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Wednesday, June 19, 2019
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Systemtransformation als umfassender institutioneller Wandel
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Systemtransformation als umfassender institutioneller Wandel

Die fünf Dimensionen der Transformationsprozesse in Osteuropa

57 Seiten · 10,89 EUR
(Februar 2007)

 
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Aus der Einleitung:

Lange Zeit richteten ökonomische Beobachter der Transformationsprozesse in Osteuropa ihr Augenmerk hauptsächlich auf die Privatisierung, die Liberalisierung und die Stabilisierung als erklärende Variablen der wirtschaftlichen Entwicklung in den Transformationsländern. Im Folgenden sollen diese Maßnahmen als „Entstaatlichung“ bezeichnet werden, da die Rolle des Staates in der Volkswirtschaft in mehrfacher Hinsicht reduziert wird. Die Systemtransformation in Osteuropa ist aber gerade dadurch gekennzeichnet, dass gleichzeitig mit der Entstaatlichung in vier weiteren Dimensionen radikale Umbrüche erfolgen, die in einem mehr oder weniger komplizierten Abhängigkeitsverhältnis zueinander stehen. Die zweite Dimension betrifft die Reallokation von Ressourcen. Je stärker nämlich die Allokation der Ressourcen – aufgrund verzerrter Preis- und Anreizstrukturen während der sozialistischen Phase – zu Beginn der Transformation von einer effizienten Allokation abwich, in desto größerem Umfang wurde es während des Transformationsprozesses erforderlich, Produktionsfaktoren aus weniger produktiven in produktivere Verwendungen umzulenken. Drittens bedeutet Transformation immer auch Reorganisation der Volkswirtschaft in dem Sinne, dass der alte Koordinationsmechanismus (Planvorgaben und Planerfüllung) durch einen neuen (den Marktmechanismus) ersetzt wird. Spätestens nach zehnjähriger Erfahrung mit der Transformation wird deutlich, dass die Entstaatlichung keinesfalls eine hinreichende Bedingung dafür ist, einen schnellen, spontanen Aufbau von effizienten Marktbeziehungen einzuleiten, sondern dass unterstützende formelle und informelle Institutionen erforderlich sind. Weiterhin ist jede Transformation mit einer Redistribution von Einkommen und Vermögen verbunden, d.h. es gibt Gewinner und Verlierer der Transformation. Damit stellt sich aber auch die Frage nach der Akzeptanz der Transformationspolitik bei der Bevölkerung. Schließlich ist mit der Transformation in der Regel auch eine mehr oder weniger konsequente Umgestaltung der politischen Institutionen verbunden, d.h. eine Demokratisierung findet statt, wobei mehrere Parteien nach bestimmten Spielregeln um die Wählergunst konkurrieren. Dabei fragt sich, ob eine konsequente Demokratisierung den ökonomischen Fortschritt des entsprechenden Landes eher befördert oder eher behindert. Im Folgenden sollen diese fünf Dimensionen der Transformation etwas näher diskutiert werden.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Zum Problem der sozialen Ordnung
Hans Nutzinger (Hg.):
Zum Problem der sozialen Ordnung
the author
Prof. Dr. Thomas Eger
Thomas Eger

Stellvertretender Direktor des Instituts für Recht und Ökonomie an der Universität Hamburg.

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