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Friday, September 20, 2019
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Swarm governance
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Swarm governance

Der Schwarm als moralisches Regime zur Koordination ökonomischer Transaktionen in Organisationen

16 Seiten · 3,94 EUR
(März 2013)

 
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Aus der Einleitung:

Elinor Ostrom erhielt im Jahre 2009 als erste Frau den Wirtschaftsnobelpreis. Für eine Idee, die so einfach wie faszinierend ist. Gemeinschaften kooperieren jenseits von Staat und Markt. Auch Oliver Williamson, mit dem sie sich diese höchste wissenschaftliche Ehrung teilt, lieferte einen Beitrag zur Kooperation. Seine zentrale Botschaft: Unternehmen existieren, solange sie sich aufgrund wechselseitiger Abhängigkeiten Effizienzvorteile verschaffen. Um es auf den Punkt zu bringen: Beiden Wissenschaftlern geht es um die Dezentralität von Koordination. Die Vollendung dezentraler Koordination findet sich in der Natur: in so genannten Schwärmen (vgl. Fisher 2009). Stare fliegen in einer Formation, die der Zahl Eins ähnelt, Ameisen synchronisieren sich beim Bau eines Verkehrsweges, Heringe orientieren sich in Schwärmen und Wanderheuschrecken fressen im Kollektiv ganze Gebiete kahl. Für den Menschen am augenfälligsten ist die Tatsache, dass sich solche Aggregationen wie eine Art ‚Superorganismus‘ gemeinsam in eine bestimmte Richtung bewegen, aber auch plötzlich ihre Richtung ändern. Die Evolutionstheorie führt ein solches Verhalten auf mindestens zwei Vorzüge zurück: Zunächst ergeben sich Vorteile bei der Nahrungssuche. Ebenso wichtig erscheint der bessere Schutz vor Fressfeinden. So kann sich ein 38 Alexander Brink und David Rohrmann Feind aufgrund der kollektiven Wachsamkeit eines Schwarms nur schwer auf ein einziges Schwarmmitglied konzentrieren. Der Schwarm hingegen kann seinen Feind frühzeitig erkennen. Forscher haben herausgefunden, dass verschiedene Schwärme nach ähnlichen Mechanismen funktionieren. Die physiologische Basis dieses Mechanismus, die es den Individuen eines Schwarms ermöglicht, sich in der beobachtbaren Synchronizität zu bewegen, wird in den Spiegelneuronen vermutet. In dem vorliegenden Beitrag möchten wir uns dem Phänomen swarm governance widmen. Wir werden in einem ersten Schritt zeigen, wie Schwärme funktionieren und welche guten Beispiele dieser neuartigen Organisationsform es bereits gibt (Kapitel 2 und 3). In einem zweiten Schritt widmen wir uns der Frage, welchen moralischen Status der Schwarm hat und wie er normativ einzuordnen ist (Kapitel 4). Im Ergebnis werden wir die swarm governance an die Governanceethik anschließen: als moralisches Regime zur Koordination ökonomischer Transaktionen in Organisationen erhält der Schwarm den Status eines moralischen Akteurs (Kapitel 5 und 6).


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Diversität, Steuerung, Netzwerke
Birger P. Priddat (Hg.):
Diversität, Steuerung, Netzwerke
the authors
Prof. Dr. Dr.  Alexander Brink
Alexander Brink

ist Professor für Wirtschafts- und Unternehmensethik an der Universität Bayreuth und ständiger Gastprofessor für Corporate Governance & Philosophy am Reinhard-Mohn-Institut für Unternehmensführung und Corporate Governance der Universität Witten/Herdecke. Er ist Partner der von ihm mitbegründeten concern GmbH, einer CSR Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Köln und wissenschaftlicher Direktor des Zentrums für Wirtschaftsethik in Berlin.

[weitere Titel]
David Rohrmann
David Rohrmann

Universität Bayreuth, Philosophie und Ökonomie