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Statusspiele - Soziale Vergleichsprozesse und wirtschaftliches Verhalten
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Statusspiele - Soziale Vergleichsprozesse und wirtschaftliches Verhalten

24 Seiten · 3,88 EUR
(26. August 2006)

 
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Aus der Einleitung:

Ökonomische Theorien treffen mehr oder weniger explizit Annahmen über die Handlungsabsichten der Akteure. Diese Handlungstheorien werden in Menschenbildern visualisiert. Die Handlungstheorie, die vielen Arbeiten der Experimentellen Ökonomik zugrunde liegt, lässt sich als eine sozialwissenschaftlich gepufferte Version des homo oeconomicus skizzieren: Es wird angenommen, dass sich die Akteure grundsätzlich rational verhalten und sich überwiegend vom ökonomischen Kalkül leiten lassen. Dabei wird gleichzeitig anerkannt, dass andere Einflüsse ? wie etwa Fairness, Emotionen oder soziale Vergleichsprozesse ? das Eigennutzmotiv überlagern können. Ziel der Experimentellen Ökonomik ist es, individuelles Verhalten so ?rein? oder ?abstrakt? wie möglich zu analysieren. Daher wird davon ausgegangen, dass das Verhalten ausschließlich von den Präferenzen gesteuert wird. Mit dieser ?subjektivistischen? Wende können Verhaltensweisen, die neoklassisch ?Verhaltensanomalien? darstellen, erklärt und systematisch berücksichtigt werden.

Der Wunsch, eine hohe Position in einer bestimmten Rangreihe erlangen oder halten zu wollen, d.h. in einer Gruppe eine höhere Po¬sition im Vergleich zu anderen einzunehmen und dadurch einen relativ höheren Status zu erreichen, stellt für Individuen und Gruppen ein in vielen sozialen Kontexten wirksames Motiv dar. Die empirische Motivationsforschung spricht von einem zwar kulturell unterschiedlich ausgeprägten, jedoch universellen Grundmotiv menschlichen Handelns. Im vorliegenden Beitrag wird der Frage nachgegangen, wie solche statusgeleiteten sozialen Vergleichsprozesse wirtschaftliches Verhalten beeinflussen und wie dies wohlfahrtstheoretisch zu bewerten ist.

Eingangs wird skizziert, wie das Statusmotiv bis heute in der ökonomischen Theorie rezipiert und in ökonomische Handlungstheorien integriert wurde. Im Anschluss werden einige wichtige Statuswettbewerbe und -arenen beschrieben. Es wird gefragt, wie Statusspiele motiviert sind, wie sich die Statusorientierung in Bezug auf die Rationalitätsannahme von Entscheidungskalkülen verhält, welche Erkenntnisse über die Effizienz oder Ineffizienz von Statusspielen vorliegen, wie groß die Erklärungskraft der Handlungsdeterminanten ?Status? tatsächlich ist und welche Konsequenzen all dies für die Gestaltung gesellschaftlicher Institutionen hat.

Zur Bearbeitung dieser Fragen rekurriert dieser Beitrag insbesondere auf Arbeiten der Experimentellen Ökonomik. Diese modelliert Statuswettbewerbe als spezielle ?Statusspiele? und ermöglicht damit empiri¬sche Zugänge in Form von Labor- und Feldexperimenten, die sich als fruchtbare Ergänzungen und Erweiterungen sowohl der ?untersozialisierten? neoklassischen Analyse als auch ?übersozialisierter? soziologischer Modelle erweisen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Experimente in der Ökonomik
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Experimente in der Ökonomik
the author
Prof. Dr. Lucia Reisch
Lucia Reisch

Professorin für interkulturelles Konsumentenverhalten und Verbraucherpolitik an der Copenhagen Business School, Frederiksberg, Dänemark. Ständige Gastprofessur an der Zeppelin Universität Friedrichshafen. Prof. Reisch ist in mehreren verbraucherpolitischen Gremien tätig, u.a. Vorsitzende der Verbraucherkommission Baden-Württemberg und ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat für Verbraucherpolitik beim BMELV, der Ethikkommission Sichere Energieversorgung der Bundesregierung und des Rats für nachhaltige Entwicklung. Arbeitsschwerpunkte: Nachhaltiger Konsum; interkulturelles Konsumentenverhalten, europäische Verbraucherpolitik.

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