfallrisiko von Schuldverschreibungen bereit und beurteilt die Fähigkeit der Emittenten, zukünftige Zahlungen termingerecht und vollständig zu erfüllen. Als Finanzintermediäre üben Ratingagenturen sowohl auf nationaler als auch auf globaler Ebene eine wichtige Funktion aus. Durch die regulatorische Einbindung in diverse Rechtsvorschriften konnte die Ratingindustrie ihre Handlungsspielräume erweitern und zugleich selbst die Rolle eines Regulierers übernehmen. Dieser quasi-hoheitlichen Funktion wurden Ratingagenturen allerdings insbesondere in Krisenzeiten nicht immer gerecht.

Steven Alexandre Brieger beleuchtet die tiefgreifenden Probleme der Ratingindustrie und entwickelt ein Reformpaket zu ihrer Lösung. Er skizziert retrospektiv die institutionelle Entwicklung, zunehmende regulatorische Verflechtung und wachsende Bedeutung der Ratingindustrie und diskutiert die Rolle der Ratingagenturen in vergangenen Krisen. Der Fokus der Arbeit liegt auf der kritischen Diskussion der jeweils im Anschluss an diese Krisenzeiten etablierten regulatorischen Maßnahmen und der neuesten Initiativen - von der Rückkehr zu einem "investor-payment-system", über Clearingstellen bis zu staatlichen Ratingagenturen - zur Regulierung der Ratingindustrie. Zur Schließung von Schwachstellen in der Regulierung entwickelt Steven Alexandre Brieger ein aus fünf Komponenten bestehendes Reformpaket, dessen gesetzliche Implementierung die internationale Koordinierung erleichtern, die Transparenz erhöhen, den Wettbewerb stärken, die Abhängigkeit reduzieren und die Eigenverantwortung festigen würde.

Geld-Magazin.AT, Dezember 2012, S. 81

"Sie werden oft kritisiert, verdammt und nicht selten beschimpft: Ratingagenturen. Wie böse sind sie nun wirklich, wie groß ist ihr tatsächlicher Einfluss auf das Wirtschaftsleben und wie könnten sinnvolle Reformprojekte aussehen? Diesen Fragen geht Steven Alexandre Brieger in "Ratingagenturen in der Krise" nach. Dabei erfährt man allerlei Interessantes: Die ersten den heutigen Ratingagenturen vergleichbaren Institutionen entwickelten sich im 19. Jahrhundert in Europa und den Vereinigten Staaten, als sich viele Kaufleute insbesondere nach den Napoleonischen Kriegen mit neuen globalen Schwierigkeiten, wie der Zunahme geografisch entfernter Tauschpartner, konfrontiert sahen. Kreditagenturen, Investmentbanker sowie spezialisierte Akteure aus der Finanzpresse halfen, indem sie die Bonität von Händlern prüften und das Ergebnis entgeltlich veröffentlichten. Seit der ersten Wirtschaftskrise 1929 gewannen Ratingagenturen immer weiter an Bedeutung, im Zuge der aktuellen Finanzkrise stehen Ratingagenturen vor allem wegen ihrer Fehleinschätzungen von Kreditausfallrisiken und ihrer Marktmacht in der Kritik. Der Autor greift einige Punkte auf, die zu einer Verbesserung des Ratingsystems führen sollen. So könnte die Schaffung einer identischen Ratingsymbolik und gleicher Ratingkategorien die Transparenz fördern und einen besseren Performancevergleich ermöglichen. Außerdem könnten Offenlegungspflichten für mehr Klarheit sorgen."

Portal für Politikwissenschaft, veröffentlicht am 24.01.2013, ()

Brieger erklärt die Entstehung und Geschichte der Ratingagenturen umfassend und zeigt den wichtigen Bruch im Geschäftsmodell auf, den "Wechsel von einem 'investor-payment system' zu 'issuer-payment system'" (33). In der Folge sei die Nachfrage nach Ratings angestiegen, gleichzeitig auch die regulatorische Verflechtung durch Verrechtlichung auf dem Weg zur Ratingagentur als hoheitliche Institution. Die nun folgenden Krisen der Ratingagenturen werden ausführlich geschildert - sie hängen kausal mit großen Wirtschaftskrisen zusammen. Brieger skizziert die vor und nach der Finanzkrise 2008 durchgeführten Regulierungsmaßnahmen und weist sie alle als "keine geeignete Maßnahme" (113) zurück. Im Schlussteil formuliert er eigene Reformvorschläge für ein stabiles Finanzsystem, dazu zählen eine größere Transparenz, gesetzliche Reduzierungen der Abhängigkeit und die Stärkung des Wettbewerbs sowie eine gemeinsame globale Aufsicht unter dem Dach des IWF. Leider verringern absatzlange englischsprachige Zitate von deutschen Ökonomen den Lesefluss unnötig, ihr Sinn bleibt oft unklar. Insgesamt aber handelt es sich bei diesem Band um eine gute Einführung in die Funktionsweise von Ratingagenturen."


dem Verlag bekannte Rezensionen
  • Staat und Wirtschaft in Hessen, Januar/Februar 2013, S, 40
  • "wie groß ist ihr tatsächlicher Einfluss auf das Wirtschaftsleben" ...
    Geld-Magazin.AT, Dezember 2012, S. 81 mehr...
  • "gute Einführung in die Funktionsweise von Ratingagenturen" ...
    Portal für Politikwissenschaft mehr...
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