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Montag, 15. Oktober 2018
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Schriften zur industrielle Standortlehre

Alfred Weber Gesamtausgabe Band 6

Herausgegeben von Hans G. Nutzinger

536 Seiten ·  29,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 3-89518-106-4 (November 1998 )

Preis der Gesamtausgabe (10 Bände): 255 EUR

 
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Alfred Weber gilt vor allem wegen seiner »Reinen Theorie des Standorts« als Begründer der Industriellen Standortlehre. Da er sich nach Erscheinen dieses ersten theoretischen Teils kultursoziologischen Fragen zuwandte, ist der zweite Teil - die »realistische Theorie« - nicht mehr erschienen. Wie man sich die »realistische Theorie« vorzustellen hat, darauf geben einige weitere standorttheoretische Arbeiten Alfred Webers wichtige Hinweise: »Die Standortlehre und die Handelspolitik« (1911) gibt neben einem guten Überblick über das theoretische Grundgerüst auch einige handelspolitische Anwendungen; seine zusammenfassende Darstellung »Industrielle Standortlehre« im »Grundriss der Sozialökonomik« (1914) beinhaltet einen Abschnitt über die »Kapitalistische Theorie des Standortes«. Weitere Einsichten in praxisbezogene Zusammenhänge enthält der Aufsatz »Europa als Weltindustriezentrum und die Idee der Zollunion« von 1926 sowie sein Vorwort zu der Dissertation seines Schülers Otto Schlier »Der deutsche Industriekörper seit 1860«.

Daß sich Weber trotz seiner frühen Umorientierung auch in der Folgezeit mit dem Anwendungsbezug seiner Theorie auf die konkrete Situation Deutschlands beschäftigte, zeigt die im Anhang abgedruckte Vorlesung Webers »Praktische Volkswirtschaftslehre«, von der erstmals eine studentische Mitschrift aus dem Jahr 1919 ediert ist.

Inhalt

Ueber den Standort der Industrien. Erster Teil: Reine Theorie des Standorts

Die Standortslehre und die Handelspolitik

Industrielle Standortslehre (Allgemeine und kapitalistische Theorie des Standortes)

Vorwort zu Otto Schlier: Der deutsche Industriekörper seit 1860

Europa als Weltindustriezentrum und die Idee der Zollunion. Eine Standortsbetrachtung

Vorwort zu Otto Schlier: Aufbau der europäischen Industrie nach dem Kriege (Zum wirtschaftlichen Schicksal Europas)

Vorwort zu Herbert Gaedicke und Gert von Eynern: Die produktionswirtschaftliche Integration Europas. Eine Untersuchung über die Aussenhandelsverflechtung der europäischen Länder

Anhang

Praktische Volkswirtschaftslehre. Nachschrift nach den Vorlesungen des Prof. Alfred Weber, Heidelberg 1919

Die Wirtschaft Deutschlands

[Die Bedeutung einer künftigen feindlichen Rohstoffsperre]

Vorratswirtschaft und Rohstoffbelastung

Geographische Revue 1/2001, S. 53-56 ()

"Die Webersche Standorttheorie ist im vergangenen Jahrzehnt aus dem Olymp vertrieben worden. War sie zu Beginn der 90er Jahre noch der Grundbaustein in den meisten wirtschaftsgeographischen Lehrbüchern, so wird sie in Veröffentlichungen aus institutionalistischer und regulationstheoretischer Perspektive oder in der New Economic Geography kaum noch mit einer Fußnote gewürdigt. Webers Standortdreieck, das war die Erklärung des Raumes aus den Transportkosten. Und die Transportkosten scheinen in den Zeiten des global sourcing endgültig zu einem Randphänomen geworden zu sein.

Die Herausgabe von Alfred Webers standorttheoretischem Werk braucht aber keineswegs als Grabgabe für eine untergehende Theorietradition gewürdigt zu werden. Webers Entwurf der Raumwirtschaftstheorie sah anders aus als es die heutigen Lehrbuchdarstellungen glauben machen wollen. Dies gilt es nun wieder zu entdecken.

Die 'Schriften zur Industriellen Standortlehre' sind Teil einer zehnbändigen Alfred Weber Gesamtausgabe und versammeln zum ersten Mal seine sämtlichen Arbeiten zur Standorttheorie in einem Band. Allein die Neuauflage der Monographie 'Ueber den Standort der Industrien' ist bereits ein herausgeberisches Verdienst. Dieses Hauptwerk des Begründers der Industriegeographie war seit vielen Jahren im deutschsprachigen Raum vergriffen. Weiter enthält der Band die 'Industrielle Standortlehre' sowie einige Artikel und Vorworte, die teilweise an abgelegenen Orten veröffentlicht waren. Schließlich werden eine Nachschrift seiner Vorlesungen zur 'Praktischen Volkswirtschaftslehre' von 1919 und drei Gutachten erstmals veröffentlicht. An der Nachschrift ist bemerkenswert, wie Weber hier eine Skizze der sozialökonomischen Prozesse mit ihren wirtschaftsgeographischen Auswirkungen verbindet. Besondere Aufmerksamkeit widmet er dabei der Kapitalkonzentration und den Standortmustern der kapitalistischen Großunternehmen. Erhellend ist ebenfalls, wie er die Stärken des deutschen industriellen Systems herausarbeitet. In den 1917/18 für das Reichsschatzamt erstellten Gutachten untersucht Weber, wie sich die Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft nach Kriegsende gestalten könne bzw. sich eine Rohstoffblockade der Alliierten auswirken werde. Der Ton dieser Ausarbeitung ist sachlich-nüchtern, gleichwohl zeichnet Weber mit wenigen Strichen, wie das Zusammenspiel von Rohstoffvorkommen und industrieller Nutzung in der damaligen Zeit geostrategische Einflußsphären festlegte.

Abgerundet wird der Band durch eine informative Einleitung des Herausgebers H. G. Nutzinger. ..."




Die Autoren
Prof. Dr. Hans G. Nutzinger
Hans G. Nutzinger

vertritt das Fachgebiet Theorie öffentlicher und privater Unternehmen am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Kassel. Von 2000-2003 Fellow am Max Weber Kolleg in Erfurt.

[weitere Titel]
Prof. Dr. Alfred Weber
Alfred Weber

(1868-1958), jüngerer Bruder von Max Weber, 1904-1907 Professor in Prag, dann Heidelberg, gilt als einer der Begründer der Standorttheorie, wirkt aber später vor allem als Kultursoziologe und Geschichtsphilosoph. 1918 Mitbegründer der liberalen Deutschen Demokratischen Partei und Unterstützung der Weimarar Republik gegen antidemokratische Kräfte. Nach 1945 jahrelanger Einsatz für die Wiedervereinigung und Neutralisierung Deutschlands und einer der führenden Köpfe gegen die Adenauersche Wiederbewaffung.

[weitere Titel]
dem Verlag bekannte Rezensionen
  • Journal of the History of the Behavioral Sciences, 37, Frühjahr 2001, S. 203-207
  • "Webers Entwurf der Raumwirtschaftstheorie sah anders aus als es die heutigen Lehrbuchdarstellungen glauben machen wollen." ...
    Geographische Revue 1/2001, S. 53-56 mehr...
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