sprache deutsch
sprache english
» Zum Warenkorb
0 Artikel - 0,00 EUR


Samstag, 15. Dezember 2018
 Startseite » Ökonomie  » Entwicklung, Wachstum & Wissen  » Wachstum, Entwicklung & Strukturwandel 

Transfers und Wirtschaftswachstum

Theorie und Empirie am Beispiel Ostdeutschland

"Hochschulschriften"  · Band 121

251 Seiten ·  36,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-736-0 (März 2009 )

 
 
Die Öffentlichkeit geht davon aus, dass in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung zunächst ein kurzes "Wirtschaftswunder" in Ostdeutschland stattgefunden hat, das aber allzu schnell von einer langanhaltenden Stagnation abgelöst wurde. Dies war und ist falsch. Vielmehr verlief die Entwicklung genau entgegengesetzt: Die ersten Jahre waren ein Desaster, Ostdeutschland verabschiedete sich nahezu vollständig aus der internationalen Arbeitsteilung. Im Jahre 1995 war die ostdeutsche Wirtschaft zu einer (bau-)subventions- und transferabhängigen, nahezu vollständig lokalisierten Ökonomie verkommen. Seither aber wächst die Wirtschaft in Ostdeutschland sehr viel stärker als allgemein angenommen, im Durchschnitt der Jahre ab 1996 um real rund 6%. Die Differenz zu den geringeren Wachstumsraten, die die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung ausweist, hat drei Ursachen:
  • der Abbau der künstlich ausgeweiteten Bauwirtschaft
  • der Personalabbau des Staates, der einen rein statistischen Effekt auf die gemessene Wirtschaftsleistung hat
  • sowie die Nachwirkungen der hohen West-Ost-Transfers, die in einer Art Dutch Disease die gemessene Wirtschaftsleistung reduzieren
Insgesamt ist die Wirtschaftspolitik Ostdeutschlands deutlich erfolgreicher als allgemein angenommen. Das Wachstum des Produktionspotentials liegt in etwa auf oder sogar über dem Niveau anderer Transitionsländer wie Polen, Slowenien, Slowakei oder Ungarn, wenn auch nicht auf dem Niveau der baltischen Staaten und wird durch eine Reindustrialisierung getragen.
Berliner Debatte Initial 21, 2010, 2, S. 156-158 ()

"Wer sich der wirklichen Mühe unterzieht und das Buch durcharbeitet, versteht am Ende etwas besser, warum der Aufschwung der ostdeutschen Wirtschaft in den Jahren 1992 bis 1995 kein "Wirtschaftswunder" war, sondern eher der Anfang einer fatalen Fehlentwicklung. Plausibel ist auch, dass die Transferleistungen aufgrund ihrer konsumorientierten Struktur zu einer Lokalisierung und Regionalisierung der ostdeutschen Wirtschaft geführt haben und sich der Unternehmenssektor entsprechend kleinteilig und auf den regionalen Markt ausgerichtet entwickelte. Simons resümiert: "Im Jahre 1995 war die ostdeutsche Wirtschaft zu einer (bau-)subventions- und transferabhängigen, nahezu vollständig lokalisierten Ökonomie verkommen.

Nichtsdestotrotz aber fügt sich das Buch in die zuletzt wieder aufgelebte Debatte über die Transferleistungen und ihre Wirkungen hervorragend ein, bereichert diese und trägt so dazu bei, Ostdeutschland aus der "Transferfalle" zu befreien."




Der Autor
Harald Simons
Harald Simons

ist Vorstandsmitglied des Wirtschaftsforschungsinstituts empirica (www.empirica-institut.de). Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Bamberg, Colchester und Bonn beschäftigt er sich bei empirica seit 1997 mit regionalökonomischen, sozialpolitischen und wohnungspolitischen Fragen. Er war zeitgleich 2002-2008 wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Wirtschaftpolitik (Prof. Weimann) der Universität Magdeburg, 2009 Dissertation. Wissenschaftlicher Sekretär der Expertenkommission „Wohnungswirtschaftlicher Strukturwandel in den neuen Ländern“ des Bundeskanzleramtes und des Bundesbauministeriums (1999), wissenschaftlicher Sekretär der Arbeitsgruppe bei Bundesbauministerium „EU-Initiative JESSICA zur Gründung von Stadtentwicklungsfonds“ (2007).

dem Verlag bekannte Rezensionen
  • "fügt sich das Buch in die zuletzt wieder aufgelebte Debatte über die Transferleistungen und ihre Wirkungen hervorragend ein" ...
    Berliner Debatte Initial 21, 2010, 2, S. 156-158 mehr...