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Monday, August 19, 2019
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Sachverständiger Rat im Wandel

Der theoretische Argumentationshintergrund des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zur Beschäftigungspolitik von 1964-1999

"Hochschulschriften"  · Band 71

312 Seiten ·  32,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-339-3 (April 2001 )

 
lieferbar sofort lieferbar

 

Das Verhältnis von Wirtschaftspolitik und Wirtschaftstheorie stellt sich in Bezug auf einzelne Aspekte als gleichartig gegenüber dem Verhältnis von wirtschaftlicher Realität und formaler Wirtschaftstheorie dar, schließlich ist in beiden Fällen die Wirtschaftstheorie auf die komplexen und mannigfaltigen Erscheinungen der Wirklichkeit geworfen. Für den deutschen Sachverständigenrat besteht seit 1963 der gesetzliche Auftrag, sowohl die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zu begutachten als auch auf dieser Sachkenntnis aufbauend wirtschaftspolitische Gestaltungsmöglichkeiten zu entwerfen. Dadurch bildet die Tätigkeit des Sachverständigenrates ein Musterbeispiel für die umfassende theoretische Durchdringung der wirtschaftlichen Realität, dessen Analyse Aussagen über den empirischen und praktischen Wert theoretischer Ansätze erlaubt. Besonders aufschlussreich erscheinen hierbei die Äußerungen des Rates zur Beschäftigungslage, welche während der Ratstätigkeit massive Veränderungen erfahren hat.

Bei der Analyse erschien eine idealtypische Einteilung in drei Phase angemessen: eine keynesianische Phase bis Beginn der siebziger Jahre, eine allgemeine angebotsorientierte Phase unter ausschließlicher Verwendung von gesamtwirtschaftlichen Aggregaten bis Mitte der achtziger Jahre und eine spezifische angebotsorientierte Phase unter besonderer Berücksichtigung von Arbeitsmarktprozessen seitdem. Letztlich konnte seit Beginn der siebziger Jahre kein konsistentes Gesamtkonzept ausgemacht werden. Den Argumentationshintergrund bildet zunehmend ein Konglomerat einzelner theoretischer Ansätze. Dabei lösen sich konkurrierende Theorieansätze häufig nicht ab, sondern werden gleichzeitig vertreten, gegebenenfalls durch Ausdifferenzierung des Gegenstandsbereiches. Deshalb und auch wegen der fast ausschließlichen Verwendung von Tendenzaussagen wird der Sachverständigenrat einem modernistischen Wissenschaftsideal im Sinne Poppers nicht gerecht. Letztlich erscheint die Argumentation des Rates zunehmend als Erzählung, welche theoretische Ansätze als metaphorische Sprachformen inkorporiert. Dass darin aber ein generelles Versagen der formalen Wirtschaftstheorie zum Ausdruck kommt, stellt der Autor abschließend in Frage.


dem Verlag bekannte Rezensionen
  • Zeitschrift für Politikwissenschaft-Bibliographie 4/2002, S. 1755-1756
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