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Sonntag, 23. September 2018
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Sozialer Wandel durch deliberative Prozesse

Die Einführung von Sozialstandards in marokkanischen Textilunternehmen

"Hochschulschriften"  · Band 98

612 Seiten ·  44,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 3-89518-551-5 (April 2006 )

 
 

Die Rolle von multinationalen Unternehmen in Beziehung zur Gesellschaft hat sich im Zuge der Globalisierung verändert. Unternehmen können sich nicht mehr ausschließlich auf ihre wirtschaftliche Rolle als Produzenten und Dienstleister zurückziehen. Als Arbeitgeber, Investor und Handelspartner greifen sie tief in gesellschaftliche Strukturen ein und beeinflussen politische Entscheidungen. Insbesondere in den Entwicklungsländern wächst das gesellschaftliche Einflusspotential multinationaler Unternehmen.

Auf Seiten der Politik reagiert man mit einer verstärkten Einbindung von Unternehmen in politische Diskussionen und Implementierungsprozesse, beispielsweise in Multistakeholdernetzwerken und Public Private Partnerships. Das sozial verantwortungsbewusste Unternehmen wird hierbei zum Corporate Citizen, der in deliberativen Prozessen mit zivilgesellschaftlichen, staatlichen und supranationalen Akteuren über Form und Umfang von Corporate Social Responsibility verhandelt und sich freiwillig an der Umsetzung der Ziele beteiligt.

Ein Beispiel hierfür ist die Einführung sozialer Mindeststandards in der Textilindustrie, die überwiegend in Ländern mit niedrigem Lohnniveau produziert. Roloffs empirische Untersuchung bei marokkanischen Textilunternehmen zeigt, wie die Einführung von Sozialstandards durch einen renommierten Auftraggeber Veränderungen in den Zuliefererbetrieben anstößt und auf welche wirtschaftlichen, betrieblichen, gesellschaftlichen und kulturellen Hindernisse die Intervention stößt. Kritisch wird hinterfragt, ob die politische Aufwertung von Unternehmen in einer deliberativen Demokratie zur Lösung von Globalisierungsproblemen beiträgt oder ob hierin eine Ursache dieser Probleme besteht.

Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik, Jahrgang 8 / Heft 2 (2007), S. 206-209 ()

"Julia Roloff gelingt es mit ihrer Untersuchung marokkanischer Textilunternehmungen, das aktuelle Problem von Sozialstandards, respektive ihre Anwendbarkeit in einem kulturell sensiblen Umfeld, anschaulich zu beleuchten. Die Beschreibungen der Audits, insbesondere der Gespräche mit den einzelnen Beteiligten, geben einen guten Einblick in die Problematik. So zeigen die Fallbeispiele beispielsweise die Schwierigkeiten auf, aus der Umsetzung von Sozialstandards auf die soziale Verantwortung eines Unetrnehmens zu schließen. Denn es wird deutlich, dass die Akzeptanz der Sozialstandards bei den untersuchten Unternehmen groß ist. Das Hauptproblem liegt nicht in der Anerkennung der Standards, sondern in der Umsetzung. Diese Erkenntnis wirft interessante Fragen in Bezug auf die Grenzen der Wirksamkeit deliberativer Prozesse auf. ... Als Gesamteindruck bleibt festzuhalten, dass das Buch schönes Anschauungsmaterial für diejenigen liefert, die sich dafür interessieren, auf welche Widerstände Sozialstandards in der Praxis in einem Entwicklungsland stoßen respektive welche Befürchtungen unbegründet sind."

Medienspiegel der Deutsch-Maghrebinische Gesellschaft, November 2006, S. 20 ()

"Kinderarbeit, karge Löhne, unzumutbar lange Arbeitszeiten usw. - sind das in der globalen Marktwirtschaft die Verhältnisse, unter denen unsere Waren hergestellt werden? Die Autorin hat das anhand der marokkanischen Textilindustrie untersucht. In ihrer umfangreichen Dissertation am Internationalen Hochschulinstitut Zittau überprüft sie, welche Sozialstandards in den Betrieben eingehalten werden und stellt dabei am Ende fest: 'Die Ausgangsfrage dieses Buches, ob Unternehmen in der Lage sind, sozialen Wandel anzustoßen, kann anhand der vorliegenden empirischen Untersuchung zu Sozialstandards in der Textilindustrie bejaht werden.' Zu den sieben näher untersuchten Unternehmen gehört auch der deutsche Sportartikelhersteller Puma AG, dessen S.A.F.E.-Konzept besonders ausführlich behandelt wird. "


Die Autorin
Dr. Julia Roloff
Julia Roloff

studierte Soziologie, Psychologie, Politikwissenschaften, Völkerkunde und Professional Development an der Philipps-Universität Marburg, an der American University in Cairo (Ägypten) und an der Universität Hamburg. Seit 2000 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Internationalen Hochschulinstitut Zittau.

dem Verlag bekannte Rezensionen
  • ZPol 4/07, S. 1469
  • "Als Gesamteindruck bleibt festzuhalten, dass das Buch schönes Anschauungsmaterial für diejenigen liefert, die sich dafür interessieren, auf welche Widerstände Sozialstandards in der Praxis in einem Entwicklungsland stoßen respektive welche Befürchtungen unbegründet sind." ...
    Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik, Jahrgang 8 / Heft 2 (2007), S. 206-209 mehr...
  • "Kinderarbeit, karge Löhne, unzumutbar lange Arbeitszeiten usw. - sind das in der globalen Marktwirtschaft die Verhältnisse, unter denen unsere Waren hergestellt werden?" ...
    Medienspiegel der Deutsch-Maghrebinische Gesellschaft, November 2006, S. 20 mehr...
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