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Theorie(n) der Nachhaltigkeit?
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Theorie(n) der Nachhaltigkeit?

Überlegungen zum Grundverständnis einer „Nachhaltigkeitswissenschaft“

18 Seiten · 3,89 EUR
(22. März 2013)

 
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Aus der Einleitung:

2012 jährt sich der für den Nachhaltigkeitsdiskurs zentrale Rio-Gipfel zum zwanzigsten Mal. Gleichzeitig - und gewiss nicht zufällig - wird in Deutschland das Jahr der Nachhaltigkeitsforschung durch die Bundeskanzlerin ausgerufen. Diese Themenwahl für das neue Wissenschaftsjahr ist aus zwei Gründen bemerkenswert. Zum einen zeigt sie, dass der einst schillernde, heute eher verbrauchte oder besser übernutzte Begriff "Nachhaltigkeit" immer noch salonfähig ist, obwohl es politisch bisher nicht gelungen ist, ihn über die Brundlandt-Definition hinaus substanziell zu präzisieren. Zum anderen lässt sich die Wahl als eine späte Anerkennung dafür lesen, dass Probleme nachhaltiger Entwicklung, wie immer diese nun gefasst oder verstanden werden mögen, nicht im Normalbetrieb des Wissenschaftssystems gelöst werden können, sondern dass es einen spezifischen, der Struktur und Qualität der Probleme adäquaten Forschungszugang braucht. Im akademischen Diskurs hat sich diese Einsicht schon länger durchzusetzen begonnen. Historische Stationen sind hier die Debatten um Inter- und Transdisziplinarität im Wissenschaftssystem Anfang der 1970er Jahre (Jantsch 1972), um Post-Normal Science und "Mode 1/Mode 2" Anfang der Neunziger und jüngst um Nachhaltigkeitswissenschaft oder Sustainability Science. Als griffiges Schlagwort ist letztere in den vergangenen Jahren immer mehr in Mode gekommen – davon geben nicht nur gleichnamige Konferenzen Zeugnis, sonder auch neue Fachzeitschriften wie beispielsweise das ISI-gelistete Springer-Journal "Sustainability Science" oder das von Proquest betriebene E-Journal "Sustainability: Science, Practice, & Policy". Doch was verbirgt sich hinter der Rede von Nachhaltigkeitswissenschaft? Geht es um eine neue Super- oder Supra-Disziplin sui generis oder um eine Neuordnung oder -ausrichtung der Systeme der Wissensproduktion? Für beide Perspektiven gibt es in der Literatur Belege. Im Folgenden versuche ich zu zeigen, dass die immer wieder eingeforderte "Disziplinierung" von Nachhaltigkeitswissen an der Sache vorbei geht, ja zu kontraproduktiven Missverständnissen einlädt, und wie stattdessen, im Sinne der zweiten Perspektive, eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung (Transdisciplinary Research for Sustainable Development) gefasst werden kann. Dabei beziehe ich mich auf die über 25-jährige Theoriearbeit und Forschungspraxis am Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) in Frankfurt am Main.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Perspektiven nachhaltiger Entwicklung
Judith C. Enders, Moritz Remig (Hg.):
Perspektiven nachhaltiger Entwicklung
the author
Dr. Thomas Jahn

ist Senior Researcher am Frankfurter Instituts für sozial- ökologische Forschung (ISOE), das er mitbegründet hat. Seit 2008 ist er darüberhinaus Sprecher des Projektbereichs "Wissenstransfer und sozial-ökologische Dimensionen" des LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BIK-F) in Frankfurt a.M. Er forscht und publiziert zu Gesellschaftlichen Naturverhältnissen, zu Methoden und Konzepten transdisziplinärer Forschung sowie zur sozial-ökologischen Wissenschaftsforschung.